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Gelangweiltes Trio auf der Suche nach Nervenkitzel

Stralsund Gelangweiltes Trio auf der Suche nach Nervenkitzel

Mit ihrem Job sorgen sie für Sicherheit und Ordnung in der Hansestadt /Hier geben Stralsunder Polizisten Einblick in ihre Arbeit

Stralsund. Der Anruf kam an einem Sonntagnachmittag. Da würden sich drei Jungen an einem Wohnheim zu schaffen machen. Ein Fenster werde aufgetreten. Es sehe so aus, als wenn da ein Einbruch stattfinde, teilte der Anrufer mit.

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Polizeigespräch

„Als die Kollegen eintrafen, sahen sie zwei junge Männer flüchten“, berichtet Dietmar Grotzky. Der Leiter des Polizeihauptreviers weiß auch, dass die Beamten nicht locker ließen, sondern hinterher liefen. Sie erwischten die Flüchtigen, als sie sich gerade in einem Gebüsch verstecken wollten. „Ein dritter Jugendlicher wurde durch ein Ehepaar aufgehalten“, sagt der Revierleiter.

Die drei Verdächtigen waren im Alter zwischen 15 und 17 Jahren. Sie stritten einen Einbruch ab, räumten aber ein, dass sie durch ein offenstehendes Fenster in das Gebäude eingestiegen seien, um sich darin mal etwas umzusehen. „Als Motiv gaben die drei an, Langeweile gehabt zu haben“, so Grotzky. Allerdings versuchten sie den Polizisten auch weiszumachen, dass man sich eher zufällig getroffen habe und sich eigentlich gar nicht kannte.

Als die Beamten die Taschen der Gelangweilten durchsuchten, fanden sie zwar nichts, was auf einen möglichen Diebstahl hindeutete, dafür aber andere interessante Sachen. So hatte der 15-Jährige ein Springmesser dabei sowie einen Grinder mit Anhaftungen von Betäubungsmitteln. „Ein Grinder ist eigentlich ein Gerät zum Zerkleinern von Kräutern oder Tabak“, erklärt Dietmar Grotzky. Bei den anderen Jungs fanden sich Tütchen mit mysteriösen Resten, eine Wasserpfeife und eine Alu-Dose, aus der es offenbar verdächtig nach Cannabis roch. Der 17-Jährige trug zudem eine Fliese bei sich, wie sie auch im Wohnbereich des Heims verwendet wurde. Der Verdächtige hatte zunächst keine Erklärung dafür.

„Im Wohnheim selbst schien auf den ersten Blick nichts zu fehlen“, erzählt der Revierleiter. Allerdings hatte das Trio offenbar einen Feuerlöscher mitgenommen, den man draußen ausprobiert und entleert hatte. Nachdem die ersten Ermittlungen vor Ort abgeschlossen waren, durften die Eltern ihre Sprösslinge auf dem Revier in der Böttcherstraße abholen.

„Dabei klärte sich dann auch noch die Sache mit der Fliese“, sagt Grotzky. Der Jugendliche musste diese von zu Hause mitgeschleppt haben. Seine Eltern bestätigten, ebenfalls solche Kacheln in ihrer Wohnung zu haben. Hier blieb letztlich nur die Vermutung, dass die Keramikplatte dazu diente, um darauf Drogen zu portionieren. Für das Langeweile-Trio gab’s abschließend noch eine lange Latte von Anzeigen, unter anderem wegen Hausfriedensbruchs, Sachbeschädigung, Verstößen gegen das Betäubungsmittel- und das Waffengesetz.

Jörg Mattern

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