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Strahlenalarm? Großeinsatz auf dem Bestwood-Gelände

Ribnitz-Damgarten Strahlenalarm? Großeinsatz auf dem Bestwood-Gelände

Ribnitz: Jugendliche entdeckten in und neben einer Werkhalle Behälter, bei denen der Verdacht bestand, dass sie radioaktiv sind – das hat sich nicht bestätigt

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Mit spezieller Schutzbekleidung: Einsatzkräfte schauten sich auf dem Gelände von Bestwood um.

Quelle: Anika Wenning

Ribnitz-Damgarten. Aufregung wegen Materials, das möglicherweise radioaktiv ist: Der Fund von Jugendlichen hat am Donnerstagnachmittag für einen Großeinsatz auf dem Gelände des ehemaligen Bestwood-Werkes in Ribnitz-Damgarten gesorgt.

OZ-Bild

Ribnitz: Jugendliche entdeckten in und neben einer Werkhalle Behälter, bei denen der Verdacht bestand, dass sie radioaktiv sind – das hat sich nicht bestätigt

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Bestwood

1953 wurde der Grundstein für ein Faserplattenwerk – auf dem Gelände der ehemaligen Bachmann-Werke – gelegt. Zwei Jahre später wurde die Anlage angefahren. Über viele Jahre lang hat das Faserplattenwerk in Ribnitz Industriegeschichte geschrieben. 1991 entstand die Bestwood GmbH. 1997 kam das endgültige Aus für den Betrieb.

Zwei 15-jährige Jugendliche hatten sich am Mittwochnachmittag auf dem Bestwood-Gelände aufgehalten. Dabei entdeckten sie mehrere Behälter, inklusive der Beschriftung per Metallschild.

Am nächsten Morgen erzählten sie im Unterricht davon – zum Entsetzen ihrer Lehrerin. Nach der Schule gingen die Beiden deshalb zur Polizei. Im Revier berichteten sie kurz vor 14 Uhr den Polizisten, dass sie tags zuvor mehrere Behälter gefunden hätten, auf denen sich das Zeichen für „radioaktiv“ befand. Auf dem von ihnen mitgebrachten kleinen Metallschild waren zum einen die Worte „Strahlen Schirm“ und „Radioaktives Präparat“ zu lesen. Auch das Kürzel Cs-137 für Cäsium 137 stand darauf, das ist ein radioaktives Isotop. Ebenfalls auf dem Schild zu sehen war das bekannte Zeichen für Radioaktivität sowie die Zeitangabe Juni 1972.

Diese Aufschriften sorgten sofort für einen Großalarm. „Wir sind mit den Jungen gleich in die Bodden-Kliniken gefahren“, erläutert Revierleiter Marco Stoll. Dort erfolgte die ärztliche Vorstellung.

Dann wurde der Kontakt zur Nuklearmedizin in Rostock aufgenommen. Außerdem setzte sich der Abc-Trupp aus Barth in Bewegung. Das sind Spezialisten für Umgang mit atomaren, biologischen und chemischen Kampfmitteln und Stoffen. Die Barther haben die entsprechende Ausrüstung, um zu testen, ob jemand Strahlung abbekommen hat. Dieser Test erfolgte durch den Abc-Trupp bei den beiden Jungen.

Glücklicherweise wurde bei den Schülern keine Radioaktivität festgestellt. Sie blieben, weil auch Vertreter vom Umweltamt mit ihnen sprechen wollten, zunächst im Polizeirevier, wurden anschließend an die Eltern übergeben.

Zeitgleich rückte ein Großaufgebot von Einsatzkräften Richtung Bestwood aus, um das Gelände zu untersuchen. Die Freiwillige Feuerwehr war mit den Zügen 1 (Ribnitz) und 2 (Damgarten) und 25 Einsatzkräften vor Ort. Die Damgartener verfügen über ein speziell ausgerüstetes Gefahrgut-Fahrzeug, erläutert Feuerwehr-Sprecher Berthold Moog. Auch der Abc-Trupp war auf dem Gelände – und zahlreiche Kräfte der Polizei.

Neben einer Werkhalle, auf einem Kieshaufen liegend, wurden laut Polizeiangaben ein verschlossener gelber Aufbewahrungsbehälter (Fachbezeichnung Strahlenschirm), in der Werkhalle ein weiterer Strahlenschirm und ein Transportbehältnis mit Griffen aufgefunden. Bei Messungen mit verschiedenen Geräten durch Mitarbeiter des Landesamtes für Gesundheit und Soziales MV wurde keinerlei Strahlung gemessen. Das heißt, es ging keine Gesundheitsgefahr aus. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich in den verschlossenen beiden Behältern noch eine Strahlenquelle befindet, wurden sie geborgen und sicher gelagert. Bei den Gegenständen handelt es sich laut Polizei aller Voraussicht nach um radiometrische Messeinrichtungen (Dichtemessgeräte), die mit dem Cäsium 137 in Verbindung stehen könnten. Eine Prüfung und Öffnung dieser Behälter soll heute erfolgen.

Peter Schlag

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