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Lütten Kleiner fühlen sich unsicher: Polizei gibt Entwarnung

Lütten Klein Lütten Kleiner fühlen sich unsicher: Polizei gibt Entwarnung

Das Thema „Sicherheit“ beschäftigt viele Einwohner bei der OZ-Stadtteilumfrage / Quartier ist laut Polizeihauptkommissar Stefan Damrath kein Kriminalitätsschwerpunkt

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Stefan Damrath (48) ist als Leiter des Polizeireviers Lichtenhagen auch für Lütten Klein verantwortlich. Fotos (5): Johanna Hegermann

Lütten Klein. Die Einwohner in Lütten Klein machen sich Sorgen: Sie haben Fragen zur Sicherheit, beschreiben dunkle Straßenecken und bemängeln die fehlende Polizeipräsenz in ihrem Viertel. Das zumindest ist ein Ergebnis der OZ-Stadtteilumfrage. Hier steht derzeit Lütten Klein im Fokus. Doch wie sicher ist das Quartier?

OZ-Bild

Das Thema „Sicherheit“ beschäftigt viele Einwohner bei der OZ-Stadtteilumfrage / Quartier ist laut Polizeihauptkommissar Stefan Damrath kein Kriminalitätsschwerpunkt

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Erreichbarkeit des Kontaktbeamten

217 Fälle von Ladendiebstahl wurden nach Angaben der aktuellen Polizeistatistik 2015 in Lütten Klein gemeldet. 2014 waren es 245 Fälle.

Neben der 110 in Notfällen, ist das Polizeirevier Lichtenhagen unter ☎ 0381/770 72 24 oder der Kontaktbeamte Steffen Deußfeld unter der ☎ 0381/770 72 54 erreichbar.

„Sicherheit ist vielfach ein subjektives Gefühl“, sagt Polizeihauptkommissar Stefan Damrath. Er ist der Leiter des Polizeireviers Lichtenhagen und damit auch für Lütten Klein verantwortlich. Doch gerade nachts trauen sich viele Einwohner nicht auf die Straße. „Mir hat niemand etwas getan, aber ich möchte kein Risiko eingehen“, sagt Karin Thomas, die sich nur tagsüber sicher fühlt. Schon zwei Mal habe die 61-Jährige Nachbarn geholfen, die vor der Eingangstür überfallen wurden.

„Das Viertel ist bei Weitem kein Kriminalitätsschwerpunkt weder örtlich noch durch eine Schwere der Taten“, betont Damrath. Im Nordwesten steche der Stadtteil eher durch Ladendiebstähle hervor.

„Vermehrt sind Diebe am Boulevard unterwegs, weil hier viele Geschäfte nebeneinanderliegen “, sagt der Polizist. Die anderen Stadtteile in seinem Zuständigkeitsbereich weisen eine Anzahl von deutlich unter Hundert Fällen auf. 2015 habe es in Lütten Klein jedoch 217 Fälle, im Vorjahr sogar 245 Ladendiebstähle gegeben. „Insofern sind die Zahlen herausragend, aber nicht kritisch“, erklärt Damrath.

Die Aufklärungsquote liege bei weit über 90 Prozent. Ein anderer Schwerpunkt seien die Kleingärten. „Wir haben riesige Anlagen, da ist es für die Täter recht einfach, im Dunkeln einzubrechen“, sagt der Leiter des Polizeireviers. Zahlen könne er momentan nicht differenziert für den Stadtteil nennen.

Sicherheit sei auch kein großes Thema im Ortsbeirat. „Die Leute fühlen sich im Grunde nicht unsicher“, sagt die stellvertretende Vorsitzende Lisa Schröder (SPD).

Da kann ihr Sabrina Bastian nicht zustimmen. „Auf einer Skala von eins bis zehn, wobei zehn ,sehr unsicher’ ist, würde ich dem Viertel eine Acht geben“, sagt die 26-Jährige. Passiert sei ihr nie etwas, aber ohne ein Abwehrspray verlasse sie nicht das Haus. „Ich wurde schon im Bus angestarrt und einmal haben Ausländer hinter einem Busch gelauert“, erinnert sie sich. Auch Siegfried Thiele ist etwas aufgefallen. „Ich habe nichts gegen Ausländer, aber nachts würde ich als Frau hier nicht auf die Straße gehen“, sagt der 64-Jährige.

Den Ortsbeirat habe Stefan Damrath über das Thema Flüchtlinge informiert. „Durch die Unterkunft in der Möllner Straße, die in Lichtenhagen liegt, fallen die Flüchtlinge schon im Straßenbild auf“, sagt der Polizist. Doch es habe kaum Probleme gegeben. „Wir mussten nicht über das Maß hinaus eingreifen.“ Hier sei es zunächst eher schwierig gewesen zu erklären, dass man für den Nahverkehr einen Fahrschein benötige.

„Die Polizei sieht man nur, wenn sie mit Blaulicht durch die Straße ziehen“, sagt Thiele. Auch in der Stadtteilumfrage habe man sich mehr Polizeipräsenz gewünscht. „Was stellen sich die Leute darunter vor?“, fragt Damrath. Mehrmals täglich würden Funkwagen durch die Stadtteile fahren und ihre Aufträge erfüllen. „Was ist den Leuten denn lieber: stündliche Streifen oder, dass die Kollegen schnell am Einsatzort sind?“ Mit dem Personal, das ihm zur Verfügung stehe, könnten alle Aufträge erfüllt und Prioritäten gesetzt werden. „Wenn Gesundheit und Leben gefährdet sind, fahren wir dort zuerst hin“, so Damrath. Er könne die Einwohner verstehen. „Aber die Wahrnehmung ist oft individuell.“ Bei einem könnten die Rostocker jedenfalls sicher sein: „Wer Hilfe braucht, der wird sie auch bekommen.“

Johanna Hegermann

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