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Polizei sucht Krankenhaus-Dieb

Bad Doberan Polizei sucht Krankenhaus-Dieb

Vier Patienten sind in der Klinik Bad Doberan beklaut worden / Auch in Rostock greifen Täter zu

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Mann bei Unfall mit gestohlenem Fahrzeug schwer verletzt

Wir sind entsetzt über ein derartiges dreistes Vorgehen und bedauern den Schaden der Patienten.“Uwe Borchmann, Geschäftsführer Krankenhaus Bad Doberan

Bad Doberan. Mindestens vier Patienten sind im Krankenhaus Bad Doberan im Februar bestohlen worden. Wie die Polizei mitteilt, wurden Geld, Portemonnaies, Dokumente und Handys aus den Krankenzimmern mitgenommen. Die Polizei sucht jetzt mit Phantombildern nach einem Mann. Krankenhausgeschäftsführer Uwe Borchmann ist entsetzt über ein derart dreistes Vorgehen und bedauert den Schaden, der den Patienten entstanden ist. Doch nicht nur in Bad Doberan greifen Diebe in Kliniken zu.

Schlanke Gestalt, kantiges Gesicht, schmale Augen und zwischen 1,80 und 1,85 Meter groß — so beschreiben Zeugen den Täter, der am 17. Februar in drei Patientenzimmern eingedrungen ist. Wie die Polizei mitteilt, habe der Mann gegen Mittag das Zimmer betreten, die anwesende Person gefragt, wo sich die andere befinde und deutlich gemacht, dass er etwas holen sollte. „ Er ging an den jeweiligen Patientenschrank und entwendete daraus Wertgegenstände, wie Geldbörse, Geld, Dokumente, Handy und Schmuck“, sagt Kristin Hartfil, Sprecher der Polizeiinspektion Güstrow. „Durch die offensive Vorgehensweise wurden die Angesprochenen nicht gleich misstrauisch, erzählten den Bettnachbarn bei der Rückkehr jedoch von dem Besuch.“

Der Täter hatte dunkles, welliges, nach hinten gekämmtes Haar, einen Drei-Tage-Bart und sprach hochdeutsch ohne Akzent. Er trug am Tag eine dunkle Hose und eine khakigrüne Jacke mit Kragen ohne Kapuze. Bereits eine Woche vorher wurde ein weiterer Diebstahl bei der Polizei angezeigt.

Eine derartige Diebstahlserie ist Uwe Borchmann aus der Vergangenheit nicht bekannt. Nach den Vorfällen wurden alle Seiteneingänge hinsichtlich ihrer Schließfunktion geprüft. Das Personal sei angehalten, unbekannte Besucher auf den Stationen anzusprechen und nach dem Ansinnen des Besuches zu fragen. „Ein Krankenhaus ist generell eine offene Einrichtung. Ungeachtet dessen sind Notausgänge und Seiteneingänge von außen nicht zugänglich, sodass der Besucherstrom durch den Haupteingang erfolgt“, erläutert der Geschäftsführer. „Ab 20 Uhr sind unsere Rezeptionisten angehalten, Besucher nach dem Anlass ihres Besuches zu fragen.“ Grundsätzlich müssen sich Gäste nur auf der Intensivstation anmelden. „ In der Regel suchen sie aber Kontakt zum Stationspersonal.“ Weil genau das beim Täter nicht erfolgte, wurde er auffällig.

Auch in Rostocker Krankenhäuser werden ab und zu Diebstähle angezeigt, teilt Yvonne Hanske, Sprecherin Polizeiinspektion Rostock, mit. Das bestätigt Birger Birkholz, stellvertretender Verwaltungsdirektor des Klinikums Südstadt. „Um so wichtiger ist es, dass die Patienten die Angebote der Krankenhäuser annehmen, Wertsachen und größere Geldbeträge sicher wegschließen zu lassen oder den Safe im Patientenzimmer zu nutzen.“ Im Klinikum Südstadt werde dieses standardmäßig angeboten. „Am besten ist es, Wertsachen und Geld am besten gleich zu Hause zu lassen oder den Angehörigen mitzugeben.“ Eine leichte Häufung von Diebstählen hatte die Universitätsmedizin Rostock vor zwei Monaten, teilt Harald Jeguschke, Kaufmännischem Vorstand der Universitätsmedizin Rostock, mit. „Darauf konnten wir wenig reagieren, da kein Muster erkennbar war. Wir schärfen kontinuierlich das Bewusstsein des Personals, besonders aufmerksam zu sein.“

Hinweise nimmt die Polizei unter ☎ 038203/560 entgegen.

 



Anja Levien

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