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Hunderte setzen friedlich Zeichen gegen Rassismus

Groß Klein Hunderte setzen friedlich Zeichen gegen Rassismus

Mehr als drei Mal so viele Teilnehmer wie angemeldet / Polizei begleitet die Veranstaltung mit einem Großaufgebot / Schon am Mittag Kundgebungen im Stadtteil

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„Groß Klein für alle“ lautete das Motto von Kundgebung und Demonstration rund um den Schiffbauerring.

Groß Klein. Hunderte Demonstranten haben am Sonnabend in Groß Klein ein Zeichen gegen Rassismus und für Solidarität mit Flüchtlingen gesetzt. Der Aufmarsch war eine Reaktion auf die in der letzten Zeit aufkeimende rechte Stimmung in dem Stadtteil. Das Bündnis „Rostock nazifrei“ und „Rostock hilft“ hatten zur Demonstration aufgerufen. Sie verlief friedlich.

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Mehr als drei Mal so viele Teilnehmer wie angemeldet / Polizei begleitet die Veranstaltung mit einem Großaufgebot / Schon am Mittag Kundgebungen im Stadtteil

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Bereits mittags hatte der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Uni Rostock zu einem Fest im Schiffbauerring eingeladen. Die Kundgebung des „Festival contre le racisme“ hatte die Studentenvereinigung wegen der geplanten Demo aus der KTV in den Norden der Stadt verlegt. „Wir wollen als AStA Präsenz zeigen“, sagt Franzi, die das Fest mit organisiert hatte. Sie möchte nicht mit vollem Namen in der Zeitung stehen. Mehr als 100 Gäste kamen zu der familiären Feier mit Musik und Kundgebungen. Viele von ihnen brachen dann gemeinsam zur Demonstration zur S-Bahn-Station Lichtenhagen auf.

Anlass des Aufmarsches waren Zwischenfälle in Groß Klein, als rechte Asyl-Kritiker Angst und Unsicherheit in dem Stadtteil verbreitet hatten (die OZ berichtete). Das sei noch immer spürbar, wie Christian Wenske (Linke), stellvertretender Ortsbeiratschef erklärt. „Der Stadtteil ist verunsichert“, sagt er. Weil es an Informationen fehle, könnten Rechte Gerüchte streuen – zum Beispiel, dass sich dort Salafisten organisierten. Martin Brochier, Leiter der Begegnungsstätte „Börgerhus“: „Wir wollen den Rechten klarmachen, dass sie hier nicht die Deutungshoheit haben.“

Die Aufmerksamkeit war den Demonstranten am Sonnabend sicher. Mitten durch Groß Klein führte ihre Route. Nach Angaben der Organisatoren marschierten rund 600 Rostocker, die Polizei spricht von 450 Personen an der Passage Klenow Tor, dem Startpunkt. Von rechten Demonstranten war nichts zu sehen. Sie hatten im Vorfeld in sozialen Medien angekündigt, zum „Public Viewing“ nach Groß Klein zu kommen. Lediglich am Ende der Route war „Sieg Heil“ und „Ausländer raus“ von einem Balkon zu hören.

Die Veranstaltung sei „friedlich und ohne Zwischenfälle“ verlaufen, sagt Polizeisprecherin Dörte Lembke. Links und rechts begleiteten Beamte die Demonstranten. Wie viele Polizisten im Einsatz waren, dazu möchte die Polizei keine Angaben machen. Organisatorin Isabelle Pejic hatte den Aufmarsch unter dem Titel „Gemeinsam gegen Rassismus“ angemeldet, die Demonstranten liefen dann unter dem Motto „Groß Klein für alle“. Bei der Demo gehe es nicht um Links und Rechts, sondern auch um die Zivilgesellschaft, sagt Pejic.

„Und wir hoffen, dass das auch so wahrgenommen wird“, so Pejic Mit dem Verlauf des Aufmarsches ist sie zufrieden. Mehr als drei Mal so viele Teilnehmer wie angemeldet kamen zur Demo. Außer bei Verkehrssperrungen musste die Polizei nicht eingreifen.

Philip Schülermann

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