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Kedingshagen: Totes Baby sorgt für tiefe Betroffenheit

Klein Kedingshagen Kedingshagen: Totes Baby sorgt für tiefe Betroffenheit

Samstagabend wurde die Leiche eines neu geborenen Mädchens in einem Auto gefunden / Staatsanwalt: Todesursache noch nicht geklärt

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Viele idyllisch gelegene Häuschen wurden in Klein Kedingshagen nach der Wende gebaut. Am Sonnabend spielte sich in dem kleinen Ort der Gemeinde Kramerhof jedoch eine Tragödie ab: Ein totes Baby wurde im Kofferraum eines Autos gefunden.

Quelle: Fotos: Ines Sommer

Klein Kedingshagen. In dem kleinen Dorf vor den Toren Stralsunds ist die Betroffenheit groß. Inmitten des idyllischen Wohngebiets wurde am Samstag ein totes Baby gefunden. Das kleine Mädchen lag tot im Kofferraum eines Autos.

OZ-Bild

Samstagabend wurde die Leiche eines neu geborenen Mädchens in einem Auto gefunden / Staatsanwalt: Todesursache noch nicht geklärt

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Gegen die 33-jährige Mutter, die aus Rostock stammt und in Klein Kedingshagen Verwandte besuchte, wird jetzt ermittelt (die OZ berichtete). Sie soll das Baby im Haus ihres Schwagers zur Welt gebracht haben. Wie die Polizei am Montag mitteilte, habe das Kind bei der Geburt noch gelebt.

„Wir haben den Rettungswagen gehört, dachten, es ist ein Unfall passiert. An so etwas hat ja wirklich keiner gedacht, das ist so tragisch“, sagt eine Kedingshägerin. Und auch wenn sie die Betroffenen nicht kennt, ist sie erschüttert, dass jemand ein Baby vielleicht nicht haben möchte.

„Es gibt doch so viele Möglichkeiten heute. Man kann sich doch Hilfe holen.“ Sie könne auch nicht verstehen, dass die Angehörigen nichts von der Schwangerschaft der Frau mitbekommen haben. „Das merkt man doch“, so die leidenschaftliche Oma von mehreren Enkeln.

Auch Volker Busch ist schockiert. Der 60-Jährige ist ein alt eingesessener Klein Kedingshäger, hat sein Haus hier 1983 gebaut. „Wir haben von dem Einsatz hier im Dorf wie die meisten Anwohner nichts mitbekommen. Was ja gut ist für die betroffene Familie.“

Erst aus der Zeitung hätte er erfahren, was in dem Ort passiert sein soll. „Und das ist einfach schlimm“, findet der Mann, der für die Wählergemeinschaft seit über 25 Jahren in der Gemeindevertretung mitarbeitet.

„Wenn ich mir vorstelle, dass ich in meinem Kofferraum ein totes Baby finde... einfach grausam. Natürlich kennt man die Umstände nicht, aber trotzdem ist jetzt so ein kleines Wesen tot, das sich nicht wehren konnte. Und dafür habe ich kein Verständnis“, schüttelt Volker Busch den Kopf.

Inzwischen laufen die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwalt auf Hochtouren. „Das endgültige rechtsmedizinische Gutachten steht noch aus“, sagt Martin Cloppenburg von der Stralsunder Staatsanwaltschaft und betont, dass man noch keine genauen Aussagen zu den Todesumständen machen könne und nicht spekulieren wolle.

Wie groß muss die Not sein, wenn man sich bei der Geburt weder einer Hebamme noch einem Arzt anvertraut? Dabei gibt es nicht nur die Möglichkeit von Adoption oder Babyklappe. Seit anderthalb Jahren haben Mütter auch die Chance, ihr Baby anonym zur Welt zu bringen. „Wir sprechen von einer vertraulichen Geburt“, so Wiebke Duwe.

Die Oberärztin im Kreißsaal des Stralsunder Helios Hanseklinikums erklärt den Vorteil für in Not geratene Schwangere: „Man meldet sich bei einer Beratungsstelle, die hilft bei allen weiteren Schritten. Das Gute: Man bekommt sein Baby, ohne dass das jemand erfährt, kann aber die medizinische Betreuung in der Klinik nutzen, so dass für Mutter und Kind kein Risiko besteht. Der Staat bezahlt das.“ Selbst wenn die werdende Mutter mit Wehen vor der Kreißsaal-Tür steht, würde man die „vertrauliche Geburt“ noch organisieren können, erklärt Wiebke Duwe.

Ines Sommer

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