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Tod im Obdachlosenheim: Täter muss 9,5 Jahre in Haft

Stralsund/Wolgast Tod im Obdachlosenheim: Täter muss 9,5 Jahre in Haft

Viereinhalb Monate nach dem gewaltsamen Tod des Obdachlosen Mario P. hat das Stralsunder Landgericht gestern dessen Mitbewohner Lutz J.

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Die beiden Tatwerkzeuge, die Lutz P. am Abend des 6. Oktober 2014 einsetzte: ein Knüppel und ein langes Küchenmesser.

Quelle: Tom Schröter

Stralsund. Viereinhalb Monate nach dem gewaltsamen Tod des Obdachlosen Mario P. hat das Stralsunder Landgericht gestern dessen Mitbewohner Lutz J. zu einer hohen Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Er sei des Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung schuldig, sagte die Vorsitzende Richterin.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 52-jährige Lutz J. am Abend des 6. Oktober 2014 seinem Opfer nach einem Streit im Wolgaster Obdachlosenheim ein Messer in den Hals gerammt hatte. Der Mann war an den Folgen der massiven Verletzungen verstorben. Zuvor hatte J. einen anderen Mitbewohner des Heimes mit einem Knüppel krankenhausreif geschlagen.

Der Täter muss zunächst neun Jahre und sechs Monate in Haft, danach soll er in Sicherungsverwahrung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Das Gericht begründete die Sicherungsverwahrung mit dem Hang des Täters zum ausgeprägten Alkoholkonsum und den diversen schweren Vorstrafen, die er alle unter dem Einfluss von Alkohol begangen hatte, wie ein Gerichtssprecher sagte. Die Kammer blieb mit ihrem Urteil nur wenig unter der Forderung der Staatsanwaltschaft von zehn Jahren Haft und Sicherungsverwahrung.

Wie Zeugen geschildert hatten, war der Mann am Abend des 6. Oktober in das Zimmer von drei Mitbewohnern gestürmt. Er soll wütend gewesen sein, weil zwei von ihnen angeblich eine Anzeige bei der Polizei erstattet hatten. Zunächst schlug er mit Fäusten auf ein Opfer ein, holte dann einen Knüppel, mit dem er auf den 63-Jährigen einprügelte. Mit den Worten „Ich mach euch platt. Ich hole jetzt einen Hammer oder ein Messer“ verließ er das Zimmer und kehrte mit einem Küchenmesser mit 21 Zentimeter langer Klinge zurück. Das Messer rammte er dem 51-Jährigen bis zum Heft in den Hals. Dabei durchtrennte er nach Angaben der Rechtsmedizin die Kopfschlagader. Beim Täter wurde kurz nach der Tat ein Alkoholwert von 1,7 Promille gemessen. Er gab im Gegensatz zu den Zeugen an, den 51-Jährigen getötet zu haben, weil dieser ihm 30 Euro geschuldet habe.

Erst im Dezember 2013 war Lutz J. nach einem Gewaltdelikt aus der Haft entlassen worden und stand unter Führungsaufsicht. Zudem hatte er eine Abstinenzweisung. An das Alkoholverbot hatte sich der Angeklagte aber bereits unmittelbar nach seiner Entlassung nicht gehalten. Weil er im Juli 2014 fahrlässig einen Brand im Wolgaster Obdachlosenheim gelegt haben soll, zerschlugen sich zudem Pläne für einen Umzug in eine eigene Wohnung.

 



Martina Rathke

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