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Nach B 96-Neubau: Unfallzahlen bleiben hoch

Bergen Nach B 96-Neubau: Unfallzahlen bleiben hoch

Vergleich der Vorjahre zeigt: Verkehr fließt schneller / Staus verlagert

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Seit Eröffnung der neuen B 96 Ende 2015 läuft der Verkehr zwischen Altefähr und Samtens flüssiger, aber nicht gefahrloser.

Quelle: Foto: Frank Levermann

Bergen. Die Zahl der Verkehrsunfälle zwischen Altefähr und Samtens ging seit Freigabe der neuen, dreispurigen Bundesstraße 96 nicht deutlich zurück. So lautet die Einschätzung der Polizei auf eine entsprechende Anfrage der OSTSEE-ZEITUNG für die Jahre 2015 und 2016. Die Zahlen vergleichen die Unfälle auf der alten Straße 2015 mit den zusammengezählten Unfällen auf der alten und neuen Straße 2016. „Diese Werte liegen auf einem nahezu gleichbleibenden Niveau“, kommentiert Polizeisprecherin Antje Unger.

OZ-Bild

Vergleich der Vorjahre zeigt: Verkehr fließt schneller / Staus verlagert

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Weil die neue B 96 frei von Ampeln und Kreuzungen ist, ist sie zwar schneller, nicht aber gefahrloser zu befahren. Den aktuellen Zahlen zufolge kam es im Jahr 2015 auf der alten B 96 insgesamt zu 108 Verkehrsunfällen (20 Unfällen mit verletzten Personen und 88 Unfällen mit Sachschaden). Im darauffolgenden Jahr ereigneten sich im selben Abschnitt auf beiden Straßen zusammen 98 Verkehrsunfälle (15 mit Personen-, 83 mit Sachschaden). Diese verteilten sich wie folgt auf den alten (heutige L 296) und den neuen Abschnitt (dreispurige Bundesstraße): Auf der L 296 kam es zu 33 Unfällen (vier mit Personen- und 29 mit Sachschaden). Auf der neuen B 96 kam es zu insgesamt 65 Unfällen (elf mit Personen- und 54 mit Sachschaden).

Bis dato also zumindest noch keine Antwort auf die vor drei Jahren nach schweren Unfällen durch eine große Boulevard-Zeitung formulierte Frage: „Welcher Fluch liegt auf dieser Straße?“ Dass trotz des sich auf zwei Straßen verteilenden Verkehrsaufkommens kein markanter Rückgang der Unfallzahlen zu verzeichnen ist, wundert Bernd Freitag nicht. Der Bergener Rechtsanwalt ist seit Gründung der „Rügener Verkehrswacht“ deren Vorsitzender und Mitinitiator der Kampagne „Auf Rügen mit Licht“.

„Die dreispurige Regelung mit wechselseitiger Überholmöglichkeit stellt besondere Anforderungen an die Fahrer , welche die Länge ihres Überholwegs genau abschätzen müssen“, so Freitag. Die Überholspuren hätten jeweils eine Länge von nur einem bis anderthalb Kilometern. So werde es vielfach an der Zusammenführung der Spuren eng, was zu Gefahrensituationen führe. „Wenn ich einen mit Tempo 80 fahrenden Laster überholen will, kann ich das manchmal nur erreichen, indem ich deutlich schneller als die erlaubten 100 Stundenkilometer fahre“, sagt Freitag. Dasselbe gelte für den Fall, in welchem es bei der Erweiterung von einer auf zwei Spuren schon zu Auffahrunfällen oder Karambolagen aufgrund unterschiedlicher Beschleunigung beim Ausscheren gekommen sei. „Ich hoffe, dass sich die Insulaner darauf künftig noch besser einstellen.“

Ob die neue, durchgehende Straße häufiger zu Temposünden verleitet, kann die Polizei noch nicht einschätzen. Insgesamt seien auf der neuen Kraftfahrstraße im vergangenen Jahr 2141 Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt worden. Davon 1754 im Verwarnungsgeld- und 387 im Bußgeldbereich. Das bedeute, „dass im Durchschnitt nicht mehr Fahrzeugführer zu schnell fahren, als im Vergleich zu anderen Messstrecken im Bereich der Polizeiinspektion Stralsund“, entwarnt Antje Unger.

Eine Veränderung habe sich allein hinsichtlich der Staus ergeben. Stockte der Verkehr bis zur Freigabe der neuen Straße vorzugsweise im Bereich der Bahnübergangsampel von Samtens, „wurde danach festgestellt, dass bei hohem Verkehrsaufkommen Staus auf der B 96 im Bereich Bergen zu verzeichnen waren“, so Unger. „Inwiefern sich die Fertigstellung der B 96 bis Bergen auf derartige Staus auswirke, bleibt abzuwarten.“ Auch dieses Thema hatte unlängst bundesweite Beachtung gefunden, als ein Fernsehsender die Reportage „Auf Rügen ist die Hölle los!“ ausstrahlte, welche die Situation auf Rügen schildert, wenn an zwölf Wochenenden im Sommer über eine Million Besucher anreisen.

Uwe Driest

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