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Gurtlos — und das Handy am Ohr?

Grimmen Gurtlos — und das Handy am Ohr?

Polizei startete thematische Kontrollen in Grimmen/ Nur drei Mobiltelefon-Sünder ermittelt

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Nahm die Kontrolle durch Polizeihauptmeister Bernd Engelbrecht mit Gelassenheit: Klaus-Dieter Henke (li.) aus Jahnkow. Fotos (3): Anja Krüger

Grimmen. Nicht jeder nahm die gestrigen Verkehrskontrollen durch die Polizei so gelassen wie Klaus-Dieter Henke. Aber der Jahnkower hatte sich auch nichts vorzuwerfen und die Polizei ihm auch nicht. Ordnungsgemäß angeschnallt war er mit seinem Pkw in Grimmen unterwegs, als ihn die Polizisten zu einer allgemeinen Kontrolle in der Orenburger Straße rauswinkten. „Und Handy am Ohr habe ich beim Fahren sowieso nie, habe ja eine Freisprechanlage“, erklärte er.

Fünf Stunden Einsatz

90 Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung registrierten die Polizisten gestern innerhalb von fünf Stunden im Bereich des Grimmener Reviers.

Drei Fahrzeugführer hatten das Handy am Ohr.

15 Personen waren nicht angeschnallt.

Ein Verkehrsteilnehmer war unter Drogeneinfluss unterwegs.

Sowohl auf das Einhalten der Gurtpflicht als auch auf das Handyverbot konzentrieren sich themenorientierte Verkehrskontrollen im Monat März, deren Auftaktveranstaltung gestern im Bereich des Polizeireviers Grimmen stattfand. 28 Beamte, die teilweise aus Stralsund, Ribnitz-Damgarten und aus Bergen zur Unterstützung kamen, waren an zahlreichen Kontrollpunkten in Grimmen, aber auch in Reinberg, Richtenberg, Tribsees und Franzburg präsent. Zweck dieser Kontrollen war und ist aber nicht, möglichst viele Sünder abzustrafen, sondern die Prävention. „Schon mit der Androhung von Sanktionen und der Präsenz von Polizeibeamten lassen sich Verkehrsteilnehmer zur Einhaltung der Straßenverkehrsordnung bewegen“, meint Nils Hoffmann-Ritterbusch, Leiter des Führungsstabes des Neubrandenburger Polizeipräsidiums.

Das zeigte sich auch gestern. Denn kaum Verstöße gegen Gurtpflicht oder Handyverbot registrierten die Beamten innerhalb ihres fünfstündigen Einsatzes. „Durch Rundfunk und soziale Netzwerke sind Autofahrer schnell informiert, wo wir stehen“, weiß Grimmens Revierleiter Maik Schröder, der darin auch den positiven Aspekt sieht — die Prävention.

So wusste auch Autofahrer Klaus-Dieter Henke bereits bei Fahrtantritt, dass er sich auf Kontrollen einstellen musste. Lediglich als Polizeihauptmeister Bernd Engelbrecht auch Warnweste, -dreieck und Sanitätskasten sehen wollte, kam er ein wenig ins Schwitzen. Warndreieck und Sanikasten konnte er schnell vorweisen. Nur die Warnweste wollte sich nicht finden lassen. „Ich habe eine“, schwor Henke.

Geduldig wartete Engelbrecht ab, ließ ihn Kofferraum, Fahrer- und Beifahrerseite seines Pkw durchkramen. Bis der Jahnkower schließlich fündig wurde. Genervt sei er keineswegs von derartigen Kontrollen. „Jetzt weiß ich wenigstens wieder, wo das Ding im Auto liegt“, sagte er und lachte. Denn seit es in Deutschland Pflicht ist, eine Warnweste im Auto zu haben — dies gilt seit Juli 2014 — habe er diese noch nie gebraucht, erklärte er und fuhr gut gelaunt weiter.

Ein wenig anders erging es einigen anderen Verkehrsteilnehmern. Insgesamt 90 Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung registrierten die Beamten gestern. Darunter waren auch drei Autofahrer, die während der Fahrt das Telefon am Ohr hatten. Leicht steigend sei die Zahl derartiger Verstöße, weiß Schröder. „Und das zieht sich mittlerweile durch alle Altersschichten.“ Abnehmend sei dagegen die Zahl der nicht angegurteten Fahrzeuginsassen. Immerhin 15 „Gurtmuffel“ wurden gestern festgestellt. „Aber das hat wohl auch etwas mit der Technik zu tun. Wer hört schon gern permanentes Gepiepe?“, meint der Revierleiter, der das Pflichtbewusstsein der Autofahrer in seinem Revier sehr positiv einschätzt.

 



Anja Krüger

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