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Feuchte Überraschung nach hochprozentigem Vorspiel

Stralsund Feuchte Überraschung nach hochprozentigem Vorspiel

Mit ihrem Job sorgen sie für Sicherheit und Ordnung in der Hansestadt / Hier geben Stralsunder Polizisten Einblick in ihre Arbeit

Stralsund. Es war ein nasskaltes Erwachen. Als sich der 31-jährige Stralsunder aus den Federn quälte, stand ein großer Teil seiner Wohnung unter Wasser. Das Seltsame daran: Ein Rohrbruch schien es nicht zu sein, und auch sonst war zunächst nicht ganz klar, woher das Wasser so plötzlich kam. Der Mann rief die Polizei.

„Natürlich hakten die Kollegen nach, als sie sich die Bescherung vor Ort ansahen“, berichtet Dietmar Grotzky. Und wie der Leiter des Stralsunder Polizeihauptreviers weiß, hatte die nasse Überraschung ein hochprozentiges Vorspiel. „Am Abend zuvor hatte der Mann sich Gäste eingeladen“, sagt Grotzky. Gekommen waren zwei Damen mit zwei Begleitern im Schlepptau. Um etwas lockerer zu werden, wurde ein-, zweimal angestoßen. Entsprechend entspannt, klappte das mit dem Anstoßen immer besser. Schließlich floss der Schnaps in Strömen. Die Gäste gossen ihn sich gegenseitig ein.

„Nur der Gastgeber muss sich an jenem Abend nicht so recht wohlgefühlt haben“, berichtet der Revierleiter. Der Mann schwächelte etwas beim Gläserheben und verabschiedete sich daher frühzeitig ins Bett. Ob und wie lange seine Gäste da noch weitergebechert haben, ließ sich am nächsten Tag nicht mehr so recht rekonstruieren. Als der 31-Jährige am Tag danach gegen 13 Uhr die Augen öffnete, registrierte er zunächst zwei Dinge: Über die Erinnerung an den Abend zuvor hatte sich ein dichter Nebel gelegt. Und: In Bad und Küche lief kein Tropfen Wasser aus dem Hahn. Also beschloss der Verkaterte, sich noch einmal hinzulegen. Es sollte ein kurzes Nickerchen werden. Denn so etwa eine Stunde später schreckte der Schläfer hoch, weil ihn ein Plätschern aus seinen Träumen gerissen hatte. Kleine Wellen zogen übers Linoleum.

„Der Mann räumte ein, dass das Wasser in der Küche aus dem Hahn geflossen sein könnte – obwohl er alle Hähne, aus denen beim ersten Erwachen kein Tropfen kam, wieder geschlossen haben will“, erzählt Dietmar Grotzky die Geschichte weiter.

Wie sicher diese Erinnerungen sind, musste bei einem gepusteten Alkoholwert von 2,6 Promille nachmittags um 15 Uhr erst einmal offenbleiben. Als gesichert galt hingegen, dass der Mann sein Mobiltelefon und ein Schlüsselbund vermisste. „Man sollte vorher noch mal darüber nachdenken, wie groß das Vertrauen in jene ist, die man sich zum Trinken einlädt“, sagt der Revierleiter. Zumindest wird in diesem Fall wegen des Verdachts des Diebstahls ermittelt. Und vielleicht kommt im Zuge dieser Nachforschungen ja auch noch heraus, wer warum welchen Wasserhahn auf- oder zumindest nicht ganz zugedreht hat.

Jörg Mattern

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