Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Pilzköpfe und Kugelkameras: Hauseigentümer rüsten auf

Ribnitz-Damgarten Pilzköpfe und Kugelkameras: Hauseigentümer rüsten auf

Nach Einbruchserien wie zuletzt in Bad Sülze ist die Nachfrage besonders groß / Fenster und Türen sind oft Schwachstellen / Beratungsstelle der Polizei gibt Tipps

Ribnitz-Damgarten. Im vergangenen Jahr gab es im Bereich Ribnitz-Damgarten 56 Wohnungseinbrüche. Und auch in diesem Jahr haben Einbrecher bereits mehrfach zugeschlagen, so hat es Mitte Mai die Eigentümer eines Einfamilienhauses im Ortsteil Klockenhagen erwischt. Wie so häufig drangen der oder die Täter über ein Fenster ins Haus ein. Erbeutet wurden Bargeld und Schmuck.

Der Gesamtschaden wurde auf mehrere tausend Euro beziffert.

Wer es sich leisten kann, rüstet nach oder investiert gleich in neue Türen, Fenster und Schlösser oder Videoüberwachung. Der Bedarf ist groß, die Auftragsbücher von Unternehmen in der Region, die Sicherheitstechnik anbieten, sind gut gefüllt.

Der letzte Auslöser „Besonders nach Mehrfacheinbrüchen wie Ende vorigen Jahres in der Ribnitzer Richard-Suhr-Siedlung kommen die Leute zu uns“, erläutert Roland Köhn, Geschäftsführer der KSG Roland Köhn GmbH Ribnitz-Damgarten. „Oft sind es Haus- und Wohnungseigentümer oder Mieter, die sich schon längere Zeit mit dem Gedanken tragen, in den Einbruchschutz ihres Hauses oder Wohnung zu investieren, dieses Vorhaben jedoch auf die lange Bank schieben. Wenn es dann aber wieder Einbrüche in der Stadt gibt, sind diese oft der letzte Auslöser, dieses Vorhaben auch in die Tat umzusetzen.“ Die einen lassen Fenster und Türen nachrüsten, andere lassen sich gleich neue Türen und Fenster einbauen und schlagen damit zwei Fliegen mit einer Klappe, so der KSG-Geschäftsführer. Zum einen wollen sie damit etwas für die Energieeinsparung tun, zum anderen die Sicherheit erhöhen.

In puncto Sicherheit bieten zum Beispiel Fenster mit Pilzkopfverriegelungen einen optimalen Aushebelschutz, erläutert der Fachmann. Standardisierte Fenster hingegen, die in der Regel mit einfachen Beschlägen und so genannten Rollzapfen ausgestattet sind, können von einem Einbrecher innerhalb weniger Sekunden mit einfachem Werkzeug, wie einem Brecheisen oder einem Schraubendreher, aufgehebelt werden.

„Die von uns angebotenen Fenster sind mittlerweile standardmäßig mit den sogenannten Pilzköpfen ausgestattet“, so Köhn. Einige seiner Kunden hätten sich vor der Auftragsvergabe bei der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle der Polizeiinspektion Stralsund informiert, wie sie ihr Haus oder Wohnung vor Einbrechern schützen können, berichtet Köhn.

Ansprechpartner in der Beratungsstelle ist Karsten Block, er ist unter ☎ 03831/245255 erreichbar. „Dieses Angebot wird bereits seit Jahren sehr gut angenommen. Aber immer dann, wenn es zu Einbruchserien wie in Ribnitz-Damgarten oder Stralsund im vergangenen Jahr kommt, steigt die Zahl der Beratungen deutlich“, erläutert der Polizeihauptkommissar. Auf Wunsch sucht Karsten Block Privatpersonen und Gewerbetreibende auch auf und analysiert vor Ort, wo sich die Schwachstellen befinden, und macht Vorschläge, wie diese behoben werden können.

Trend: Videoüberwachung Über einen Mangel an Arbeit kann sich auch die Firma Telefonbau Arthur Schwabe (TAS) nicht beschweren. Das Unternehmen hat unter anderem Niederlassungen in Schwerin, Hamburg, Berlin, Magdeburg, Hannover und in Ribnitz-Damgarten. In der Bernsteinstadt sind zehn Mitarbeiter tätig.

Eindeutiger Trend: Im privaten Bereich werde in den letzten Jahren deutlich mehr in Video-Überwachungstechnik, häufig in Kombination mit mechanischem Einbruchschutz, investiert, erläutert Bernd Herlitz, Leiter der Niederlassung Nord-Ost.

Stark nachgefragt sei auch Einbruchmeldetechnik, hier habe es aber eine Verschiebung von Firmen und Geschäften hin zu Privathaushalten gegeben.

„Einbruchschutz kostet natürlich. Leider ist viel zu wenig bekannt, dass es hierfür bereits seit dem letzten Jahr Fördermittel gibt, nämlich von der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Entweder als Kredit oder als Zuschuss“, erläutert Energieberater Helge Eggersmann aus Ribnitz-Damgarten. Gefördert werden unter einbruchhemmende Fenster, Türen, Gitter und Rollläden sowie Alarm- und Gegensprechanlagen.

Bei all diesen Maßnahmen sind technische Mindestanforderungen einzuhalten und die Arbeiten müssen durch Fachfirmen ausgeführt werden. Helge Eggersmann: „In Anspruch nehmen können diese Förderung sowohl Haus- und Wohnungseigentümer als auch Mieter sowie Wohnungseigentümergemeinschaften.“

Informationen zu den Förderprogrammen bietet die KfW-Homepage unter www.kfw.de/einbruchschutz.

Edwin Sternkiker

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Friedland

Die Täter entwendeten zu Begin der Woche mehrere Fahrzeuge, elektrische Geräte ud einen Tresor aus einer Garage in der Nähe der Brohmer Berge (Uecker-Randow).

mehr
Mehr aus Aktuelle Beiträge