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Mehr Raddiebstähle in Region Ribnitz

Mehr Raddiebstähle in Region Ribnitz

15 Prozent der Fahrräder waren ungesichert / Teuerstes Gefährt 2700 Euro wert

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Ribnitz-Damgarten/Stralsund In den Urlaubsorten der Region sind in diesem Jahr deutlich mehr Fahrräder gestohlen worden als noch 2015. Besonders betroffen sind Ribnitz-Damgarten , Fischland-Darß und die Insel Rügen. War der Trend beim Raddiebstahl jahrelang rückläufig, sind die Zahlen jetzt teilweise stark angestiegen. Das geht aus den Informationen hervor, die die Polizei auf OZ-Anfrage herausgegeben hat.

Bis Ende August sind im Polizei- Bereich der Bernsteinstadt 67 Räder gestohlen worden. 50 Anzeigen liegen vor. „Viel zu viele“, schätzt Polizeirevierleiter Marco Stoll ein. Im vergangenen Jahr seien es um diese Zeit 37 Diebstahlanzeigen zwischen Marlow und Ahrenshoop gewesen. Das teuerste Rad, das 2016 entwendet wurde, war etwa 2700 Euro wert.

Außerdem werden Diebe bei ihren Touren offenbar immer dreister. So holten sie in Ahrenshoop gleich drei Fahrräder vom Dachgepäckträger einer Urlauberfamilie. Polizeirevierleiter Stoll spricht in dem Fall von einem hohen Sachschaden. Viele Diebstähle in den Ferienorten passierten an Unterkünften oder auch an Parkplätzen und Strandzugängen. Wichtig sei vor allem eines: das Fahrrad richtig anzuschließen. Denn jedes sechste verschwundene Rad in der Region war in diesem Jahr „ungesichert abgestellt“, so Stoll.

Ilka Pflüger, Sprecherin der Polizeiinspektion Stralsund, appelliert deshalb an die Besitzer: „Haben Sie Ihr Fahrrad nach Möglichkeit immer im Blick. Schließen Sie den Rahmen und die beiden Räder stets an fest verankerten Gegenständen an.“ Häufig würden Räder zwar mit Schlössern abgeschlossen, aber nirgendwo fest angeschlossen. Das heißt, sie können nach dem Motto „Gelegenheit macht Diebe“

weggetragen werden.

Ähnlich negativ haben sich die Zahlen auf Rügen entwickelt. In Bergen hat sich die Vorjahreszahl der Diebstahlanzeigen von 15 auf 33 mehr als verdoppelt. Sassnitz verzeichnet vier mehr als noch 2015. Im Gegensatz dazu verzeichnen die Hansestadt Stralsund und Grimmen sowie Barth rückläufige Zahlen. Vor allem in Stralsund sanken die Anzeigen innerhalb eines Jahres – von 256 auf 206. Grimmen hatte 2016 bisher 36 angezeigte Fälle. Zuvor waren es 51.

Auch Barth , zu dessen Revier unter anderem die Urlaubsorte Zingst und Prerow gehören, hat weniger Diebstähle zu verzeichnen – hier waren es 76 Anzeigen statt 89. Der Gesamtwert liegt im Vergleich zu Ribnitz-Damgarten (50) allerdings immer noch höher.

Gegen die steigenden Diebstähle will der Ribnitzer Polizeirevierleiter unter anderem mit Präventionsmaßnahmen vorgehen. Im Saisonrat Fischland-Darß-Zingst wolle man sich mit den anderen Zuständigen über das Aufstellen von mehr Fahrradbügeln zum Anschließen an den Stränden und Parkplätzen einsetzen.

„Die Zahlen bei uns sind ja schon alarmierend, deshalb müssen wir das Thema mit aufs Tableau bringen“, sagt Stoll. Die Polizei-Fahrradstreife, die im Sommer auf Fischland-Darß unterwegs ist, sensibilisiere zudem die Leute vor Ort. Perspektivisch will die Polizei auch im Verkehrsunterricht den Fokus mehr auf das Thema Diebstahl lenken.

Raddiebstahl empfänden manche Jugendliche als Kavaliersdelikt, wenn sie ein altes Rad „zum unsachgemäßen Gebrauch“ entwenden, um es dann irgendwo liegen zu lassen. „Ein Diebstahl bleibt es trotzdem.

Auch wenn der Wert gering ist“, betont Stoll. Die Chancen ein hochwertiges Fahrrad wiederzufinden, stehen im Allgemeinen nicht gut. Denn dort stammen die Täter oft aus dem Milieu der Bandenkriminalität.

Halbe Million Euro Schaden jährlich

15 Prozent der Fahrräder, die in den letzten Monaten im Bereich Ribnitz-Damgarten und Fischland-Darß gestohlen wurden, waren gar nicht angeschlossen oder nicht gesichert abgestellt.

Der entstandene Schaden durch Fahrraddiebstahl im Kreis Vorpommern-Rügen bewegt sich pro Jahr zwischen 500000 und 550 000 Euro. Bis Ende August 2016 kam ein geschätzter Schaden von 220 000 Euro zustande. Laut Polizei weichen die Schadenshöhen von denen der Versicherungen ab.

Die Polizei empfiehlt Fahrräder von Verkehrswacht oder Polizei codieren zu lassen, um die Chancen ein gestohlenes Rad wiederzufinden, zu verbessern. Auch Rahmennummer und ein Foto des Rades können bei der Suche helfen. Viele Fundräder können oft nicht zugeordnet werden.

Virginie Wolfram

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Tribsees
Die Polizei bittet um Hinweise.

In Tribsees (Landkreis Vorpommern-Rügen) schnitten der oder die Täter den Zaun eines Solarfeldes im Grammendorfer Weg auf, montierten die Module und verschwanden anschließend damit.

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