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Feuerwehrleute verhindern Inferno

Grimmen Feuerwehrleute verhindern Inferno

Zahlreiche Häuser in der Stralsunder Straße waren gefährdet / Brand entstand offenbar im Schornstein

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Meterhoch peitschen die Flammen: Die gesamte Innenstadt liegt unter dichten Rauch. Fotos (5): Raik Mielke

Grimmen. Der Kampf gegen eine meterhohe Flammenwand und gegen die Zeit hält die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Grimmen am Donnerstagabend für mehr als vier Stunden in Atem.

OZ-Bild

Zahlreiche Häuser in der Stralsunder Straße waren gefährdet / Brand entstand offenbar im Schornstein

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Als die Kameraden gegen 22 Uhr am Einsatzort in der Stralsunder Straße, direkt hinter dem alten Speicher, ankommen, peitschen die Flammen bereits aus dem Dach und den oberen Fenstern eines 18 Meter langen Stallgebäudes. „Schon bei der Anfahrt war uns klar, dass wir es mit einem großen Brand zu tun haben. Die komplette Innenstadt lag unter dichtem Rauch“, beschreibt Grimmens Wehrführer Olaf Clasen die Situation. Am Einsatzort angekommen, bestätigen sich die Befürchtungen und die Lage ist überaus brenzlich, wie Clasen sagt. „Die Flammen wüteten wie in einem Feuerofen und drohten auf zahlreiche angrenzende Gebäude überzugreifen. Ein Wohnhaus war gerade mal drei Meter vom brennenden Gebäude entfernt.“ Ein zweites Mal schallen zu diesem Zeitpunkt binnen weniger Minuten die Sirenen auf den Dächern der Stadt.

Alles muss ganz schnell gehen. Die ersten beiden Feuerwehrleute mit Pressluftatemgeräten kämpfen gegen die Flammen. Viele Anwohner aus der Innenstadt, die besorgt aus ihren Häusern gekommen sind und den Einsatz verfolgen, sehen wie bei den Rettern der Stadt jeder Handgriff sitzt. Wenige Minuten nach dem Eintreffen bekämpfen die Kameraden das Feuer bereits aus drei Rohren. „Wir haben sofort eine sogenannte Riegelstellung aufgebaut. Durch die Positionierung mehrerer Strahlrohre haben wir so versucht, die Wärmeübertragung und den Funkenflug, welcher das nebenstehende Wohnhaus bedrohte, zu unterbinden“, beschreibt Grimmens Wehrführer die Vorgehensweise.

Insgesamt 27 Personen sind gegen 22.30 Uhr mit sechs Fahrzeugen vor Ort. Acht Feuerwehrleute tragen schweren Atemschutz und beginnen, den Löschangriff von Innen aufzunehmen. Doch ein Ende der Löscharbeiten ist zu dieser Zeit nicht abzusehen. Vier weitere Stunden sind die Retter der Stadt im Einsatz. „Dadurch, dass das Gebäude mit Holz verkleidet war, und es im Innenbereich zahlreiche Zwischenräume gab, galt es dutzende Glutnester freizulegen und abzulöschen“, betont Olaf Clasen.

Grimmens Bürgermeister Benno Rüster (CDU) ist ebenfalls vor Ort. „Ich habe mich informiert, ob Personen betroffen sind. Dies ist glücklicherweise nicht der Fall. Ein schwieriger Einsatz. Wir sind sehr froh, so eine tolle Wehr zu haben“, sagt Rüster.

„Es war wichtig, dass alles sofort geklappt hat. Die Gefahr des Übergreifens war sehr groß“, stellt Olaf Clasen nach Einsatzende nochmals klar, wie dramatisch sich das Szenario dargestellt hatte.

Anders gesagt: Die Feuerwehrleute der Stadt haben in der Stralsunder Straße in letzter Sekunde ein Inferno verhindert. Wie die Polizei gestern am späten Nachmittag mitteilte, haben Ursachenermittler inzwischen herausgefunden, dass der Brand im Bereich des Schornsteins ausgebrochen ist. Die Ermittler gehen davon aus, das heiße Gase die Holzverkleidung entzündet haben.

„Brandstiftung und fahrlässiges Verhalten können ausgeschlossen werden“, erklärt Polizeisprecherin Antje Unger und sagt: „Die Details müssen jetzt durch Experten auf diesem Gebiet geklärt werden.“

Zahlen zum Großeinsatz

27 Einsatzkräfte und sechs Fahrzeuge waren am Donnerstagabend in der Stralsunder Straße im Einsatz.

270 Minuten sind die Feuerwehrleute mit dem Löschen beschäftigt. Nach dem Flammeninferno gilt es, die Gutnester zu beseitigen.

3 C-Rohre werden benötigt, um die Flammen zu löschen und die angrenzenden Gebäude zu sichern.

8 Kameraden unter schwerem Atemschutz kämpfen vor dem Stallgebäude und im Inneren gegen das Feuer.

Raik Mielke

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