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Junge aus Syrien in Dorf Mecklenburg überfallen

Dorf Mecklenburg Junge aus Syrien in Dorf Mecklenburg überfallen

Zwei deutsche Mädchen locken den 15-Jährigen an, zwei junge Männer rauben ihn aus / Polizei stellt Tatverdächtige

Dorf Mecklenburg. Unter einem Vorwand und mit falschen Versprechungen lockten am Dienstagnachmittag zwei junge Mädchen (14 und 17 Jahre) aus Dorf Mecklenburg einen 15-jährigen syrischen Zuwanderer zum Bahnhof in Dorf Mecklenburg. Dort angekommen, überredeten die Mädchen den Syrer, sie zu ihrer Wohnung in Dorf Mecklenburg zu begleiten, so gestern ein Sprecher der Polizei. Bevor sie dort allerdings eintrafen, wurden die drei von zwei männlichen Jugendlichen (17 und 18 Jahre) aus Nordwestmecklenburg abgefangen. Während der Syrer dann an einen abgelegenen Ort in Dorf Mecklenburg gebracht wurde, entfernten sich die beiden Mädchen. Nach Polizeiangaben kennen sich die beiden Mädchen und die beiden männlichen Tatverdächtigen.

Unter Anwendung körperlicher Gewalt hätten die zwei Jugendlichen dem 15-Jährigen seine Wertgegenstände abgenommen. Um welche Form der Gewalt und um welche Wertgegenstände es sich handelte, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen.

Die beiden Tatverdächtigen hätten beim Verlassen des Geschehens dem Opfer gesagt, dass er seine Sachen zurückbekommen könne, wenn er ihnen später eine bestimmte Bargeldsumme übergeben würde. Der 15-Jährige ging zum Schein auf das Angebot ein. Er informierte jedoch die Polizei in Wismar. Die Ermittlungen führten bereits kurze Zeit später zum Erfolg. So konnten die Tatverdächtigen ermittelt und die abgenommenen Wertgegenstände gefunden werden. „Die vier Jugendlichen, die ihre Tat bisherigen Erkenntnissen zufolge offenbar arbeitsteilig begingen, erwartet nun ein Ermittlungsverfahren wegen Raubes und Erpressung“, so Polizeisprecher Axel Köppen.

Der Präventionsrat des Landkreises Nordwestmecklenburg kannte den Fall nicht. Er ist aber auch nicht für Straftaten zuständig. Eine Sprecherin sagte, dass bei Problemen die Möglichkeit besteht, präventiv tätig werden zu können. Gelder stünden bereit. Der Präventionsrat ist unter ☎ 03841 / 30405192 zu erreichen.

In Wismar wurde im Januar der Verein „Willkommen in Wismar“ gegründet. Er zählt etwa 20 Mitglieder. Hier kümmern sich Flüchtlinge um Flüchtlinge, Wismarer helfen dabei. Einer von ihnen ist Michael Deppe, zugleich stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Dot.Kom“, der sich rund um Jugendhilfe, Sozialkompetenz und demokratische Teilhabe engagiert. „Dass ein junger Syrer Opfer geworden ist, ist traurig genug“, sagt Deppe. Auch aus seiner Erfahrung als Bewährungshelfer wisse er, dass eine derartige Vorgehensweise nicht speziell nur auf Flüchtlinge abziele. Man müsste man wissen, wie der „soziale Background der Jugendliche aussieht“, so Michael Deppe.

Heiko Hoffmann

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