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Trennung mit schmerzhaften Folgen

Stralsund Trennung mit schmerzhaften Folgen

Mit ihrem Job sorgen sie für Sicherheit und Ordnung in der Hansestadt. Hier geben Stralsunder Polizisten Einblick in ihre Arbeit.

Stralsund. Irgendwann hatte der 29-Jährige die Qualen satt. Er ging zur Polizei und zeigte seine ehemalige Freundin an. Die Liste der Vorwürfe gegen die 18-Jährige war lang – gefährliche Körperverletzung, Nötigung und Stalking.

„Beide hatten sich vor zwei Jahren getrennt“, sagt Kriminalhauptmeister Heiko Lutzke. Bis zur Trennung soll es zu Übergriffen gekommen sein. So soll die Ex ihren Freund geohrfeigt oder ihn in der Wohnung eingesperrt haben, wenn er ausgehen wollte. Das Martyrium für den Geschundenen endete nicht mit der Trennung. Der Ex wurde von der Verflossenen in sozialen Netzwerken offenbar so mit Nachrichten eingedeckt, dass ihm nichts anderes übrigblieb, als die Sperrfunktionen der Anbieter zu aktivieren. Das Maß zum Überlaufen brachte ein Diskobesuch.

„Zwar war es auf dem Tanzboden voll, aber beide entdeckten sich dennoch“, so der Ermittler. Er warf ihr vor, ihm gefolgt zu sein. Sie gab zurück, zufällig da zu sein. Aber da man sich nun mal gegenüberstand, forderte er, dass sie endlich ihre Sachen aus seiner Wohnung abholen sollte. Wie der 29-Jährige später zu Protokoll gab, schlug sie keinen Termin vor, sondern gleich auf ihn ein. Dass er sich nicht wehrte, muss die Amazone vollends in Harnisch gebracht haben.

Bei der Anzeigenaufnahme soll von einem Trommelfeuer an Schlägen gegen den Kopf die Rede gewesen sein. Dem Gepeinigten blieb nur übrig, sich zur Security zu retten. „Beide sollten sich an jenem Abend noch einmal sehen“, weiß der Kriminalist. Dabei beging der Mann einen Fehler, als er der Kratzbürste erzählte, dass die Sicherheitsleute nach ihr suchten. Sie griff zu erprobten Mitteln, und so setzte es zu den Schlägen noch Tritte. Ein blau verfärbtes Auge, diverse Flecken sowie Schürfwunden waren die Folge. Dann setzte die Security die Wütende vor die Tür.

„Die Frau erklärte auf dem Kommissariat alles etwas anders“, berichtet Lutzke. So wolle die 18-Jährige geweint haben, als sie ihre Sachen aus der Wohnung des einstigen Freundes holen sollte. Später habe sich wohl mit etwas Alkohol auch Frust aufgebaut, der sich in ein paar Ohrfeigen entladen habe. „Die Tritte bestritt sie, räumte höchstens einen Schlag mit der Faust ein“, sagt Lutzke.

Vielleicht waren ja die Tabletten schuld, die sie vor dem Diskobesuch wegen Kopfschmerzen eingenommen habe, die sich aber nicht mit den Drinks vertrugen... Der Verprügelte zog später die Anzeigen wegen Nötigung und Stalking zurück, bestand aber auf der wegen Körperverletzung. Jörg Mattern

OZ

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