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Geflügelpest hat Rerik erreicht

Rerik Geflügelpest hat Rerik erreicht

Drei Wildvögel mit H5N8-Virus infiziert / Landkreis verfügt Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet

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Reger Vogelzug: Dieser Tage fliegen jede Menge Graugänse über das Salzhaff bei Pepelow. FOTO: THOMAS HOPPE

Rerik. . Der Geflügelpest-Virus H5N8 ist jetzt auch im Landkreis Rostock angekommen: „Die Proben von einem toten Schwan und zwei weiteren verendeten Wildvögeln in Rerik enthielten das hochansteckende Virus“, sagte gestern Landkreis-Sprecher Michael Fengler. „Im Umkreis von drei Kilometern um den Fundort wird mit sofortiger Wirkung ein Geflügelpest-Sperrbezirk festgelegt.“ Der Umkreis von zehn Kilometern sei ab sofort ein Geflügelpest-Beobachtungsgebiet.

Die toten Wildvögel wurden in Rerik aufgefunden, Mitarbeiter des Veterinäramtes des Landkreises Rostock nahmen daraufhin Proben und ließen diese umgehend untersuchen. „Der drei Kilometer große Geflügelpest-Sperrbezirk betrifft die Orte Stadt Rerik, Neu Gaarz, Paarzer Hof, Garvsmühlen und Blengow“, so Fengler. „Hier liegen 23 Geflügelhaltungen.“

So dürfen ab sofort Vögel, Bruteier und tierische Nebenprodukte aus einem Bestand nicht herausgebracht werden. Tierhalter von Geflügel müssen sicherstellen, dass an den Ein- und Ausgängen der Ställe Schuhdesinfektionseinrichtungen vorhanden sind oder werden angehalten, die Schuhe vor dem Betreten des Stalls zu wechseln. Frisches Fleisch, Hackfleisch, Separatorenfleisch, Fleischerzeugnisse und Fleischzubereitungen, das von Vögeln aus dem Sperrbezirk gewonnen wurde, darf nicht vom Ort weg transportiert werden.

Zum Geflügelpest-Beobachtungsgebiet gehören unter anderem das Ostseebad Rerik mit den Orten Meschendorf, Roggow und Russow, der Stadtteil Kühlungsborn-West, in Kröpelin die Orte Wichmannsdorf und Horst, die Gemeinde am Salzhaff mit den Orten Pepelow, Klein Strömkendorf, Rakow, Teßmannsdorf sowie Neubukow mit Neubukow Stadt, Malpendorf und Spriehusen. Im Beobachtungsgebiet befinden sich 230 Geflügelhaltungen.

„Frisches Geflügelfleisch, Eier, Federn sowie andere Nebenprodukte dürfen hier weder in Bestände noch aus diesen heraus gebracht werden“, stellt Landkreis-Sprecher Fengler klar. „Für jegliches Geflügel gilt die Stallpflicht – Schlachtabfälle müssen so gelagert oder entsorgt werden, dass Kontakt mit anderen Tieren unmöglich ist.“

Darüber hinaus müssten erhöhte Verluste in Geflügelhaltungen sowie gehäufte Funde von verendetem Wildgeflügel unverzüglich dem Veterinäramt gemeldet werden, so Fengler: „Hunde- und Katzenhalter haben sicherzustellen, dass ihre Tiere nicht frei herumlaufen.“

Das Europäische Vogelschutzgebiet „Wismarbucht und Salzhaff“ umfasst insgesamt 42 472 Hektar, davon gehören rund 24 400 Hektar zur Ostsee. Das Gebiet zeichnet sich durch eine artenreiche Vogelwelt mit bedeutsamen Brut- und Rastbeständen aus. Küstenseeschwalbe und Sturmmöwe kommen landesweit fast nur noch hier vor.

Das Salzhaff sei ein bevorzugtes „Schlafgewässer“ für Zugvögel, erklärte der Reriker Vogelkundler Klaus Große. Tagsüber würden sich Tausende Schwäne, Wildenten und Gänse auf Feldern der Region satt fressen, um Kraft für den Zug zu tanken.

Bereits Anfang dieser Woche wurden die Gemeinden Nienhagen, Admannshagen-Bargeshagen und Börgerende-Rethwisch zum Vogelgrippe-Beobachtungsgebiet erklärt, nachdem im Rostocker Stadtteil Groß Klein eine mit dem H5N8-Virus infizierte Silbermöwe gefunden wurde.

Sonderseite online

Mit einer Sonderseite im Internet informiert der Landkreis Rostock ab sofort über die aktuelle Geflügelpest-Situation. Dort werden zentral die Amtlichen Bekanntmachungen mit den Anordnungen und Verfügungen zur Geflügelpest veröffentlicht. Eine Übersichtskarte mit den Beobachtungsgebieten ist für jedermann abrufbar. Sollten Sperrbezirke hinzukommen, erscheinen diese ebenfalls. Zusätzlich sind Antworten auf die häufigsten Fragen von Geflügelhaltern und Verbrauchern bereitgestellt.

INTERNET: www.landkreis-rostock.de/geflügelpest oder www.landkreis-rostock.de/vogelgrippe

Lennart Plottke

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