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Grusel-Clown erschreckt Frau: Makabrer Trend erreicht MV

Greifswald Grusel-Clown erschreckt Frau: Makabrer Trend erreicht MV

22-Jährige wartete in Greifswald auf den Bus, als der Verkleidete aus dem Gebüsch kam / Auch aus Rostock-Lichtenhagen gibt es Berichte über einen Maskierten

Greifswald. /Rostock. Ein furchterregender Trend aus den USA ist nun auch in Mecklenburg-Vorpommern angekommen: Ein Mann in einem gelben Clownskostüm mit roten Punkten hat gestern früh eine 22-jährige Frau in Greifswald erschreckt. Im sozialen Netzwerk Facebook verbreitete sich schnell die Nachricht vom Grusel-Clown. Viele Nutzer warnten davor.

Die Frau habe um 5.20 Uhr im Stadtteil Schönwalde II an einer Haltestelle auf einen Bus gewartet, als auf der gegenüberliegenden Seite der Gruselclown aus dem Gebüsch trat, sagte Helmut Walther von der Polizeiinspektion Anklam. Er soll einen Gegenstand mit einem langen Schaft bei sich getragen haben. Ob es sich dabei, wie Facebook-Nutzer und ein privater Radiosender berichteten, tatsächlich um eine Kettensäge handelte, konnte die Polizei nicht bestätigen. Der Clown sei zunächst auf die Frau zugegangen, verfolgte dann aber einen vorbeikommenden Radfahrer und verschwand.

Ein zweiter Clown soll gestern in Rostock-Lichtenhagen Menschen erschreckt haben. In einer geschlossenen Facebook-Gruppe, in die die OZ Einsicht hat, warnt ein Mitglied: „Vorsicht! Sogenannter Killerclown in Lichtenhagen unterwegs!“. Eine Anzeige ist bei der Polizei allerdings nicht eingegangen. „Wir haben keinen Zugang zur Gruppe, können den Fall auch noch nicht bestätigen“, sagt Polizeisprecherin Dörte Lemke.

Auch wenn das Erschrecken – wie das Springen aus einem Gebüsch – zunächst nicht strafrechtlich relevant sei, könne schnell eine Bedrohungssituation entstehen. Bedrohung aber kann zur Anklage führen.

Bei einer Verurteilung droht eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr. Und: „Daraus kann schnell mehr werden“, sagt Lemke, wie Körperverletzung und Nötigung. „Das ist kein Spaß und nicht lustig“, mahnt die Sprecherin.

In Menschen, denen urplötzlich eine maskierte, bedrohlich wirkende Person gegenübersteht, geht eine ganze Kaskade von Schutzreflexen los, wie der Greifswalder Psychologe und Angstforscher Prof.

Alfons Hamm sagt. „Puls und Blutdruck steigen, Muskeln werden stark durchblutet, um die Beuger zu aktivieren.“ Im schlimmsten Falle breche der Betroffene zusammen. „Ein Herzinfarkt ist aber nicht zu erwarten“, sagt der Experte. Dennoch könne man in Panik ausbrechen. Die Täter, vermutet der Forscher, wollen mit diesen Aktionen vor allem Macht ausüben.

Andere Clowns als jene in Greifswald und Rostock seien in MV bisher nicht aufgetaucht. In Schlutup bei Lübeck kam jedoch eine Frau mit dem Schrecken davon, berichtet Polizeisprecherin Isabel Wenzel.

Dort sprang ein Clown aus dem Gebüsch und ängstigte die Autofahrerin so sehr, dass sie fast in den Gegenverkehr gekommen wäre.

Cornelia Meerkatz und Michaela Krohn

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