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Tod in Groß Klein: 30-Jähriger starb an „akutem Herzinfarkt“

Rostock Tod in Groß Klein: 30-Jähriger starb an „akutem Herzinfarkt“

Mann starb bei Polizei-Einsatz / Rechtsmediziner: Keine Anzeichen von Gewalt

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„Es gab keine Anzeichen grober körperlicher Gewalt, die todesursächlich relevant gewesen sein könnten.“Harald Nowack Oberstaatsanwalt

Quelle: Foto: Cornelius Kettler

Rostock. Der Tod eines 30 Jahre alten Mannes bei einem Polizei- Einsatz in Groß Klein – er ist das Gesprächsthema in der Hansestadt. Der Rostocker war plötzlich zusammengebrochen und verstorben. Nicht einmal 24 Stunden nach dem rätselhaften Vorfall in einer Wohnung am Blockmacherring präsentierten Staatsanwaltschaft und Rechtsmedizin gestern erste Ergebnisse der Ermittlungen: Weder die Beamten der Polizei, noch Einsatzkräfte des Rettungsdienstes seien Schuld am plötzlichen Ableben des Mannes. Das habe die Obduktion in der Universitätsmedizin ergeben, sagt Oberstaatsanwalt Harald Nowack.

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Mann starb bei Polizei-Einsatz / Rechtsmediziner: Keine Anzeichen von Gewalt

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Polizei sollte Rettungsdienst helfen

Der mysteriöse Vorfall ereignete sich gegen 15.30 Uhr. Die Eltern des Mannes hatten kurz zuvor den Rettungsdienst alarmiert – weil sie fürchteten, ihr Sohn könne sich etwas antun. Ermittler sprechen von einer „emotionalen Ausnahmesituation“, in der sich der 30-Jährige befunden habe. Doch der Mann will keine Hilfe: Er schließt sich im Schlafzimmer ein, lässt weder seine Eltern noch die Notärztin an sich. Er schreit, schlägt um sich und er randaliert. Nach Angaben von Polizeisprecherin Isabel Wenzel warf er sogar Kleidung und Möbel aus dem Fenster im neunten Stock des Plattenbaus am Blockmacherring. Die Feuerwehr wird gerufen, um die Tür aufzubrechen – und auch die Polizei muss anrücken: Die Beamten sollen den Mann stoppen ehe noch Schlimmeres geschieht. Doch genau dazu kommt es: Während die Polizisten den 30-Jährigen überwältigen, bricht er plötzlich zusammen – vor den Augen seiner Eltern. Die Notärztin versucht sofort, ihn wiederzubeleben. Ohne Erfolg.

Ermittlungen bis spät in die Nacht

Noch am Abend laufen die Ermittlungen an, die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei übernehmen. Denn die Todesursache ist völlig unklar. Der Mann soll stark übergewichtig gewesen sein. Mehr ist zunächst nicht bekannt. Doch in den sozialen Netzwerken machen sofort Gerüchte die Runde: Haben die Polizisten ihn zu hart angepackt? Hat er sich selbst das Leben genommen? Bis kurz vor Mitternacht sind die Spurensicherungen und die Rechtsmedizin im Blockmacherring im Einsatz. Die Bereitschaftsstaatsanwältin ordnet eine Obduktion an.

Rechtsmediziner: Natürliche Todesursache

Gestern Nachmittag gibt die Staatsanwaltschaft dann erste Details zu dem Fall bekannt: Die Rechtsmedizin spreche von einer „natürlichen Todesursache“, so Oberstaatsanwalt Nowack. „Der Mann ist nach dem vorläufigen Ergebnis der rechtsmedizinischen Untersuchung an einem akuten Herztod, begünstigt durch hochgradigen Erregungszustand verstorben.“ Der 30-Jährige soll bereits seit längerer Zeit mit Herzproblemen zu kämpfen gehabt haben. Nowack weiter: „Es gab keine Anzeichen grober körperlicher Gewalt, die todesursächlich relevant gewesen sein könnten“. Auch nicht durch die eingesetzten Polizeibeamten.

Andreas Meyer

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