Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Nach tödlicher Messerattacke: Tatverdächtiger stellte sich

Stralsund Nach tödlicher Messerattacke: Tatverdächtiger stellte sich

Nach mehreren Tagen intensiver Fahndung war der Druck auf den 41-Jährigen so groß, dass er am Sonntagabend zur Polizei ging

Stralsund. Der Stralsunder, nach dem letzte Woche im Stadtgebiet intensiv gefahndet wurde, hat sich am Sonntagabend selbst der Polizei gestellt. Der 41-Jährige wird verdächtigt, einen 61-jährigen Bekannten erstochen zu haben. Gestern hat die Staatsanwaltschaft Stralsund Haftbefehl erlassen.

Das Opfer wurde am vergangenen Dienstagnachmittag in seiner Wohnung in einem Hochhaus mit einem Messer in der Brust tot gefunden (die OZ berichtete). Wie die Obduktion einen Tag später ergab, war dies die Todesursache. Außerdem war bei dem Treffen in besagter Wohnung reichlich Alkohol im Spiel, bevor die Situation zwischen den drei Kumpanen offenbar eskalierte.

Zunächst konzentrierten sich die Ermittlungen der Kripo auf einen 37-Jährigen, der in der Nähe gesehen wurde und schnell geschnappt werden konnte.

Aber nach umfangreichen Vernehmungen hat man ihn wieder frei gelassen. Stattdessen nahm die Polizei einen 41-jährigen Stralsunder ins Visier, der ebenfalls mit dem Opfer bekannt war. Nachdem die Polizei am Donnerstag die Öffentlichkeit um Mithilfe gebeten hatte, gingen zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung ein. Das führte zu mehreren Fahndungsmaßnahmen, die zunächst aber ohne Ergebnis blieben. Selbst nach einer groß angelegten Suche von Polizeihauptrevier und Bereitschaftspolizei am Sonntag konnte der mutmaßliche Gewalttäter nicht geschnappt werden.

Und dennoch führte die öffentlichkeitswirksame Fahndung zum Erfolg, denn der Gesuchte meldete sich schließlich am Sonntagabend bei der Polizei in der Böttcherstraße und stellte sich freiwillig.

Offensichtlich war der psychische Druck, den so eine intensive Fahndung auslöst, zu groß für den Mann, der sich nirgendwo mehr sicher fühlte. Nach den ersten Vernehmungen durch die Kriminalisten verbrachte der Tatverdächtige die Nacht in einer Stralsunder Gewahrsamszelle und wurde gestern Nachmittag dem Haftrichter vorgeführt. Der entschied, dass der Mann in Untersuchungshaft geht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen ihn wegen des Verdachts des Totschlags.

Ines Sommer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Rostock
Streifenwagen in der Ibsenstraße in Rostock: Die Polizei hält jeden Rechtsverstoß fest und sammelt die Informationen in diversen Datenbanken.

Wann Informationen nach Delikten gelöscht werden, bleibt offen. Die FDP spricht von
einem „Schnüffelstaat“. Grüne kritisieren Lücken beim Thema Korruption.

mehr
Mehr aus Aktuelle Beiträge