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MEK-Opfer fordert Hunderttausende Euro

Lutheran MEK-Opfer fordert Hunderttausende Euro

David A. kann nach dem missglückten Polizeieinsatz in Lutheran (Ludwigslust-Parchim) seinen Beruf nicht mehr ausüben. Der 27-Jährige klagt auf Entschädigung.

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Kurz nach dem Zugriff in Lutheran: Zivile Polizeiautos haben den Geländewagen, in dem David A. saß, eingekeilt.

Quelle: Michael-Günther Bölsche/dpa

Lutheran. David A. (27), dem bei einem missglückten Polizeieinsatz in Lutheran ein Auge ausgeschossen wurde, zieht vor Gericht. „Wir fordern als Entschädigung einen hohen sechsstelligen Betrag“, kündigt A.s Anwalt Benjamin Richert an.

Sein Mandant müsse mit einer dauerhaften Einschränkung leben, er könne seinen Beruf als Maler nicht mehr ausüben. Deshalb werde geklagt – gegen das Land Mecklenburg-Vorpommern oder die Stadt Hamburg: „Je nachdem, wer den Einsatz koordiniert hat.“ Das ist bislang noch nicht geklärt.

Am 12. Februar hatte das Hamburger Mobile Einsatzkommando in Lutheran (Ludwigslust-Parchim) Jagd auf den flüchtigen Zuhälter Nico S. (38), gemacht. Dabei wurde David A. mit der Kiez-Größe verwechselt. Ein Elite-Polizist schoss ihm in den Kopf. Elf Tage lag A. schwer verletzt im Koma, er verlor sein rechtes Auge.

In Greifswald soll ihm in den nächsten Tagen ein bewegliches Implantat eingesetzt werden. „Ich fühle mich sehr schlecht, der Verlust meines Auges ist ein Drama“, sagt der junge Mann. Er hatte sich von Nico S.s Mutter den Wagen geliehen, um Bleche zu transportieren. In Lutheran sei er von zwei Autos eingekeilt und gerammt worden. Die Insassen seien vermummt auf ihn zugestürmt. „Er dachte, es wäre ein Überfall, er hat keine Polizeisymbole erkennen können“, erklärt sein Anwalt.

Ob A. aus Angst Gas gegeben hat, ist unklar. Doch: „Er war nicht auf der Flucht, er wurde nicht gesucht“, gibt Richert zu bedenken.

 



Kerstin Schroeder

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