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Gelbe Klumpen beschäftigen die Rettungskräfte

Koserow Gelbe Klumpen beschäftigen die Rettungskräfte

Passanten entdecken in Koserow Dreck am Strand / Laut Polizei könnte es von Schiffen kommen / Nordost-Wind trieb die Masse an / Bauhof reinigte den Abschnitt

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Einsatzkräfte der Feuerwehr und Polizei sichteten und beseitigten die gelblichen Klumpen am Koserower Strand.

Quelle: Fotos: Tilo Wallrodt

Koserow. Eine rätselhafte Substanz verschmutzt seit Donnerstagabend den Strand und die Ostsee bei Koserow. Am Abend meldete Koserows Bürgermeister René König die Verschmutzung bei der Polizei. Umweltamt, Wasserschutzpolizei und die Freiwillige Feuerwehr des Ortes rückten aus, um der Verschmutzung Herr zu werden. Auf einer Länge von etwa drei Kilometer fanden die Helfer stark nach Schmierfett riechende gelbe Klumpen.

OZ-Bild

Passanten entdecken in Koserow Dreck am Strand / Laut Polizei könnte es von Schiffen kommen / Nordost-Wind trieb die Masse an / Bauhof reinigte den Abschnitt

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Proben wurden zur Untersuchung nach Greifswald in ein dafür zuständiges Labor geschickt. Erste Ergebnisse werden jedoch erst am Dienstag nach Pfingsten erwartet.

Bis zum Einsetzen der Dunkelheit war die Feuerwehr am Abend damit beschäftigt, das bislang unbekannte Material einzusammeln. „Im ersten Augenblick dachte ich an Paraffin, aber das bestätigte sich zum Glück nicht“, sagt Bürgermeister König.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei stammen die Reste von Schiffen. „Man kann nachverfolgen, welche Schiffe vor Usedom fahren. Diese Daten werden gespeichert. Zum Beispiel ein Gastanker, der auf dem Weg nach Swinemünde war. Dass er es tatsächlich war ist unwahrscheinlich. Man weiß nicht, wie lange die gelben Klumpen schon auf der Ostsee trieben“, sagt Kriminalhauptkommissar Herbert Schalau von der Wasserschutzpolizei in Wolgast.

Eine Gefahr für die Strandbesucher vermuten die Experten bislang nicht. „Man konnte es ganz leicht abwischen“, erklärt Bürgermeister König. Gestern waren mehrere Mitarbeiter des Bauhofes damit beschäftigt, die Reste zu beseitigen. Laut Kurverwaltung war der Hauptstrand nicht betroffen.

An den Stränden waren in der Vergangenheit immer wieder Paraffinklumpen aufgetaucht, die beim Auswaschen von Schifftanks entstehen können, wie der Polizeisprecher erklärte. Paraffin sei aber heller als diese Funde.

Paraffin, Phosphor und Co.

Für Aufsehen hatten auch schon Phosphorklumpen gesorgt, die Urlauber nach Nordostwinden fanden und mit Bernstein verwechselten. Diese Klumpen stammen aus versenkter Brandmunition aus dem Zweiten Weltkrieg und entzünden sich in trockenem Zustand.

Paraffine sind gelbliche Wachsbrocken. Dieses Material wird unter

anderem genutzt, um Seifen oder

Kerzen herzustellen.

Bernsteine bestehen aus fossilem Harz und sind durchsichtig sowie gelb bis rotbraun scheinend.

Hannes Ewert und Tilo Wallrodt

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