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Neue Masche: Klebe-Falle in Geldautomat

Stadtmitte Neue Masche: Klebe-Falle in Geldautomat

Polizei und LKA warnen vor Betrugs-Trick / Automat in Innenstadt mit Klebeband manipuliert

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An diesem Automaten kommt noch Geld raus: Eine andere Maschine hatten Betrüger mit Klebeband manipuliert.

Quelle: Ove Arscholl

Stadtmitte. Die Falle war von außen nicht zu sehen, versteckt im Inneren der Maschine. Wie viele Menschen die Kriminellen mit dem Trick um ihr Geld gebracht haben, ist bisher völlig unklar. Doch die Polizei in der Hansestadt warnt: Bislang unbekannte Betrüger machen sich in Rostock wieder an Geldautomaten zu schaffen. Sie manipulieren Geräte so, dass die Nutzer nicht an ihr Geld kommen — es aber dennoch vom Konto abgebucht wird.

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Polizei und LKA warnen vor Betrugs-Trick / Automat in Innenstadt mit Klebeband manipuliert

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Bisher konnte die Polizei eine solche Falle entschärfen — an einem Automaten „in der Innenstadt“. Um welchen Standort es sich genau handelt und zu welcher Bank er gehört, wollte Polizeisprecherin Dörte Lembke gestern nicht sagen. Die Tat soll sich bereits im Laufe des Wochenendes ereignet haben. Die Manipulation fiel allerdings erst am Montag einer Mitarbeiterin des betroffenen Kreditinstitutes auf. „Die Bank hat sofort unsere Ermittler informiert“, sagt Lembke.

Die Fachleute der Rostocker Kripo sprechen bei der aktuellen Masche vom sogenannten „Cash Trapping“ — zu Deutsch von einer „Geldfalle“. „Die Täter haben es nicht auf die Bankdaten der Kunden abgesehen, sondern direkt auf das Bargeld, das sie abheben wollen“, erklärt Lembke.

Und das funktioniert so: Die Betrüger bringen über dem Geldausgabe-Schlitz der Automaten zunächst eine täuschend echt aussehende Attrappe an. Am wirklichen Ausgabe- Schlitz befestigen sie derweilen ein Klebeband — an dem bleibt dann das Geld, das die Kunden abheben wollen, hängen. „Die meisten Kunden vermuten, dass der Automat eine Fehlfunktion habe und ihr Konto nicht belastet werde“, sagt Lembke. Wie viele Rostocker auf die Masche reingefallen sind, sei unklar. Die betroffene Bank arbeite daran, die Zahl der Opfer und deren Kontaktdaten zu ermitteln, heißt es aus Ermittlerkreisen.

Auch für das Landeskriminalamt (LKA) ist die „Cash Trapping“Masche nicht neu: Immer wieder gäbe es solche Fälle im Land. Genaue Zahlen kann die Behörde nicht nennen. Aber: „Das sind zum Glück Einzelfälle. Denn die Täter gehen dabei ein hohes Risiko ein“, sagt Synke Kern, die Sprecherin des LKA. Denn um an ihr Geld zu kommen, müssen die Betrüger in der Nähe bleiben. Sie müssen das „erbeutete“ Geld aus dem manipulierten Schacht holen, bevor der nächste Kunde den Automaten nutzen will. „Wir gehen deshalb davon aus, dass diese Masche vor allem an Wochenenden oder außerhalb der Bank-Öffnungszeiten angewandt wird — und gerne an Automaten, die sich im Freien befinden“, so Kern. Reiche Beute sei für die Kriminellen ebenfalls nicht zu erwarten: „In der Regel heben die Kunden Beträge zwischen 50 und 100 Euro ab.“ Polizei und LKA raten Bankkunden, vor dem Geldabheben sich den Automaten genau anzuschauen.

Synke Kern räumt aber ein: „Die Attrappen sind schwer zu erkennen.“ Sollte der Automat kein Geld auswerfen, obwohl zuvor alles reibungslos gelaufen ist, sollten sich die Nutzer sofort an die Bank oder aber an die Polizei wenden. „Bitte bleiben Sie unbedingt am Automaten stehen, warten Sie dort auf Hilfe. Denn wenn Sie weggehen, holen sich die Täter das Geld und sind weg“, sagt Karin Schönmeier, Sprecherin der Rostocker Ostseesparkasse (Ospa). Die Bank wisse von den aktuellen Vorfällen, sei vom „Cash Trapping“ aber noch nie betroffen gewesen. „Im Einzelfall würden wir prüfen, ob wir den Kunden den Schaden erstatten. Verpflichtet sind Banken dazu aber nicht.“

Schon einmal waren in Rostock Geldautomaten manipuliert worden: Im Juli 2011 entdeckte die Kripo Fallen an insgesamt vier Automaten in der Innenstadt und im Hansaviertel. Kein Thema mehr ist indes das sogenannte „Pishing“, das illegale Auslesen der Kartendaten durch Betrüger. „Da gab es zuletzt keine Fälle mehr“, so LKA- Sprecherin Kern.

Von Andreas Meyer

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