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Fahren ohne Licht kostet 20 Euro

Wismar Fahren ohne Licht kostet 20 Euro

„Viele wissen nicht, dass sie an einem Fußgängerüberweg absteigen müssen. Hans-Jürgen Schröder Präventionsberater

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Hans-Jürgen Schröder kontrolliert am Wismarer Lindengarten das Fahrrad von Stefan Nißen. An dem Zweirad hat der Präventionsberater nichts auszusetzen. FOTO: MANUELA WILK

Wismar. Defekte Beleuchtung, fehlende Reflektoren oder das Handy am Ohr: Die Beamten der Wismarer Polizei hatten gestern Nachmittag viel zu tun. Sie postierten sich um 16.30 Uhr an den zwei Zebrastreifen am Lindengarten und zogen bis 18.30 Uhr mehr als 70 Fahrradfahrer aus dem Verkehr.

Schwerpunkt der Kontrolle war neben der richtigen Beleuchtung das Verhalten an einem Fußgängerüberweg. „Hier hat es zum Beginn des Jahres einen Unfall gegeben“, sagt Pressesprecherin Nancy Schönenberg. Damals sei ein Radfahrer über den Zebrastreifen gefahren und wurde von einem Auto erfasst. „Darauf sind viele Pkw-Fahrer nicht eingestellt“, weiß die Kommissarin.

Dazu kommt, dass solche Überwege nur für Fußgänger gedacht sind. „Radfahrer müssen absteigen und schieben. Aber das wissen viele nicht“, ergänzt Hans-Jürgen Schröder. Er ist als Präventionsberater tätig und unter anderem an Schulen im Einsatz. Die Präsenz der Beamten zeigt schnell Wirkung. Viele steigen ab, einige versuchen, die Kontrolle zu umfahren.

„Halt, bleiben Sie einmal kurz stehen“, sagt Schröder, als ein junger Mann den Zebrastreifen überquert. Routiniert kontrolliert er die wichtigsten Punkte: Vorder- und Rücklicht funktionieren. Auch die Reifen reflektieren. „Sehr schön“, lobt der Beamte. Neben den sogenannten Katzenaugen sind Speichenreflektoren und Streifen auf den Rädern zugelassen. „Neuere Fahrräder haben einen silbernen Streifen am Mantel, der das Licht reflektiert“, erklärt Schröder.

Ganz ohne Belehrung kommt der Wismarer Stefan Nißen jedoch nicht davon. „Wissen Sie, was Sie hier falsch gemacht haben?“, fragt Schröder, zeigt zum Überweg und klärt den jungen Mann auf. „Der Fußgängerüberweg darf nicht befahren werden. Das ist gefährlich.“ Sollte es zu einem Unfall kommen, trage der Radfahrer in diesem Fall einen Teil der Schuld.

„Das wusste ich gar nicht.“ Nißen wolle in Zukunft immer absteigen, versichert er den Beamten. Die Kontrollen der Polizei halte er für sinnvoll und vernünftig. „Wenn ich unterwegs bin, kommen mir oft Jüngere ohne Licht am Rad entgegen. Gerade in Parknähe sind sie schlecht zu sehen.“

So einsichtig und verständnisvoll sind an diesem Tag nicht alle: Als die Polizisten ein junges Paar anhalten, wird der Mann laut. Beide sind ohne Licht unterwegs gewesen. Für diese Ordnungswidrigkeit werden 20 Euro fällig.

Der Mann wolle das nicht bezahlen, sagt er und verlangt nach dem Dienstausweis des Beamten. Er droht ihm sogar eine Beschwerde an. Es hilft nichts – die Beamten nehmen seine Personalien auf. Jetzt muss er mit Post rechnen, erst recht, weil er danach einfach weitergefahren ist. „Er hat sich benommen wie die Axt im Walde“, beurteilt der kontrollierende Polizist die Situation.

Am Ende stellen die Polizisten 15 Verwarngelder aus. „Wir haben haben Leute ohne Licht erwischt, beim Fahren auf dem Gehweg und einen beim Telefonieren mit dem Handy“, nennt Sprecherin Schönenberg einige Verstöße. Bezahlen mussten aber nur die Erwachsenen. Für Kinder gab es eine Belehrung und einen Merkzettel. „So sehen die Eltern, was am Fahrrad fehlt“, erklärt Schröder. In den kommenden Tagen sind weitere Kontrollen geplant.

Manuela Wilk

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