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Rentner im Temporausch: Polizei warnt vor Unfällen mit E-Bikes

Greifswald Rentner im Temporausch: Polizei warnt vor Unfällen mit E-Bikes

Radfahrer werden in diesem Monat schwerpunktmäßig kontrolliert / Größtes Problem in Greifswald ist das Fahren an der falschen Straßenseite

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Ausweis und Rahmennummer, bitte! Polizeimeisterin Carolin Schulze überprüft, ob das Fahrrad als gestohlen gemeldet worden ist.

Quelle: Christian Rödel

Greifswald. Senioren mit Speed auf zwei Rädern: Wegen des E-Bike-Trends rechnet die Polizei in Zukunft mit mehr schweren Unfällen, an denen Radfahrer beteiligt sind. „Wer auf einem E-Bike oder Pedelec unterwegs ist, bewegt sich in ganz anderen Geschwindigkeitsverhältnissen durch den Straßenverkehr“, sagt die Sprecherin des für Greifswald zuständigen Polizeipräsidiums in Neubrandenburg, Carolin Radloff.

OZ-Bild

Radfahrer werden in diesem Monat schwerpunktmäßig kontrolliert / Größtes Problem in Greifswald ist das Fahren an der falschen Straßenseite

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Besonders ältere Menschen, bei denen Pedelecs beliebt sind, seien so deutlich schneller auf dem Radweg unterwegs als mit einem normalen Fahrrad. Radloff: „Mit einem Elektrorad fahren selbst noch viele über 60-Jährige mit einem Tempo von mehr als 20 Kilometern pro Stunde.“

Trotzdem würden die meisten älteren Menschen auf einen Helm verzichten. „Auch für diese Räder gibt es keine Helmpflicht.“ Als Pedelecs werden Elektrofahrräder bezeichnet, bei denen der Fahrer zwar nach wie vor selbst in die Pedale treten muss, dabei aber von einem Elektroantrieb unterstützt wird. So, als würde man mit kräftig Rückwind Rad fahren. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 25 Kilometer pro Stunde begrenzt.

Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge ereigneten sich bundesweit im vergangenen Jahr ein Drittel mehr Pedelec-Unfälle mit Verletzten als noch 2014. Rund 65 Prozent würden von Senioren verursacht. Radloff: „Wir müssen das weiter beobachten.“

Radfahrer stehen in Vorpommern in diesem Monat im Rahmen der monatlich wechselnden themenorientierten Verkehrskontrollen unter besonderer Beobachtung der Polizei. Dabei wollen die Ordnungskräfte nicht nur verstärkt eingreifen, wenn Radler gegen Verkehrsregeln verstoßen, sondern auch mit einigen Mythen aufräumen. So sei vielen Menschen zum Beispiel immer noch fremd, dass ein Radfahrer, anders als ein Fußgänger, auf einem Zebrastreifen keinen Vorrang hat, wenn er nicht absteigt“, sagt Radloff.

Am Mittwoch, zum Auftakt der Kontrollaktion, waren in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald, Vorpommern-Rügen und Mecklenburgische Seenplatte, die zum Einzugsbereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg gehören, insgesamt 113 Polizisten an verschiedenen Kontrollstellen im Einsatz. Allein in Greifswald stellten sie am Mittwoch insgesamt 101 Verstöße fest.

Fahrradfahrer sind nach Angaben der Polizei etwa an einem Fünftel aller Verkehrsunfälle beteiligt. Wenn Radfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben kommen, haben sie den Unfall, der Polizei zufolge, in der überwiegenden Zahl der Fälle selbst verursacht oder sind gestürzt, ohne dass jemand anderes daran beteiligt war. „Die größte Gefahr sind Kopfverletzungen“, betont Radloff.

Vier tote Radfahrer

287 Unfälle gab es im vergangenen Jahr im Landkreis Vorpommern-Greifswald, an denen Fahrradfahrer beteiligt waren. Dabei sind vier Menschen getötet worden. 54 wurden schwer und 242 leicht verletzt.

2 Promille im Blut hatte ein Greifswalder, den die Polizei am Mittwochmorgen zum Auftakt der themenorientierten Verkehrskontrollen als ersten auf seinem Rad in der Anklamer Straße anhielt. Im Laufe des Tages stellten die Beamten zudem 101 Ordnungswidrigkeiten in der Hansestadt fest.

Von Benjamin Fischer

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