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Hells Angels eröffnen Clubhaus – Polizei schaut genau hin

Dierkow Hells Angels eröffnen Clubhaus – Polizei schaut genau hin

Große Kontrolle bei Anreise der Rocker in Dierkow / Zehn Strafverfahren eingeleitet wegen Drogen- und Waffenbesitz und Fahren unter Alkohol

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Die Polizei kontrollierte mit einem Großaufgebot alle jene, die zur Eröffnung des neuen Clubhauses der Hells Angels wollten. Fotos (2): Stefan Tretropp

Dierkow. Die Rockergruppe Hells Angels hat ein neues Clubhaus in Rostock. Die Eröffnung wurde am Sonnabend im Dierkower Kadammsweg groß gefeiert. Grund genug für die Polizei, einen genaueren Blick auf die Gästeliste zu werfen. 134 Beamte kontrollierten die Anreisenden auf den Zufahrtsstraßen Petridamm und Dierkower Damm, sowie im direkten Umfeld des neuen „Angels Place“.

OZ-Bild

Große Kontrolle bei Anreise der Rocker in Dierkow / Zehn Strafverfahren eingeleitet wegen Drogen- und Waffenbesitz und Fahren unter Alkohol

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In dem neunstündigen Polizeieinsatz wurden bei einigen anreisenden Einweihungsgästen Drogen gefunden, auch ein Baseballschläger lag in einem Kofferraum und wurde sichergestellt. Die Polizei hat daraufhin mehrere Strafverfahren eingeleitet. Sieben Strafanzeigen wurden wegen Verstoßes gegen das Waffen- oder Betäubungsmittelgesetz gestellt, drei wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss.

Insgesamt 60 Autos und vier Motorräder wurden am Sonnabend in der Zeit von 14 bis 23 Uhr von den Beamten untersucht. An den Kontrollstellen wurden laut Polizei 159 Personen „mit einem Rockerbezug“

festgestellt, im Umfeld des neuen Clubhauses waren es weitere 49 Personen. Nach dem Einsatz wurden von den Feierlichkeiten im neuen Clubhaus keine weiteren Störungen gemeldet, wie die Leitstelle der Polizei auf Anfrage mitteilte.

Die Kontrolle sei Teil des Konzepts zur Bekämpfung der Rockerkriminalität in Mecklenburg-Vorpommern, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Nach den tödlichen Schüssen auf ein Mitglied der Hells Angels im hessischen Gießen hatte der Bund Deutscher Kriminalbeamter vor einer ausufernden Bandenkriminalität gewarnt. Nachdem der Präsident des Charters Gießen, Aygün Mucuk (45), am vergangenen Freitag vor seinem Vereinsheim in Hessen getötet worden war, wurden weitere Racheakte in der Szene befürchtet.

In Rostock hatten Ermittler im August einen führenden Kopf der Hells Angels vorläufig festgenommen, weil er im großen Stil mit der Droge „Spice“ gehandelt haben soll. Es wurden Privat- und Geschäftsräume des 29-Jährigen in Lichtenhagen und in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt durchsucht. In seinen beiden sogenannten Headshops soll er die Mode-Droge auch an Minderjährige verkauft haben.

Mindestens vier Jugendliche mussten nach dem Konsum der Drogen mit Vergiftungserscheinungen einen Arzt aufsuchen.

Die Rostocker Hells Angels hatten ihren Sitz zuletzt in einem ehemaligen Möbelmarkt in der Martin-Niemöller-Straße in Toitenwinkel. Hier war auch ihr Textilvertrieb Red White ansässig. In dem teils leerstehenden Gebäude hat sich die Rockergruppierung am 3. September mit einer „Abrissparty“ verabschiedet und den Umzug angekündigt.

Danach wurde das neue Domizil im Kadammsweg hergerichtet. Das neue Clubhaus befindet sich abgelegen, in einem Wohnhaus, das laut Internet seit 1. März des Jahres beziehbar ist. Unter dieser Adresse war noch bis vor kurzem ein Versandhändler für skandinavische und baltische Spirituosen und Spezialitäten zu finden.

Mehrere Klubs verboten

Die Hells Angels gelten als größte Rocker-Bewegung der Welt. In vielen Ländern gibt es Hells-Angels-Vereinigungen, die regionale Klubs („Charters“) bilden. Regelmäßig werden einzelne Mitglieder oder auch ganze Rockervereine mit kriminellen Tätigkeiten oder sogar mit der Organisierten Kriminalität in den Bereichen Drogen, Waffen- und Menschenhandel sowie Prostitution in Verbindung gebracht. In Deutschland wurden in der Vergangenheit bereits mehrere Hells Angels- Klubs verboten

Doris Kesselring und Thomas Niebuhr

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