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Randale vor „Fellfresse“ nach Tod eines Wismarers

Wismar Randale vor „Fellfresse“ nach Tod eines Wismarers

26-Jähriger soll heute obduziert werden / Polizei bleibt vor der Kneipe präsent / Auf Facebook kündigen Nutzer gewaltsame Rache an

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Kerzen vor der Kneipe für den zu Tode gekommenen Wismarer. Die Trauerfeier am Sonntagabend aber ist eskaliert.

Quelle: Nicole Buchmann

Wismar. Zerschmissene Flaschen auf dem Gehweg, eingeworfene Fensterscheiben links und rechts vom Eingang der Metalkneipe „Fellfresse“ – die Folgen der nächtlichen Auseinandersetzung sind am Montagmorgen noch zu sehen. Etwa 30 Menschen hatten sich am Sonntagabend vor dem Lokal in Hafennähe versammelt und zunächst Kerzen aufgestellt. Sie wollten Denny G.

OZ-Bild

26-Jähriger soll heute obduziert werden / Polizei bleibt vor der Kneipe präsent / Auf Facebook kündigen Nutzer gewaltsame Rache an

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gedenken, der in der Nacht zu Sonntag nach einer Schlägerei zu Tode gekommen war. Woran genau der 26 Jahre alte Wismarer gestorben ist, soll heute eine Obduktion klären.

Bei der sogenannten Gedenkveranstaltung am Sonntagabend war die Polizei mit neun Polizeiwagen angerückt. Eine Eskalation zwischen den vor der Kneipe Versammelten mit dem Inhaber des Lokals sollte verhindert werden, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Am Ende seien Flaschen gegen die Beamten geflogen, sei beleidigt und gedroht worden. Der Grund für die Auseinandersetzung: Freunde und Familie des 26-Jährigen werfen der Polizei vor, nicht rechtzeitig an der Kneipe eingetroffen zu sein. Die Polizei wies den Vorwurf zurück und ermittelt nun gegen die Randalierer wegen Landfriedensbruchs.

Inzwischen haben die Beamten auch zahlreiche Zeugen zum Tathergang am Sonnabend befragt. Der Schlägerei sei demnach ein Streit vorausgegangen. Denny G. war bereits der Kneipe verwiesen worden, sei aber wieder zurückgekehrt. Dann habe er sich mit einem Gast gestritten und ihn auch zu Boden gestoßen. Andere Gäste seien daraufhin dazwischen gegangen und hätten Denny G. bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten, schilderte Isabel Wenzel vom Polizeipräsidium Rostock gestern den Hergang nach den bisherigen Ermittlungen. Noch aber seien weitere umfangreiche Ermittlungen und Zeugenbefragungen nötig, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Thorsten Kopf.

Die Polizei wird auch die nächsten Tage vor der „Fellfresse“ präsent sein, denn auf Facebook kündigten Nutzer gewaltsame Rache an den mutmaßlichen Beteiligten an. „Das ist aber nur ein Grund“, sagte Isabel Wenzel. Bei der Auseinandersetzung am Sonntag habe sich zudem ein erhebliches Gewalt- und Konfliktpotenzial gezeigt, begründete die Sprecherin die polizeilichen Maßnahmen.

Bereits am kommenden Sonnabend ist in der „Fellfresse“ die nächste Veranstaltung geplant. Im Rahmen der „HonkyTonk“-Nacht steht dort die Band „Klabusterberries“ auf der Bühne. Der Inhaber des Lokals war in diesem Zusammenhang für die OZ nicht zu erreichen. Laut Veranstaltungsagentur liegt bislang aber keine Absage von ihm vor. Auch die offenen Stadtmeisterschaften im Darts, die am Sonnabend wegen der Auseinandersetzungen abgebrochen worden waren, sollen fortgesetzt werden. Das Turnier werde zu Ende gespielt, teilte der Veranstalter auf seiner Facebook-Seite mit.

Nicole Buchmann

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