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MV schickt 500 Polizisten zum G20-Gipfel nach Hamburg

Schwerin/Hamburg MV schickt 500 Polizisten zum G20-Gipfel nach Hamburg

Jeder zehnte Beamte ist betroffen. Experten warnen vor Engpässen im Land.

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Polizeifahrzeuge in Hamburg vor dem Eingang der Messehallen, dem Tagungsort des G20-Gipfels. Die Polizei beginnt mit dem Großeinsatz. Der Gipfel findet am 7. und 8. Juli statt. 500 Polizisten aus MV unterstützen die Absicherung des Treffens.

Quelle: Axel Heimken

Schwerin/Hamburg. Neue Sicherheitsdebatte in MV: Das Bundesland wird voraussichtlich mehr als 500 Polizisten zum G20-Gipfel Anfang Juli nach Hamburg entsenden. Damit fehlt in der angespannten Urlaubszeit etwa jeder zehnte Beamte im Land. Experten rechnen mit Einschränkungen bei Bäderdienst, aber auch Verkehrspolizei.

400 bis 500 der 5900 Polizisten aus MV sollen den G20-Gipfel in Hamburg unterstützen, heißt es aus dem Innenministerium, wobei nur etwa 5000 landesweit im Vollzugsdienst sind. Beamte von Bereitschafts-, Wasserschutzpolizei, aber auch Streifenpolizisten aus der Fläche stehen auf Abruf. Auch Wasserwerfer und Munitionsbergungsdienst sind für Hamburg bereit. Derzeit würden „aufgrund des hohen Bedarfs“ weitere Möglichkeiten geprüft. Für Innenminister Lorenz Caffier (CDU) eine Selbstverständlichkeit: „Grundsätzlich unterstützen sich Länder bei großen Einsätzen immer so gut wie möglich.“ Bedingung: Die Aufgaben im eigenen Land müssten „weiterhin bewältigt werden können“.

Daran aber gibt es erhebliche Zweifel. Ein hochrangiger Polizeibeamter rechnet mit Einschränkungen bei Bäderdienst und anderen Aufgaben in MV. So würden Polizeihunde-Führer und andere Experten abgezogen. „Das in einer stark urlaubsbelasteten Zeit.“ Auch Christian Schumacher, Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP) MV, geht von Engpässen bei der Polizeiarbeit aus. Die GdP warne seit Jahren, „dass wir zu wenig Polizisten haben“, so Schumacher. „Die Kollegen sind an der Grenze der Belastbarkeit.“ Das werde jetzt bei Extremlagen wie dem G20-Gipfel „sehr anschaulich“.

Die vor einem Jahr im Landtagswahlkampf geführte politische Debatte über mehr Polizisten im Land trägt indes noch keine Früchte. 300 Beamte sollen laut SPD und CDU bald mehr in der Fläche sein. Davon sei „bisher nichts zu spüren“, sagt ein Polizist. Die Hälfte muss erst noch ausgebildet werden. Dazu stocke das Land die Zahl der Polizei-Anwärter ab Herbst auf 288 auf (2015: 154, 2016: 236), teilt das Ministerium mit. 150 Beamte sollten zusätzlich auf die Straße kommen, teils aus der Verwaltung. Fragen zur Umsetzung ließ das Ministerium gestern offen.

Frank Pubantz

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