Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 2 ° Sprühregen

Navigation:
Gedenken NSU-Opfer: Nitzsche warnt vor Rassismus

Rostock Gedenken NSU-Opfer: Nitzsche warnt vor Rassismus

Der Rostocker Bürgerschaftspräsident forderte am Donnerstag zum zwölften Jahrestages der Ermordung von Mehmet Turgut eine demokratische Gedenkkultur von Hinsehen und Mitmachen.

Voriger Artikel
Polizei jagt Motorroller
Nächster Artikel
Enkeltrick - Anzeigen von Rentnern nehmen zu

Zum zwölften Jahrestag der Ermordung von Mehmet Turgut hat am Donnerstag die Initiative «Mord verjährt nicht!» zu einem öffentlichen Gedenken am Tatort in Rostock aufgerufen.

Quelle: Bernd Wüstneck

Rostock. Zum zwölften Jahrestag der Ermordung von Mehmet Turgut durch den „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) hat Rostocks Bürgerschaftspräsident Wolfgang Nitzsche am Donnerstag vor einem Wiederaufleben von Rassismus gewarnt. Turgut war Ermittlungen zufolge am 25. Februar 2004 von den NSU-Mitglieder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt erschossen worden. Der rechten Gruppe werden zwischen den Jahren 2000 und 2007 zehn Morde zur Last gelegt. Hinzu kommen zwei Sprengstoffanschläge und mehrere Banküberfälle.

Zum öffentlichen Gedenken hatte die Initiative „Mord verjährt nicht!“ am damaligen Tatort in Rostock aufgerufen. „Gerade angesichts der rassistischen Mobilisierung in Teilen der Bevölkerung, die wir gerade erleben, müssen wir das Andenken und die Erinnerung an die Opfer und Betroffenen des NSU-Terrors wach halten“, sagte der Sprecher der Initiative, Lars Oppelt.

Am Ort des Verbrechens im Rostocker Stadtteil Toitenwinkel war vor zwei Jahren das Mahnmal zur Erinnerung an Mehmet Turgut eingeweiht worden. Es besteht aus zwei, sich versetzt gegenüberstehenden Betonbänken mit Inschriften in deutscher und türkischer Sprache.

Diese Rechtsterroristen hätten gemordet, weil aus ihrer Sicht Migranten in der - wie sie sagen - „Deutschen Volksgemeinschaft“ unerwünscht seien, sagte Nietzsche. „Die alte Naziideologie, dieser Rassismus, ist in der Bundesrepublik wieder aktuell. Ihr Rassismus erträgt die Idee von menschlicher Vielfalt nicht. Das war zum Zeitpunkt des Attentats so, und ist es heute gleichermaßen.“

Nietzsche forderte, in Rostock eine Gedenkkultur zu schaffen, die die demokratischen Kräfte langfristig einbindet. Die Demokratie lebe nur vom Hinsehen und vom Mitmachen. „Für den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun“, zitierte Nietzsche den irischen Dichter Edmund Burke (1729-1797).

 



dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Morde
Mustafa Turgut (l.) und Yadim Almaz trauern um ihren ermordeten Bruder und Vetter Mehmet Turgut. Vor zwölf Jahren wurde er hier erschossen. Mehr als 100 Menschen kamen am Donnerstag zum Gedenken.

Vor zwölf Jahren wurde ein junger Mann an einem Imbiss-Stand ermordet

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Aktuelle Beiträge