Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Happy End nach Betrugsmasche in Wismar

Wismar Happy End nach Betrugsmasche in Wismar

Danilo Kunert hat sein Geld wieder bekommen / Berliner Firma sammelte in der Hansestadt für angeblichen Defibrillator

Wismar. Hartnäckigkeit zahlt sich aus. Mitte November meldete sich Danilo Kunert von Ollys Hausmeisterservice bei der OSTSEE–ZEITUNG, weil er Opfer einer Betrugsmasche wurde. Nicht nur er. Die Berliner Firma Defimed versuchte bei etwa 50 Wismarer Unternehmen Geld einzusacken, für einen Defibrillator an der Ostsee-Schule – den es jedoch gar nicht gibt.

 

OZ-Bild

Knapp 360 Euro hatte Kunert für den vermeintlichen Defibrillator bereits gespendet, eigentlich nur die erste Hälfte. Doch er wurde misstrauisch. „Die weitere Zahlung habe ich eingestellt und den Fall bei der Polizei angezeigt. Den Vertrag habe ich fristlos gekündigt.“ Damit, dass er sein Geld wieder bekommt, hat er nicht gerechnet. „Doch dann habe ich einen Scheck bekommen. Die erste Ratenzahlung wurde wieder auf mein Konto überwiesen und ich bin aus dem Vertrag raus“, erzählt er. „Das hat mich wirklich überrascht.“

Danilo Kunert hatte Glück, seine Anzeige bei der Polizei gegen Defimed lässt er trotzdem laufen. „Und ich rate auch allen anderen, das zu tun“, appelliert er an die lokalen Unternehmer. „Ich hatte mit mehreren betroffenen Kollegen gesprochen und allen das gleich geraten: Nicht mehr bezahlen und zur Polizei gehen. Je mehr die Betrugmasche anzeigen, desto besser!“ Er sei das beste Beispiel, dass es sich lohne. Dem Kriminalkommissariat Wismar liegen derzeit 20 Anzeigen gegen die Berliner Firma vor. Unter anderem sind zwölf Firmen aus der Hansestadt Wismar betroffen. „Ein Sachbearbeiter des Kriminalkommissariats hat für den Bereich Wismar ein Sammelverfahren eröffnet“, erklärt Polizeisprecherin Nancy Schönenberg. „Er führt umfassende Ermittlungen zur Aufklärung der Sachverhalte und zur Begründung eines hinreichenden Tatverdachts durch.“ So werden beispielsweise alle Zeugen angehört, Auskünfte von Institutionen werden eingeholt und es wird dem oder den Beschuldigten angeboten, sich zu äußern. „Die Entscheidung zum weiteren Verfahrensablauf obliegt der Staatsanwaltschaft“, erläutert Nancy Schönenberg das weitere Vorgehen. Danilo Kunert weiß: „Ich habe aus der Geschichte gelernt.

Wenn jetzt noch jemand mein Geld haben möchte, dann muss er besonders gut sein“, sagt er mit einem Lachen. Trotz Happy End findet er es dennoch ärgerlich, dass Geschäftsleute über die soziale Schiene ausgebeutet werden. „Hoffentlich haben die anderen Betroffenen auch so viel Glück wie ich.“ Vanessa Kopp

OZ

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Wolgast
Am 30. November war der Wolgaster vom Peene-Werft-Gelände aus tot aus dem Peenestrom geborgen worden.

Polizei geht von einem Unglücksfall aus und will Ermittlungen einstellen

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Aktuelle Beiträge