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Feuerwehr: Löschwasser bleibt ein Problem

Ribnitz-Damgarten Feuerwehr: Löschwasser bleibt ein Problem

Im vergangenen Jahr rückten die Ribnitz-Damgartener Brandschützer 194-mal aus / Trotz vieler Baustellen habe sich die Zusammenarbeit mit der Verwaltung verbessert

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Einer von insgesamt 194 Einsätzen der Freiwilligen Feuerwehr Ribnitz-Damgarten im Jahr 2015: Ein Mähdrescherbrand im August auf einem Feld bei Carlewitz.

Quelle: Fotos: Susanne Retzlaff (1), Feuerwehr (2)

Ribnitz-Damgarten. Erst 57 Minuten war das neue Jahr alt, da mussten die Ribnitz-Damgartener Feuerwehrleute zu ihrem ersten Einsatz 2015 ausrücken. Ein Container stand in Flammen. Und termingerecht am Silvesternachmittag beendete ein Gebäudebrand in Ahrenshoop das Einsatzgeschehen. Dazwischen schlugen Bandmeldeanlagen und Rauchmelder Alarm, brannten weitere Container und Gebäude, mussten Türen geöffnet, für den Rettungsdienst Tragehilfe geleistet und zum vorerst letzten Mal Ölspuren beseitigt werden. Im August musste ein Mähdrescherbrand bei Carlewitz gelöscht werden.

 

OZ-Bild

Ich habe einen guten Arbeitgeber in Ribnitz, der mir das erlaubt.“ Holger Fahlberg (28) erklärt, warum er 2015 an 109 Feuerwehreinsätzen teilnehmen konnte.

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194 Einsätze insgesamt zählte Gemeindewehrführer Steffen Harder. Abzüglich gemeinsamer Einsätze mit anderen Wehren und der Absicherungen von Veranstaltungen waren es 160 Notrufe, die die Blauröcke der Bernsteinstadt erreichten, berechnete er in seinem Bericht anlässlich der Jahreshauptversammlung am Freitagabend. Daneben beteiligten sich die Feuerwehrleute an diversen Festlichkeiten vom Skatabend bis zum Landeserntedankfest.

Einige Plätze im Stadtkulturhaus waren frei geblieben, neben Vertretern der Stadtverwaltung waren 55 Stimmberechtigte erschienen, insgesamt hat die Wehr 144 Mitglieder, darunter 110 aktive (inklusive 24 Reserve) Brandschützer, 16 in der Ehren- und 19 in der Jugendabteilung. Hier sind erstmals die Mädchen knapp in der Überzahl, konnte Jugendwart Steffen Borsch unter anderem vermelden.

Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung sei im vergangenen Jahr besser geworden, fand der Gemeindewehrführer durchaus positive Aspekte. Unter anderem gebe es Fortschritte bei der Beseitigung baulicher Mängel der Gerätehäuser. In Sachen Lösung des Löschwasserproblems allerdings fielen die „eher spärlich“ aus. Einmal mehr forderte Harder Feuerwehrpläne für öffentliche Einrichtungen. „Fast schon peinlich“ fand er, dass die Stadtverwaltung bislang keinen Termin gefunden habe, den neuen, seit Juli 2015 in Klockenhagen stationierten Gerätewagen offiziell zu übergeben. Dazu sei sie nun am 7.

Mai, dem Tag der offenen Tür, eingeladen.

„Unter den Abteilungen unserer Feuerwehr herrscht ein vernünftiges Arbeitsklima“, versicherte Harder abschließend, in dem normale Meinungsverschiedenheiten in persönlichen Gesprächen geklärt und Probleme mit buddhistischer Gelassenheit behandelt würden. Amtswehrführer Dirk Scholwin dankte den Familien der Brandschützer, die deren Engagement mit tragen, bemängelte aber die teils fehlende Kameradschaft vor allem auf Führungsebene. „Wir machen nichts gemeinsam“, beklagte Scholwin Darüber hinaus mahnte er Einsatzauswertungen und gemeinsame Alarmpläne an, vermisste aber auch Rückendeckung der Verwaltung.

Beruhigend: Die Polizei habe keine Probleme bemerkt, „nach außen wird gute Arbeit geleistet“, bestätigte Ribnitz-Damgartens Revierleiter Marco Stoll, das habe sich gerade erst wieder beim Bestwood-Brand gezeigt.

Sorge macht den Ordnungshütern immer öfter die Veröffentlichung von Fotos und Videos in den sozialen Medien unmittelbar vom oder nach einem Einsatz, die augenscheinlich auch von Helfern ins Netz gestellt werden. In der Bernsteinstadt sei das noch nicht passiert. Aber es dürfe auch nicht so weit kommen, dass Menschen vom Schicksal ihrer Angehörigen aus dem Internet erfahren, bevor die Polizei sie benachrichtigen konnte, und dass Informationen veröffentlicht werden, die die Ermittlungsarbeit der Polizei gefährden, das unterstrichen Stoll, Harder und Feuerwehr-Öffentlichkeitsarbeiter Berthold Moog. Für die immer wieder angesprochene Verwaltung nahm Bürgermeister Frank Ilchmann (parteilos) in Anspruch, dass sie sich bemühe. Das Löschwasserproblem werde in diesem Jahr gelöst, zumindest in Langendamm werde die Hauptstraße bereits vorbereitet, und Mittel für den Teich im Haushalt eingestellt. Ilchmann gab sich zuversichtlich, dass der Gerätewagens am Tag der offenen Tür übergeben werde.

Auszeichnungen

Zu Oberfeuerwehrmännern wurden Tom Paul Gorisch, Jean-Michel Saupe, Marvin Michael Saupe, Nils Stockdreher und Max Westphal befördert. Justin Bubbel, Luis-Steffen Harder, Alexander Zils, Steffen Loest, Robert Schröder sowie Daniel Fabich wurden zu Hauptfeuerwehrmännern und die Jugendwarte Steffen Borsch, Sven Voigt und Franz Scheffler zu Löschmeistern.

Die Brandschutz-Ehrenspange für zehn Jahre Feuerwehrdienst erhielten Martin Peters und Armin Markowski, mit dem silbernen Ehrenzeichen für 25-jährigen Dienst wurde Stephan Jenkel ausgezeichnet und Gottfried Rohde wurde für 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt.

Von Susanne Retzlaff

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