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Sassnitz: Polizei klärt immer mehr Straftaten auf

Sassnitz Sassnitz: Polizei klärt immer mehr Straftaten auf

Revier der Hafenstadt erzielt mit 78 Prozent eine Aufklärungsquote weit über dem Landesdurchschnitt / Zahl der Straftaten nimmt ab

Sassnitz. In Sassnitz haben Langfinger schlechte Karten. Sie müssen damit rechnen, überführt zu werden. Denn die Polizei in Rügens Hafenstadt ist spitze. „Unsere Aufklärungsquote liegt bei 78 Prozent“, sagt Thomas Riedel, Leiter des Polizeireviers in Sassnitz. Damit erzielen dessen Beamte einen Spitzenwert in ihrer Fahndungstätigkeit, der weit über dem Landesdurchschnitt liegt. In Sassnitz werden weit mehr Straftaten aufgeklärt.

„Die Straftaten sind weiterhin rückläufig. Die Aufklärungsquote ist weiter gestiegen.“ Mit diesen zwei Sätzen sei die Sicherheitslage in Rügens Hafenstadt kurz und knapp auf den Punkt gebracht, so Thomas Riedel, der den Stadtvertretern in jüngster Sitzung einen Überblick über die Sicherheitslage in der Hafenstadt gab. „Einwohner und Urlauber leben sicher in Sassnitz“, schlussfolgerte der Leiter des Polizeireviers und ging ins Detail. 685 Straftaten wurden im vergangenen Jahr angezeigt beziehungsweise haben die Beamten aufgenommen. Sie können damit einen Rückgang um 17,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr verbuchen. 2014 hat es noch 829 Straftaten in Sassnitz gegeben. Den größten Teil der angezeigten Straftaten machten auch im vergangenen Jahr Diebstähle, Einbrüche und auch Körperverletzungen aus. Doch während deren Anzahl durchweg abgenommen hat im Vergleich zum Vorjahr, mussten die Beamten zu mehr Sexualdelikten ermitteln. Deren Zahl ist von 2014 zu 2015 von 10 auf 13 gestiegen. „Das könnte mit den Vorfällen um den Jugendtreff ’Power für Kids’ in Schwerin zusammenhängen“, mutmaßte Thomas Riedel. Im besagten Jugendtreff hat der Gründer und langjährige Leiter in über 60 Fällen Kindesmissbrauch begangen und vor Gericht gestanden (die OZ berichtete). Nach solchen Veröffentlichungen stelle die Polizei regelmäßig fest, dass die Hemmschwelle für das Erstatten einer Anzeige von Sexualdelikten, die überwiegend im Bekannten- und mitunter auch Verwandtenkreis stattfinden, sinke, so Riedel. Nach dem Bekanntwerden der Übergriffe in Schwerin habe das 2015 höchstwahrscheinlich in Sassnitz zu mehr Anzeigen geführt, so Riedels Analyse zum Anstieg der Sexualdelikte.

Seit Jahren leisten Schutz- und Kriminalpolizei eine gute Arbeit, erinnerte Thomas Riedel, dass die Beamten in Sassnitz bei der Aufklärung von Straftaten auch schon seit Jahren eine Quote erzielen, die über dem Landesdurchschnitt liegt. Im vergangenen Jahr habe die Polizei in Sassnitz an diese Erfolge anknüpfen können. „Gegenüber 2014 haben wir die Aufklärungsquote erneut steigern können, von 73 auf 78 Prozent“, zog der Revierleiter auch einen Vergleich mit der Aufklärungsquote in MV, die landesweit bei 61,4 Prozent im vergangenen Jahr lag.

Trotz der neuen, bei Stadtvertretern und vielen Sassnitzern umstrittenen, Ampelanlage, die an der Kreuzung am Ortsausgang von Sassnitz in Richtung Mukran gerade erst in Betrieb genommen wurde, „hat es an dem Knotenpunkt schon gekracht“, leitete Thomas Riedel zur Sicherheit auf den Straßen über. Auf denen ist es allerdings nicht sicherer geworden. „Die Zahl der Unfälle hat sich leicht erhöht“, muss Riedel feststellen. Mit insgesamt 294 Unfällen mussten die Beamten des Sassnitzer Reviers in der Stadt im vergangenen Jahr 15 mehr als 2014 aufnehmen. Ein Anstieg um vier Prozent (landesweit 5,7 Prozent). Diese Erhöhung ist höchstwahrscheinlich auf den Urlauberansturm zurückzuführen, den Rügen und MV im vergangenen Jahr verbuchen konnte, mutmaßte Riedel. Hauptunfallursachen in Sassnitz seien unangepasste Geschwindigkeit und das Missachten der Vorfahrt, erläuterte Thomas Riedel. „Auch an der neuen Ampelanlage, die die Gefahr an der als Unfallschwerpunkt eingestuften Kreuzung am Sassnitzer Ortsausgang entschärfen soll, hat es schon gekracht, weil Verkehrsteilnehmer bei Rot rüber gefahren sind.“

Udo Burwitz

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