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Neue Technik für die Marlower Feuerwehr

Marlow Neue Technik für die Marlower Feuerwehr

Fahrzeug kostet 171 000 Euro und wird in Gresenhorst stationiert

Marlow. . Ein neues Löschfahrzeug haben die Marlower in Betrieb genommen. Gekostet hat es rund 171000 Euro.

Die Inbetriebnahme ist ein Beispiel dafür, dass Wunscherfüllung manchmal Jahre dauert. In diesem Fall fünf. 2011 waren die Marlower daran gegangen, ihr in die Jahre gekommenes Löschfahrzeug zu ersetzen. Das LF, Rufname Pluto, war mal in den 1990er-Jahren aus dem schleswig-holsteinischen Gettorf gekommen, einer der Partnergemeinden von Marlow.

Das neue Fahrzeug wurde geplant und beantragt. Dann kam aber (fast) alles anders. Dazu muss man wissen, dass Marlow eine Flächenstadt mit 26 Ortsteilen ist. Von der Feuerwehrstruktur her gibt es die Gemeindefeuerwehr Marlow, diese hat zwei Einheiten, Jahnkendorf/Marlow und Bartelshagen/Gresenhorst. Und somit vier Standorte für die Feuerwehrpräsenz.

Das Es-kam-alles-anders hat mit Gresenhorst zu tun. Auch dort stand ein betagtes, mehr als 30 Jahre altes Fahrzeug. „Es kam dann nicht mehr durch den Tüv“, schildert der Gresenhorster Werner Dethloff die Situation vor zwei Jahren. So standen die Einsatzkräfte plötzlich ohne eigenes Fahrzeug da. Zwar halfen die Jahnkendorfer zwischenzeitlich aus, eine Dauerlösung konnte und sollte das aber nicht sein. So entschloss man sich in Marlow, das neue und beantragte Löschfahrzeug statt in Marlow in Gresenhorst zu stationieren. Und abgesehen davon dennoch für den „Pluto“ – das Fahrzeug ist jetzt 44 Jahre alt – am Standort Marlow einen Ersatz zu beschaffen.

Mit einer Festveranstaltung wurde nun im Marlower Gerätehaus die Übergabe des neuen Fahrzeuges begangen, bei ihm handelt es sich um ein MLF, das Kürzel steht für Mittleres Löschfahrzeug. Besetzt wird es im Einsatzfall von sechs Einsatzkräften, das Fahrzeug hat auch die Möglichkeit, 1000 Liter Wasser mitzuführen. Fahrgestell und Aufbau hat die Firma Magirus gefertigt, die Ausstattung kommt von der Firma Ziegler.

Wie wichtig das Fahrzeug ist, zeigen die Einsatzzahlen der Feuerwehr. „Bisher waren es in diesem Jahr 40 Einsätze“, erläutert Wehrführer Michael Rybicki. Dazu zählten 16 Brandbekämpfungen und 18 technische Hilfeleistungen.

Ein neues Löschfahrzeug anzuschaffen, das schafft heutzutage kaum eine Kommune nur mit eigenem Geld. Das ist in Marlow nicht anders gewesen. Das neue Fahrzeug kostete exakt 171 421 Euro, wovon der Großteil Fördergelder waren. Auf die Stadt entfiel ein Eigenanteil von 67 721 Euro, erläutert Bürgermeister Norbert Schöler. Ein neues Fahrzeug ist nun da, ein weiteres wird als Pluto-Ersatz gebraucht. „Wir hoffen auf ein Tanklöschfahrzeug, das dann auch 3000 bis 4000 Liter Wasser mitführen könnte“, so Norbert Schöler: „Darauf zielt unser Förderantrag“. Und der soll Anfang 2017 gestellt werden.

Wünsche nach neuer Technik gibt es in Vorpommern-Rügen zahlreich. Kreiswehrführer Gerd Scharmberg hat den Überblick. Und er kennt die Chancen, Gemeinden und Feuerwehren bei den Anschaffungen zu unterstützen. Das Land kann Geld dazu geben, beispielsweise über die sogenannten Sonderbedarfszuweisungen. Auf Kreis-Ebene werden alljährlich die Gelder aus der Feuerschutzsteuer aufgeteilt. „Sie werden so vergeben, dass möglichst viele Synergieeffekte entstehen“, erklärt Gerd Scharmberg. Und auch, dass die Feuerwehr überörtliche Aufgaben erfüllt, ist ein wichtiges Kriterium. So konnte die Feuerwehr Bad Sülze voriges Jahr ein Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20 anschaffen. Bei Gesamtkosten von 365 000 Euro wurde das Gros der Anschaffung gefördert, die Stadt Bad Sülze steuerte 24 000 Euro Eigenanteil bei.

Nicht alle Wünsche aber werden erfüllt. In Marlows Nachbargemeinde Dettmannsdorf war das Fahrzeug jetzt auch nicht mehr einsatzfähig. Nachdem klar war, es gibt keine Förderung, hat die Gemeinde ein gebrauchtes, aber einsatzfähiges Fahrzeug gekauft. Das steht nun im Gerätehaus in Dettmannsdorf-Kölzow. Die Feuerwehr kann wieder ausrücken – in einem Ort mit Schule, Kita und einigen Unternehmen enorm wichtig.

Peter Schlag

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