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Retter aus Israel kraulen im Wonnemar

Wismar Retter aus Israel kraulen im Wonnemar

Bei einer Stadtführung staunen die Schwimmprofis aus Tel Aviv und Herzliya über die Häuser, die Kirchen und den Hafen in Wismar

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Lin Shmulik (r.) aus Herzliya überreicht Geschenke an Wismars Bürgermeister Thomas Beyer.

Wismar. Sie kraulen pfeilschnell durchs Wasser, paddeln mit großen Surfbrettern über die Wellen, machen auch auf einem Jetski eine gute Figur und haben schon unzählige Badegäste vor dem Tod durch Ertrinken bewahrt: 14 Rettungsschwimmer aus Israel besuchten gestern die Hansestadt Wismar. Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) empfing die Männer aus der Großstadt Tel Aviv und aus Herzliya, einer 89000 Einwohner zählenden Kommune am Mittelmeer, in der Gerichtslaube im Rathaus. Mit dabei waren auch Aktive der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Wismar und Pramort (Zingst).

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Bei uns in Israel ist das Baden an nicht bewachten Stränden ver- boten.“Avi Licht aus Tel Aviv

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Bei einer Stadtführung staunten die Israelis über die Giebelhäuser, die alten Kirchen und das Kopfsteinpflaster in der Altstadt sowie über den Hafen. „Das ist hier wie im Märchenland“, schwärmte Tal Pilater, Manager der Rettungsschwimmer in Tel Aviv. Höhepunkt des Tagesbesuches waren Schwimmvorführungen im Wonnemar, bei denen viel Wasser über die Beckenränder spritzte. Mitglieder der DLRG Wismar machten die Profis aus dem jüdischen Staat mit hiesigen Rettungsmitteln bekannt. „Wieder staunten die Gäste, diesmal über das Spineboard, das ist ein Wirbelsäulenbrett, unsere Bojen, Rettungsbretter und -tücher“, sagte Dana Gromoll. Am Abend ging der Erfahrungsaustausch an Bord der Poeler Kogge weiter.

Den neuntägigen Besuch der Rettungsschwimmer aus Israel hatte Rouven Sperling von der DLRG Zingst mit Hilfe einer Projektförderung des Auswärtigen Amtes organisiert. Auf dem Programm standen Besuche in Leipzig, der Partnerstadt von Herzliya, Stralsund, Prerow und Ahrenshoop. Heute geht es nach Rostock, am Wochenende nach Berlin. Die Gäste, die auch schon im zehn Grad kalten Ostseewasser vor dem Darß schwammen, sind auf Zingst untergebracht.

In Israel sind die Rettungsschwimmer — in Tel Aviv und Herzliya üben diesen Beruf nur Männer aus — bei den Kommunen beschäftigt. „Bei uns ist das Baden an nicht bewachten Stränden verboten. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer Geldbuße von umgerechnet 120 Euro rechnen“, erzählte Avi Licht, der für die Strände in Tel Aviv verantwortlich ist. Laut Lin Shmulik, er hatte dem Wismarer Bürgermeister einen Herzliya- Wimpel überreicht, sind die israelischen Retter, die laute Lautsprecher-Durchsagen lieben, im Sommer im Dauerstress. „An einem etwa 600 Meter langen Strandabschnitt liegen gut 6000 Menschen. An einem Tag mussten wir 98-mal Hilfe leisten.“ Dafür gibt es in Israel pro Jahr nur etwa 20 Badetote — meist Selbstmörder oder Betrunkene. In Deutschland sterben jährlich 400 bis 500 Menschen im Wasser.

„Ich finde es total gut, dass solche Begegnungen stattfinden“, sagte Thomas Beyer. Sonst gebe es in den Medien häufig nur negative Meldungen aus Israel. „Es ist immer gut, wenn man mit Leuten, die direkt in dem Land leben, ins Gespräch kommt.“ Laut Frank Irmler von der DLRG Pramort soll der „spannende Austausch“ weitergeführt werden.

 



Norbert Wiaterek

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Rettungsschwimmer aus Israel und Deutschland beim Erfahrungsaustausch im Wismarer Wonnemar.

Bei einer Stadtführung staunen die Schwimmprofis aus Tel Aviv und Herzliya am Mittwoch über die alten Häuser, die Kirchen und den Hafen von Wismar.

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