Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
„Kommt alle zum Famila – ich geb’ einen aus!“

Wolgast „Kommt alle zum Famila – ich geb’ einen aus!“

Wolgaster beschwor am Freitag und Sonnabend mit unheimlicher Spendierfreudigkeit und rasantem Fahren einen Polizeieinsatz herauf

Voriger Artikel
Rotes Kreuz übt unter freiem Himmel
Nächster Artikel
Unbekannte brechen in Firma ein

Polizeibeamte im Gespräch mit dem „Glückspilz“ (3.v.r.).

Quelle: Tilo Wallrodt

Wolgast. Ein spendierfreudiger Wolgaster sorgte am Freitagabend in Wolgast für Aufsehen. Mit Spray hatte er auf sein Auto geschrieben „Kommt alle zum Famila – Ich geb’

einen aus“ und war damit durch die Stadt gebraust. Mit quietschenden Reifen drehte er seine Runden, sprach zahlreiche Leute an und lud sie spontan zu seiner Feier ein. Dabei gab er vor, im Lotto gewonnen zu haben, „ so viel Geld, dass ich es gar nicht ausgeben kann.“

Doch dabei war es nicht geblieben. Auf seine Sprüche folgten Taten. Tatsächlich kaufte er im Famila massenweise Süßigkeiten und bestellte palettenweise Getränke. Mittlerweile hatten sich mehrere Neugierige, zumeist Jugendliche, am Eingang des Famila in der Wedeler Straße versammelt. Zeugen berichteten, dass der Mann, welcher als Anfang 40 geschätzt wurde, mit mehreren 500 Euro-Scheinen bezahlte und großzügig mit dem Geld umging. Unterdessen schob ein Mitarbeiter des Getränkemarktes Unmengen an Getränken – Bier, Fanta, Cola und diverse Säfte – aus dem Markt auf den Parkplatz, wo der „Lotto-Gewinner“ die Neugierigen aus dem Radio seines sportlichen Audi S6 mit Greifswalder Kurzzeitkennzeichen beschallte.

In der Stadt machte die „Spontan Party“ schnell die Runde und immer mehr Leute versammelten sich und bedienten sich an den Süßigkeiten und an den Getränken. Auch die Polizei bekam Wind von der Aktion, nahm Kontakt zum Famila-Markt auf und anschließend zum Einladenden, der bei Anbruch der Dunkelheit noch mehr Leute, selbst Eltern mit Kleinkindern, angelockt hatte.

An der Shell-Tankstelle nebenan stoppte ihn die Polizei, nach einer Durchsuchung folgte ein Alkoholtest und ein Drogenschnelltest bei dem immer aufgedrehter und verwirrter wirkenden Mann.

Mit einem Aufgebot mit mehreren Streifenwagen und einem Zivilfahrzeug beendete die Polizei den Spuk und brachte den Mann ins Wolgaster Krankenhaus. Der Neubrandenburger Polizeisprecher Norbert Kaletzki bestätigte am Sonnabend den Einsatz. „Die Kollegen haben den Mann einem Arzt vorgestellt, der ihm bescheinigte gesund zu sein. Da waren uns die Hände gebunden“, so Kaletzki. Am Samstag wiederholte sich das Szenario. Bis gestern waren die Hintergründe der Lottofeier im Dunkeln.

tw/ag

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Aktuelle Beiträge