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Telefonierender Radler nicht zu stoppen

Stralsund Telefonierender Radler nicht zu stoppen

Mit ihrem Job sorgen sie für Sicherheit und Ordnung in der Hansestadt. Hier geben Stralsunder Polizisten Einblick in ihre Arbeit.

Stralsund. Mit dem Handy am Ohr ein Fahrzeug lenken – das erweckt immer die Aufmerksamkeit der Ordnungshüter. In diesem Fall war das Fahrzeug ein Fahrrad, und eine Polizeistreife sah dessen Fahrer nach Mitternacht telefonierend durch die Hansestadt radeln. Deshalb und auch wegen seines unsicher wirkenden Fahrstils hielten die Beamten den Radler an. Doch diese Kontrolle sollte sich etwas auswachsen.

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Polizeigespräch

„Die Kollegen nahmen zunächst Alkoholdunst war und baten den Mann, ins Testgerät zu pusten“, erzählt Dietmar Grotzky, Leiter des Polizeihauptreviers Stralsund. Doch der 27-Jährige weigerte sich und telefonierte statt dessen ungerührt weiter. Wegen solcher Art mangelnder Kooperation wurde der Mann nun gebeten, mit aufs Revier zu kommen, um die Sache mit dem Grad der Trunkenheit dort klären zu lassen.

Doch der sperrte sich nicht nur, sondern wurde rabiat. „Ein Kollege wurde dabei verletzt“, stellt Grotzky fest. Ein Rettungswagen, der zufällig vorbeikam, stoppte. Doch auch den Sanitätern gelang es nicht, den Mann zu beruhigen.

Dafür war plötzlich viel Bewegung auf der nächtlichen Straße. Die Mutter des Mannes, die irgendwie auch zufällig in der Nähe war, versuchte, mäßigend auf ihren Sohn einzuwirken – vergebens.

Dafür ergriff plötzlich ein völlig fremder Passant, der mit der Situation eigentlich gar nichts zu tun hatte, Partei für den Radler und wandte sich gegen die Polizisten. „Zunächst musste der Streifenwagen darunter leiden, der durch Fußtritte des 35-Jährigen einige Beulen abbekam“, berichtet Dietmar Grotzky weiter. Und da der Rowdy noch nicht genug Frust abgelassen hatte, wurde auch noch der so genannte „deutsche Gruß“ gebrüllt. Was dem Schreihals in der Konsequenz gleich mehrere Anzeigen einbrachte – wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Sachbeschädigung und Beleidigung von Beamten.

Der Radler war indes auch nicht leiser geworden und hatte weiter vor sich hin randaliert. Für die Polizisten war jetzt Schluss mit lustig. Der Mann wurde trotz Gegenwehr in den Streifenwagen verfrachtet und aufs Polizeirevier gebracht.

„Da er hier immer noch Gegenwehr leistete, wurde er kontrolliert zu Boden gebracht und ihm Blut für die Ermittlung des Alkoholpegels entnommen“, sagt der Revierleiter.

Während die Probe zur Analyse ins Labor geschickt wurde, formulierten die Polizisten schon mal die Anzeigen gegen den störrischen Radfahrer. Der Revierleiter zählt auf: „Verdacht auf Trunkenheit im Straßenverkehr, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung.“ Jörg Mattern

OZ

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