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Knochenreste im Garten entdeckt

Bergen Knochenreste im Garten entdeckt

Bei Erdarbeiten in Bergen kamen menschliche Überreste zum Vorschein

Bergen. Bei Erdarbeiten auf einem Grundstück am Rande der Bergener Altstadt sind am Mittwoch menschliche Überreste gefunden worden. Konkret handelt es sich um einen relativ komplett erhaltenen Schädel, um Reste einer Schädeldecke, einen Unterkiefer und weitere Knochenfragmente. Sie kamen zum Vorschein, als ein Hausbesitzer die Außenanlagen auf seinem Grundstück an der oberen Sundstraße herrichtete. Nachdem sich immer mehr Überreste fanden, informierte er die Polizei. Die konnte gestern zur Geschichte des Fundes nocht nicht viel Konkretes sagen. Nach einer ersten Begutachtung durch die Kriminalpolizei vermuten diese, dass der oder die Toten schon vor geraumer Zeit verstorben sein muss. „Wir gehen davon aus, dass die sterblichen Überreste schon eine ganze Weile dort im Boden gelegen haben müssen“, sagte Polizeisprecherin Antje Unger. Völlig unklar ist, wie die Überreste der Toten dorthin gelangten.

Das Wohn-Grundstück, auf dem sie am Mittwoch gefunden wurden, war über viele Jahre Teil eines Areals zwischen Damm- und Sundstraße, das ganz unterschiedlich genutzt wurde. „Das Gelände gehörte in früheren Zeiten zum Lyzeum, einer Höheren Töchterschule“, sagt Karl Zerning, der gemeinsam mit seiner Frau Barb seit Jahren die Bergener Stadtgeschichte erforscht. Später hätten es die Nationalsozialisten der Insel als Zentrale genutzt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zog die Polizei in das Hauptgebäude ein und etablierte dort das Volkspolizeikreisamt. Mitarbeiter des Pass- und Meldewesens hatten dort ihren Sitz, später wurde es zeitweise vom Rügener Landratsamt als Verwaltungsgebäude genutzt. Eines habe es aber ganz sicher dort nie gegeben: einen Friedhof. „Jedenfalls nicht seit dem Mittelalter“, sagen die Zernings. Bis dahin lässt sich relativ gut nachvollziehen, wo die Bergener ihre Toten beisetzten.

So habe es im 16. und 17. Jahrhundert dort, wo sich heute die Freiwillige Feuerwehr befindet, den Sankt-Jürgen-Friedhof gegeben, auf dem unter anderem Leprakranke bestattet wurden. Bis zum Jahre 1830 fanden Beisetzungen auf dem Kirchhof statt. Dann, so Karl Zerning, wurde der Friedhof an der heutigen Billrothstraße, die damals noch Klosterstraße hieß, angelegt. Als die Einwohnerzahl nach dem Ende des Krieges durch viele Flüchtlinge stieg und zahlreiche Opfer beerdigt werden mussten, richtete man den heutigen Neuen Friedhof am Stadtrand in Richtung Tilzow ein. Nachweise über Beisetzungen auf dem Gelände, auf dem jetzt die menschlichen Überreste gefunden wurden, seien ihnen nicht bekannt, so Barb und Karl Zerning übereinstimmend.

Maik Trettin

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