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Polizei fasst Telefon-Betrüger bei Geldübergabe

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Polizei fasst Telefon-Betrüger bei Geldübergabe

Nach einem Anruf bei einer älteren Frau in Rostock wollten die Tatverdächtigen das Geld abholen / Staatsanwaltschaft ermittelt / Polizei rät Senioren zur Wachsamkeit

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Bei verdächtigen Anrufen sollte niemals Bargeld an Unbekannte übergeben, sondern sofort die Polizei alarmiert werden.

Quelle: Thomas Mandt

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Sind Senioren bei verdächtigen Telefonanrufen wachsam, behalten sie ihr Geld — und die Polizei kann die Täter schnappen. Wie am Dienstagnachmittag in der Hansestadt.

Dem Opfer, einer älteren Rostockerin, wurden telefonisch Gewinnspielschulden unterstellt. Die Täter machten Druck und wollten das Geld gleich nachmittags abholen. „In diesem Fall kam es jedoch nicht zu einer Geldübergabe“, informiert Nico Findeklee vom Rostocker Polizeipräsidium. Die Frau hatte die Polizei alarmiert. „Statt der erhofften Summe warteten auf die beiden 20-jährigen Tatverdächtigen die Kollegen der Polizei, und es klickten die Handschellen“, so Findeklee.

Die Rostocker Staatsanwaltschaft ermittelt. „Die beiden Männer sind keine Rostocker, sie wohnen aber in Deutschland und haben einen festen Wohnsitz, der auch überprüft wurde“, sagt Staatsanwalt Harald Nowack. Da beide bisher polizeilich nicht auffällig geworden sind und einen festen Wohnsitz haben, dürfen sie erst mal auf freiem Fuß bleiben.

„Es muss nun ein unmittelbarer Zusammenhang zur Tat nachgewiesen werden“, sagt der Staatsanwalt. Und genau das sei nicht so einfach, denn oft würden die Kriminellen bei ihren Telefon-Betrügereien dritte Personen zu ihren Opfern schicken. Die könnten bezahlte Botendienste leisten. Man sei jetzt dabei, die Aussagen der beiden Männer zu überprüfen, so Nowack.

Auch wenn die Rostocker Polizei ihre Kriminalitätsstatistik für das vergangene Jahr erst noch veröffentlicht, sei davon auszugehen, „dass immer weniger Senioren auf Betrugsversuche am Telefon hereinfallen“, sagt Dörte Lembke von der Polizeiinspektion. „Viele ältere Menschen sind sensibler geworden, rufen die Polizei bei verdächtigen Anrufen an“, so Dörte Lembke. Auch für solche Verdachtsfälle sei der Notruf 110 da. Innerhalb der Familie sollten Eltern und Großeltern immer wieder darauf hingewiesen werden, mit Fremden am Telefon nicht über Geld, Gutscheine, Gewinne oder Schulden zu sprechen. Ein Rückruf in der Familie sollte nach solchen Kontakten zur Regel werden.

Immer massiver versuchen dreiste Betrüger, ältere Menschen um ihr Erspartes zu prellen. Verwandte in Not, Gebühren für einen Gewinn, Schulden aus einem Gewinnspiel oder Zahlungen für Versäumnisse sind die häufigsten Betrugsmaschen. Am selben Tag, als die Polizei die zwei Männer beim Geldabholen bei der Seniorin stellen konnte, ist parallel auch in anderen Orten versucht worden, übers Telefon an Bargeld zu gelangen.

In zwei Fällen gaben sich die unbekannten Täter als Enkel aus und versuchten, jeweils mehrere zehntausend Euro zu erbeuten, bestätigt Nico Findeklee . Beide Opfer erkannten den Betrugsversuch und gingen nicht auf die Forderungen der Täter ein. In einem anderen Fall — ebenfalls am Dienstag — wurde das Opfer mit angeblichen Schulden aus einem Gewinnspiel konfrontiert und sollte so zu einer Überweisung von mehreren tausend Euro auf ein konkret benanntes Konto bewegt werden. Auch hier ist der Angerufene nicht auf die Forderungen eingegangen.

Sofort misstrauisch werden, wenn es ums Geld geht

Grundsätzlich, so empfiehlt es die Polizei, gilt bei verdächtigen Anrufen: misstrauisch sein und einfach den Telefonhörer auflegen, sobald der Gesprächspartner Geld fordert. Nie am Telefon Details zu familiären oder finanziellen Verhältnissen preisgeben.

Meldet sich ein angeblicher Verwandter, diesen sofort unter der bisher bekannten und schon immer benutzten Nummer anrufen.

Und ganz wichtig: Niemals Geld an unbekannte Personen übergeben.

Bei einem verdächtigen Anruf rät die Polizei, sofort die Notrufnummer 110 zu wählen. Wenn man Opfer geworden ist, sollte schnell die Polizei informiert und Anzeige erstattet werden.

• Mehr zum Thema Enkeltrick: www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/enkeltrick.

Von Thomas Sternberg

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