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Jäger warnen vor den wilden Schweinen

SANITZ Jäger warnen vor den wilden Schweinen

Ab November beginnen Gesellschaftsjagden / Schwarzwild-Population um 300 Prozent gestiegen

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Wildschweine tauchen meistens rottenweise auf den Straßen auf.

Quelle: Fotos: Dpa/steffen Rasche, Mathias Otto

Sanitz. Große Unfallgefahr durch Tiere auf der Straße: Tierschützer und Polizei warnen vor vermehrten Wildwechseln im Landkreis Rostock. Ein Grund: Beim Schwarzwild ist in den vergangenen Jahren ein enormer Zuwachs zu verzeichnen. Jäger haben nun große Mühe, den Bestand unter Kontrolle zu bringen.

OZ-Bild

Ab November beginnen Gesellschaftsjagden / Schwarzwild-Population um 300 Prozent gestiegen

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Um den Bestand zu regulieren, starten deshalb in den nächsten Tagen an verschiedenen Stellen im Landkreis sogenannte Drück- und Gesellschaftsjagden. Also Jagden, bei denen mehrere Leute gleichzeitig teilnehmen. Bis Mitte Januar werden sie andauern. „Demzufolge ist es für Autofahrer sehr wichtig, auf Warnschilder zu achten und das Tempo zu drosseln“, so Gerhard Kusch, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Rostock/Hansestadt Rostock. Rennt ein Tier über die Straße, folgen meist die anderen. Selbst mit reduzierter Geschwindigkeit würden bei einem Zusammenstoß enorme Kräfte wirken.

„Stößt ein Autofahrer, der mit Tempo 60 unterwegs ist, mit einem 60 Kilogramm schweren Wildschwein zusammen, hat das Schwein durch die Kräfte ein Gewicht von mehr als drei Tonnen. Wie das Auto danach aussehen wird, kann man sich vorstellen“, sagt der Vorsitzende.

Außerdem ist die Brunftzeit beim Rotwild beendet. Der Jäger erklärt, dass die weiblichen und männlichen Tiere allmählich die Brunftplätze in alle Richtungen wieder verlassen. „Auch, weil jetzt die letzten Felder abgeerntet sind, suchen sich Tiere, die sich monatelang dort aufgehalten haben, neue Reviere“, berichtet Kusch.

Welche Folgen die vermehrten Wildwechsel haben können, erklärt Gert Frahm, Sprecher der Polizeiinspektion Güstrow: „In den vergangenen acht Wochen wurden im Landkreisgebiet mehr als 300 Unfälle mit Wildbeteiligung registriert.“ Auf das Jahr 2016 gerechnet sind es bis Mitte Oktober schon knapp 1400. „Die Zahl ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur unwesentlich um 20 gesunken“, sagt Gert Frahm. Unfallschwerpunkte sind dabei vermehrt im Rostocker Umland, speziell zwischen der Hansestadt und Laage, ausgemacht worden.

Die Population in den Wäldern könnte weiter anwachsen. Dazu Gerhard Kusch: „Mehr als 300 Prozent Zuwachs haben wir beim Schwarzwild beobachtet. Wo sich heute noch zehn Wildschweine befinden, tummeln sich im kommenden Jahr an gleicher Stelle mehr als 30, wenn wir nichts unternehmen würden.“ Er macht in diesem Zusammenhang auf ein europäisches Problem aufmerksam: Die Afrikanische Schweinepest, die zwar für den Menschen ungefährlich, aber auf das Hausschwein übertragbar ist. Hier liegt die Sterberate der angesteckten Tiere bei fast 100 Prozent. Bei Wildschweinen in Russland und baltischen Ländern bis zur ostpolnischen Grenze wurde dieser Virus bereits erkannt. „Wildschweine, die die Schweinepest mitbringen können, haben innerhalb eines Jahres einen Vormarsch in Richtung Westen von 60 bis 70 Kilometern gemacht“, so Kusch.

Jagdschule

Der Kreisjagdverband Rostock/Hansestadt Rostock ist auf der Suche nach Nachwuchs. Deshalb bietet er vergünstigt eine Jagdschule an. Begonnen wird am 5. November. An 15 Sonnabenden wird sich getroffen, im April die Prüfung abgelegt. Kurzfristige Anmeldungen sind noch möglich unter: www.kjv-rostock.de

Am 6. November finden Hubertusmessen statt: 9.30 Uhr Marienkirche Rostock, 14 Uhr Münster Doberan.

Mathias Otto

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