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Taschendiebe: Mit fiesen neuen Tricks ans kleine Geld

Stadtmitte Taschendiebe: Mit fiesen neuen Tricks ans kleine Geld

Gleich zwei Mal an einem Tag sind am Dienstag Rostocker zu Opfern von Trickdieben geworden. Die Unbekannten haben ein Handy und mehrere hundert Euro Bargeld ergaunert.

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Trickdiebstähle sind nicht nur in Rostock, sondern in ganz Deutschland ein Problem. Häufig werden Geld oder Handy aus der Handtasche geklaut. Gerade offene Taschen sind ein gefundenes Fressen für Taschendiebe (Szene gestellt).

Quelle: Fotos: Ove Arscholl (2)

Stadtmitte. Gleich zwei Mal an einem Tag sind am Dienstag Rostocker zu Opfern von Trickdieben geworden. Die Unbekannten haben ein Handy und mehrere hundert Euro Bargeld ergaunert. Grund genug für die Polizei, erneut vor den Maschen der Diebe zu warnen. „Taschendiebstähle sind ein bundesweites Phänomen, aber sie werden auch in Rostock querbeet angewendet“, sagt Polizeisprecherin Yvonne Hanske. Das Repertoire sei umfangreich und immer wieder werden neue Tricks bekannt. Nur eins hätten alle Taten gemeinsam: „Fies sind sie alle, vor allem wenn man zum Opfer wird.“

 

OZ-Bild

Trickdiebe sind schnell und geschickt.“Yvonne Hanske, Polizei

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Trickdiebstähle sind nicht nur in Rostock, sondern in ganz Deutschland ein Problem. Häufig wird Gelf oder Handy aus der Handtasche geklaut. Gerade Offene Taschen sind ein gefundenes Fressen für Taschendiebe (Szene gestellt).

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Bei den aktuellen Diebstählen sind die Täter nach zwei unterschiedlichen Maschen vorgegangen. So überrumpelte ein Unbekannter am Dienstag gegen 13.15 Uhr eine Frau in der Südstadt mit dem sogenannten „Geldwechsel-Trick“. Auf dem Parkplatz eines Einkaufscenters hielt er eine Zwei-Euro-Münze in der Hand und fragte nach Wechselgeld für den Einkaufswagen. Als die 63-Jährige ihr Portemonnaie öffnete, rempelte der Mann sie an und erklärte, dass sie doch genug Kleingeld hätte. Dann ließ er die Frau einfach stehen. Dass ihr bei der Aktion mehrere Geldscheine aus der Börse gezogen wurden, bemerkte die Rostockerin erst später.

Die Polizeisprecherin betont, dass immer ein gewisses Maß an Misstrauen gefragt sei. „Am besten man hält genug Abstand und behält sein Gegenüber im Auge“, rät die Polizistin. Opfer von Trick- und Taschendiebstählen sind vor allem Frauen. „Sie bewahren Geld und Handy meist in ihrer Handtasche auf und da kommt man schneller heran, als an die Jackeninnentasche“, so Hanske.

Auch im zweiten Fall wurde eine Frau bestohlen. Hier wendete ein etwa 35 Jahre alter Mann den „Obdachlosen- Trick“ an. Er ging in ein Nagelstudio in der Innenstadt und legte einen Zettel mit dem Wort „obdachlos“ auf den Behandlungstisch. Die Frau ließen sich nicht auf ein Gespräch ein. Daraufhin nahm der Unbekannte seinen Zettel und verließ den Laden. Dass er dabei auch das Handy der Kundin mitnahm, bemerkte die Frau ebenfalls erst Minuten später.

Ablenkung sei der Schlüssel für viele der Diebstähle. „Die Täter lenken bewusst die Aufmerksamkeit ihrer Opfer auf andere Dinge“, sagt die Polizeisprecherin. Häufig würden sie sich auch zu zweit oder zu dritt organisieren. „Einer sorgt für die Ablenkung und der Nächste greift zu“, erläutert Hanske. Der Vorgang an sich gehe meist unheimlich schnell. „Die Diebe sind geübt.“

Daher ist es keine Selbstverständlichkeit, dass es eine Beschreibung der Täter gebe. „Sie gehen sehr geschickt vor, meistens bemerkt das Opfer erst viel später, dass etwas fehlt und kann den Diebstahl nicht mehr einer genauen Situation oder Person zuordnen“, erklärt die Polizeisprecherin. Dementsprechend gering sei demnach auch die Aufklärungsquote. Von 281 Taschendiebstählen im Jahr 2014 konnten lediglich 5,7 Prozent der Fälle aufgeklärt werden. „Daher ist Prävention besonders wichtig“, betont Yvonne Hanske.

Nicht immer handelt es sich bei diesen Taten um geplante Tricks. „In der Statistik zählen auch Diebstähle aus Taschen, die unbeobachtet im Einkaufswagen liegen gelassen wurden“, beschreibt die Polizistin ein Beispiel. Daher erinnert sie an das Motto: „Augen auf, Tasche zu“. „Je einfacher man an die Wertgegenstände herankommt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie gestohlen werden.“ Für viele Diebe sei das eine schnelle Möglichkeit, ohne Anwendung oder Androhung von Gewalt an ihre Beute zu kommen. Hanske warnt: „Überall wo viele Menschen sind, kann es besonders schnell zu Taschendiebstählen kommen.“

Nach dem Diebstahl schnell Daten sperren lassen

Eine gestohlene Zahlungskarte sollte sofort gesperrt werden. Zu jeder Tages- und Nachtzeit unter folgenden zentralen Rufnummern:

Zentraler Sperrnotruf: ☎ 116 116 EC-Karten: ☎ 01805/ 02 1021 MasterCard: ☎ 0800/ 819 1040 (nur Deutschland) Visa Card: ☎ 0800/ 811 8440 (nur Deutschland)

American Express: ☎ 069/ 9797 1000 Ein gestohlenes Smartphone sollte möglichst schnell gesperrt werden. Dazu muss die Hotline des Anbieters gewählt werden. Neben der Telefonnummer sollten Kartennummer und Passwort bereitgehalten werden.

Wenn ein Personalausweis mit Online-Ausweisfunktion gestohlen wurde, im Bürgeramt oder beim Sperrnotruf ☎ 0180 / 1 33 33 33 melden.

OZ

Von Johanna Hegermann

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