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Internet-Gruppen rufen zur Jagd auf Grusel-Clowns auf

Rostock/Greifswald Internet-Gruppen rufen zur Jagd auf Grusel-Clowns auf

Wieder haben Maskierte in Rostock, Greifswald und auch Anklam Passanten bedroht. Die Angst vor den Horror-Clowns wächst. In den sozialen Netzwerken kursieren nun erste Aufrufe zur Gewalt. Polizei und Staatsanwaltschaft warnen aber vor Selbstjustiz.

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Mit Grusel-Maske lauern die Horror-Clowns immer häufiger auch in MV Passanten, selbst Kindern, auf (Symbolbild).

Quelle: Paul Zinken/dpa

Rostock/Greifswald. Die Serie von Attacken durch so genannte Grusel-Clowns reißt nicht ab. Aus Rostock, Hagenow, Greifswald, Anklam und Pasewalk meldete die Polizei gestern neue Vorfälle. Und die Lage droht vor Halloween weiter zu eskalieren: Im Internet wird bereits zur Selbstjustiz gegen die Maskierten aufgerufen, die in gruseligen Clown-Kostümen Passanten erschrecken oder sogar angreifen. Bei Facebook drohen Nutzer aus Rostock und Greifswald den Clowns offen mit Gewalt: „Die Jagd ist eröffnet“, heißt es explizit.

 

Polizei und Staatsanwaltschaft warnen jedoch: Gewalt sei nur in Notwehr zulässig.Allein in Rostock hatten Grusel-Clowns am Sonntag zwei Mal zugeschlagen: Im Stadtteil Lütten Klein drohte ein Maskierter einer 18 Jahre alten Frau und ihrem 21-jährigen Begleiter mit einem Morgenstern. Im Raum Greifswald und Anklam wurden sogar neun Vorfälle am Wochenende gemeldet. In Hagenow wurde eine 25-Jährige attackiert und sprühte dem Clown Pfefferspray ins Gesicht.

Sich so zu wehren, ist rechtlich in Ordnung: „Wer angegriffen oder bedroht wird, darf sich dagegen notfalls auch mit Gewalt wehren“, sagt Harald Nowack, Sprecher der Rostocker Staatsanwaltschaft. In Deutschland gebe es ein starkes Notwehr-Recht. Opfer und Zeugen dürfen die Angreifer sogar gefangen nehmen, sagt Rostocks Polizeisprecher André Täschner. „Es gibt das Festhalte-Recht. Ein möglicher Straftäter darf so lange festgenommen werden, bis er der Polizei übergeben werden kann.“

Andreas Meyer

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