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Rettungskräfte proben für den Ernstfall

Grevesmühlen Rettungskräfte proben für den Ernstfall

Freiwillige Feuerwehr Grevesmühlen hat geheime Übung gemacht

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Die Feuerwehrleute mussten bei der Einsatzübung auch Insassen aus den Unfallautos freischneiden. FOTOS (2): KARL-ERNST SCHMIDT

Grevesmühlen. Es ist 18.12 Uhr, als die Pieper gehen und die Sirene über der Stadt ertönt. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Grevesmühlen machen sich bereit, um auszurücken. Mit acht Fahrzeugen starten sie. Personen müssen aus mehreren Autos befreit werden, auf der Autobahn oder auf einer der vielen Land- oder Kreisstraßen in Nordwestmecklenburg – könnte man denken. Doch es ist nur ein geheimer Test, den die Brandschützer absolvieren müssen. Am Börzower Weg sind mehrere Unfallszenarien aufgebaut. Hier sollen sie zeigen, dass sie für den Ernstfall gewappnet sind.

OZ-Bild

Freiwillige Feuerwehr Grevesmühlen hat geheime Übung gemacht

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Schon 98 Einsätze

98 Einsätze haben die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Grevesmühlen in diesem Jahr absolviert. 2016 sind die Brandschützer 129 mal ausgerückt, Ein Jahr zuvor 105 mal. 76 Einsätze waren es 2014. 45 aktive Mitglieder haben die Grevesmühlener Brandschützer derzeit. Die Feuerwache befindet sich im Gewerbegebiet in der Straße Langer Steinschlag.

„Das ist schon etwas anderes, als wenn man sich auf die Übung im Vorfeld einstellen kann. Es ist wie bei einem richtigen Einsatz“, sagt Nico Voigt. Der Gruppenführer und Oberlöschmeister ist einer von nur zwei Leuten bei den Grevesmühlener Kameraden, die vorab von der Übung wussten. Denn er hat sie geplant. Zusammen mit Wehrführer Steve Klemkow beobachtet er auf dem ehemaligen Raiffeisengelände den inszenierten Einsatz. Insgesamt 55 Rettungskräfte, darunter 13 vom Rettungsdienst sowie einige von der Feuerwehr Plüschow-Naschendorf, nehmen an der Übung teil. „Es geht darum, Gelerntes anzuwenden, sich auf einen realen Einsatz vorzubereiten und die Zusammenarbeit und Absprachen mit dem Rettungsdienst zu fördern“, erklärt Voigt. Dafür soll es derartige Trainingsmaßnahmen vier bis fünf Mal im Jahr geben. „Doch wir führen sie zwei Mal im Jahr durch, weil wir so viele Einsätze fahren“, ergänzt Wehrführer Steve Klemkow.

Auf dem Übungsgelände im Börzower Weg finden die eintreffenden Feuerwehrleute drei Szenerien mit vier Pkw vor. Ein Auto ist unter einen Traktoranhänger gefahren und verkeilt. Ein weiterer Wagen liegt auf der Seite. Zudem sind zwei Autos frontal ineinander gefahren. „Hier waren die technische Rettung und Versorgung der Verletzten gefragt“, berichtet Voigt. Die eingeklemmten Insassen, darunter geschminkte Statisten der Grevesmühlener Wasserwacht und eine Puppe, müssen befreit werden. Dafür kommt auch der Metallschneider zum Einsatz, mit dem Autotüren oder das komplette Dach des Wagens entfernt werden. „Die eingeweihten Statisten klagen über Nackenschmerzen und darüber, dass sie ihre Beine nicht mehr spüren können“, erzählt Voigt. Anzeichen einer Wirbelsäulenverletzung, bei der es wichtig ist, die richtige Erstversorgung zu leisten.

Der Wehrführer ist mit dem Ablauf der knapp eineinhalbstündigen Großübung zufrieden. „Es ist gut gelaufen und es gibt nichts Großes zu beanstanden“, sagt Klemkow. Bei einigen Absprachen könnten noch kleinere Veränderungen vorgenommen werden. Für solche Erkenntnisse seien die Probeeinsätze wichtig, so Nico Voigt. „Man kann sehen, welche kleineren Mängel noch behoben werden können, wo Verbesserungen möglich sind.“ Zum Abschluss wird der Einsatz bei einem gemeinsamen Imbiss ausgewertet. Für dieses Jahr sind die Kameraden mit den Großübungen durch. „Die Vorbereitungen dafür dauern rund vier Wochen“, erklärt Voigt. Doch im nächsten Jahr wird der 29-Jährige seine Kameraden wieder auf den Prüfstand stellen.

Daniel Heidmann

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