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Mehr Unfälle im Landkreis

Güstrow Mehr Unfälle im Landkreis

Immer mehr Raser auf den Straßen unterwegs: 100000 Geschwindigkeits- verstöße seit Jahresbeginn / Wildcrashs nehmen drastisch zu

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Drastisch zugenommen haben Wildunfälle.Michael Fengler Sprecher des Landkreises

Güstrow. Es wird zu schnell gefahren auf den Straßen des Landkreises Rostock. Rund 100000 Geschwindigkeitsverstöße wurden seit Jahresbeginn von Polizei und Landkreis registriert. Bei etwa 3500 Verkehrskontrollen haben die Beamten der Polizeiinspektion Güstrow in diesem Jahr bislang über 34000 Temposünder festgestellt. Der Landkreis Rostock hat seit Jahresbeginn 1332 mobile Verkehrskontrollen durchgeführt und an vier stationären Messanlagen in Sievershagen, Bentwisch, Güstrow und Nienhagen bei Teterow eifrig geblitzt. Fazit: 65946 Fahrzeugführer waren zu schnell unterwegs. Einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr können Polizeisprecher Gerd Frahm und Kreissprecher Michael Fengler allerdings noch nicht erkennen. „Aber wir haben mehr Verkehrsunfälle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum“, berichtet Polizeihauptkommissar Frahm. Im Jahr 2016 ereigneten sich im Kreisgebiet 7317 Verkehrsunfälle, 360 mehr als 2015. Dabei wurden 13 Menschen getötet, sieben weniger als 2015.

 

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Wir haben mehr Verkehrsunfälle als im Vorjahreszeitraum.Gerd Frahm Sprecher der Polizeiinspektion

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Erst vor einigen Tagen endete ein Unfall auf der Autobahn 20 tödlich. Ein 82-Jähriger war auf der Warnowtalbrücke in seinem Mercedes mit einem Lastwagen kollidiert. Zwei Tote, zwei Schwer- und ein Leichtverletzter waren Ende August bei einem Unfall auf der B 110 bei Sanitz zu beklagen.

„Weniger Verkehrstote, aber leider mehr Verletzte weist die Unfallstatistik 2016 aus“, berichtet Kreissprecher Fengler. Die Zahl der Verletzten stieg von 929 (2015) auf 951. Hauptunfallursachen sind nach wie vor überhöhte Geschwindigkeit, Nichtbeachten der Vorfahrt, Alkohol am Steuer und falsches Überholen. Wobei die tempobedingten Unfälle seit 2012 von 164 auf 125 (2016) zurückgegangen sind.

Bei Alkoholfahrten krachte es im vergangenen Jahr 66 mal, 2012 geschah dies noch 83 mal. Deutlich angestiegen sind die Überholcrahs, von 33 (2012) auf 57 (2016). „Drastisch zugenommen haben Wildunfälle“, bemerkt Michael Fengler. 2177 tierische Begegnungen mit überwiegend Blechschäden hatten Fahrzeugführer im vergangenen Jahr. Das sind 29,8 Prozent aller aufgenommenen Verkehrsunfälle.

Im Herbst steigt das Risiko, auf der Straße mit Wild zusammenzustoßen. Die Polizei mahnt daher zu besonderer Vorsicht, vor allem in der Abenddämmerung. Ein besonders schwerer Wildunfall hatte sich Mitte August im Landkreis in der Nähe von Krakow ereignet. Ein Motorradfahrer kam dabei ums Leben. Der 52-Jährige war mit mehreren Bikern in der Schwinzer Heide unterwegs, als plötzlich ein Rudel Rotwild über die Straße lief. Ein Hirsch prallte gegen das Motorrad, der Biker stürzte und erlag seinen Verletzungen im Krankenhaus.

Auffällig in der Unfallstatistik ist, dass weniger junge, dafür deutlich mehr ältere Verkehrsteilnehmer Unfälle verursachen. So waren 2012 noch 934 Menschen zwischen 18 und 25 Jahren schuldhaft an Verkehrsunfällen beteiligt, im vergangenen Jahr waren es 664. In der Altersgruppe ab 75 Jahre ist die Zahl der Verursacher in den letzten fünf Jahren laut Statistik indes von 271 auf 413 stetig angestiegen.

Alle Unfälle werden analysiert und ausgewertet. Landkreis Rostock und Polizeiinspektion Güstrow arbeiten in der Verkehrsunfallkommission eng zusammen und erarbeiten Maßnahmen zur Entschärfung von Unfallschwerpunkten. Kreissprecher Fengler verweist auf zwei Konfliktpunkte, an denen die Verkehrssituation sicherer werden soll. Auf der Landesstraße 37, ehemals B 103, am Abzweig Kirch Rosin bei Güstrow soll langfristig der Verkehrsknoten umgestaltet werden. „Kurzfristig wird es Geschwindigkeitsbegrenzungen und eine längere Überholstrecke geben“, kündigt Fengler an. Des weiteren gab es in der Friedensstraße in Gnoien (B110) am Einkaufsmarkt Netto vermehrt Unfälle mit Fußgängern. Mit Geländern an der Straße sollen die Fußgänger sicher zur Ampelquerung geleitet werden.

Doris Deutsch

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