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Polizei sprengt Drogen-Ring

Schmarl Polizei sprengt Drogen-Ring

Ermittlern gelingt nächster Schlag gegen Dealer: Vier Rostocker festgenommen, 13 Kilo Drogen beschlagnahmt

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Fast 13 Kilogramm Rauschmittel sowie scharfe Schusswaffen und Munition konnten die Ermittler sicherstellen.

Quelle: Kripo Rostock

Schmarl. Zum zweiten Mal innerhalb von nicht mal 14 Tagen ist Staatsanwaltschaft und Polizei in Rostock ein großer Schlag gegen den organisierten Drogenhandel gelungen:

Die Fahnder nahmen am Donnerstag insgesamt vier Verdächtige fest, die im großen Stil mit Amphetaminen, Kokain und auch Cannabis gehandelt haben sollen. Bei den Durchsuchungen wurden insgesamt fast 13 Kilogramm Rauschgift sichergestellt – und zudem auch scharfe Schusswaffen. „Das ist ein richtig großer Fall“, sagt Staatsanwalt Harald Nowack der OZ.

Bereits am Donnerstagmorgen waren die Rostocker Ermittler bei den mutmaßlichen Dealern angerückt – mit Verstärkung des Sondereinsatzkommandos (SEK) der Landespolizei. Denn: Schon im Vorfeld hatte es Hinweise gegeben, dass die Verdächtigen möglicherweise bewaffnet sein könnten. Und in der Tat: Bei zwei Männern entdeckten die Beamten geladene Schusswaffen samt Munition. Insgesamt durchsuchten die Ordnungshüter fünf Objekte – vier davon in Rostock (unter anderem im Stadtteil Schmarl) sowie eines in Kavelstorf. Auch Drogen-Spürhunde der Polizei kamen bei der Durchsuchungsaktion zum Einsatz.

Insgesamt stellten die Fahnder bei der Aktion mehr als elf Kilo Amphetamine, ein gutes halbes Kilo Kokain sowie Marihuana sicher. „Die Kollegen entdeckten zudem szenetypische Materialien in den Wohnungen – Waagen und Verpackungsmaterial für die Drogen“, sagt Nowack. „Wir gehen fest davon aus, dass die Beschuldigten in großem Stil mit den Rauschmitteln gehandelt haben.“

Bisher waren die vier Verdächtigen – zwei 49 Jahre alte Männer, ein 36-Jähriger sowie eine 47 Jahre alte Frau – für die Justiz unbeschriebene Blätter: „Sie sind allesamt nicht vorbestraft.“ Und: „Sie gehören unseres Wissens auch keiner einschlägigen Gruppierung an.“ Auch keiner Rocker-Bande, so Nowack. Wie genau die Ermittler dem Quartett auf die Spur kamen, will der Staatsanwalt nicht sagen – um mögliche weitere Ermittlungen nicht zu gefährden. Nur so viel gibt Nowack dann doch noch preis: „Wir haben die Personen seit Monaten beobachtet.“

Die mutmaßlichen Dealer sitzen nach OZ-Informationen derzeit in Untersuchungshaft. Zwei von ihnen – die beiden, bei denen auch die Waffen gefunden wurden – müssen sich im Falle einer Verurteilung auf hohe Haftstrafen einstellen: Im Juristen-Deutsch ist vom „Handeltreiben mit einsatzfähigen Waffen“ die Reden – „und die wird mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren geahndet“, sagt Nowack. Die beiden weiteren Komplizen müssen mit mindestens einem Jahr im Gefängnis rechnen.

Erst vor zwei Wochen hatten die Drogenfahnder in der Hansestadt einen 29 Jahre alten Mann vorläufig festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wirft auch ihm vor, im großen Stil mit Rauschgift – insbesondere mit der gefährlichen ModeDroge „Spice“ – gehandelt zu haben. Polizei und Staatsanwaltschaft durchsuchten damals die Wohn- und Geschäftsräume des Mannes, der zu den führenden Mitgliedern der Rocker-Gruppe „Hell’s Angels“ in der Hansestadt zählt. Vier Jugendliche mussten damals nach dem Konsum von „Spice“ medizinisch behandelt werden. Die Drogen sollen sie, so die Ermittler, im sogenannten „Headshop“ des 29-Jährigen an der Budapester Straße erworben haben. „Zwischen diesem Fall und den aktuellen Festnahmen gibt es aber keine direkte Verbindung“, sagt Staatsanwalt Nowack.

Strafen und Preise

5 Jahre Haft droht den Verdächtigen im schlimmsten Fall. Weil bei ihnen nicht nur Drogen und Waffen, sondern auch die passende Munition gefunden wurde, geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass eine „Verwendungsabsicht“ besteht. „Und die wird umso härter bestraft“, sagt Staatsanwalt Harald Nowack.

150000 Euro Schwarzmarktwert haben allein die beschlagnahmten Mengen Amphetamin. Derzeit wird ein Gramm in Großstädten für rund 15 Euro gehandelt.

Andreas Meyer

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