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Neun Drogentote: Rauschgiftkriminalität im Land wächst stetig

Rampe/Rostock Neun Drogentote: Rauschgiftkriminalität im Land wächst stetig

Neun Menschen starben im vorigen Jahr in MV am Drogenkonsum, darunter ein 14-jähriges Mädchen. Immer mehr Kinder und Jugendliche werden mit Rauschgift erwischt. Den Stoff zu besorgen, ist der Polizei zufolge nicht schwer.

Rampe/Rostock. Drogenhandel und -konsum beschäftigen die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern immer häufiger. Im vorigen Jahr registrierte das Landeskriminalamt (LKA) 5488 Fälle, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Das waren 717 Fälle (15 Prozent) mehr als im Jahr zuvor, sagte Rauschgiftdezernent Stefan Kellermann. 2007 waren 3425 Delikte festgestellt worden. Neun Menschen starben 2016 am Drogenkonsum, davon drei Frauen. So viele Tote waren es 2008 zuletzt gewesen. Jüngstes Opfer war eine 14-Jährige in Rostock. Im Bundesländervergleich hat Mecklenburg-Vorpommern dem LKA zufolge aber die wenigsten Rauschgifttoten je 100 000 Einwohner.

LKA-Direktor Ingolf Mager sagte, die Zahl der tatverdächtigen Kinder und Jugendlichen, die Rauschgift konsumieren oder Handel betreiben, wachse kontinuierlich an. „Das ist eine Entwicklung, die wir mit Sorge betrachten.“ 2011 seien 244 Tatverdächtige zwischen 14 und 18 Jahren erwischt worden, 2016 seien es mit 680 mehr als zweieinhalb mal so viele gewesen. 30 Prozent der Drogenkriminalität entfalle auf Kinder, Jugendliche und junge Leute bis zu 21 Jahren. 8,1 Prozent der Tatverdächtigen insgesamt seien Ausländer, an erster Stelle Syrer.

Mager sieht eine Ursache für das Wachstum der Drogenkriminalität in der Diskussion um die Legalisierung von Cannabisprodukten: „Sie hat dazu geführt, das Risikobewusstsein zu senken.“ Damit würden auch andere Drogen bagatellisiert. Der Trend sei europaweit zu beobachten.

Die meisten Drogendelikte würden bei Kontrollen im Straßenverkehr oder bei Veranstaltungen aufgedeckt. Der größte Fund 2016 waren 85,5 Kilogramm Cannabis in einem Auto auf der A19. Der Fahrer hatte den Stoff lose in den Kofferraum geschüttet und in Tüten zwischen den Sitzen verstaut.

Das LKA sieht in Mecklenburg-Vorpommern feste Strukturen für Beschaffung und Vertrieb von Rauschgift. „Die Verfügbarkeit ist über das Internet sehr einfach“, sagte Kellermann. Größtenteils erfolge der Handel über das Darknet. Zunehmend würden auch sogenannte neue psychoaktive Stoffe gefunden, auf die 2016 drei Todesfälle im Land zurückzuführen waren. Für den Konsumenten sei es schwierig, sie richtig zu dosieren.

dpa/mv

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