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Üble Masche mit echten, aber gefälschten Zulassungen

Stralsun Üble Masche mit echten, aber gefälschten Zulassungen

Mit ihrem Job sorgen sie für Sicherheit und Ordnung in der Hansestadt. Hier geben Stralsunder Polizisten Einblick in ihre Arbeit.

Stralsun. d. Passionierte Schrauber leben erst richtig auf, wenn sie ein Auto in die Hand bekommen, an dem sie ihr Hobby so richtig ausleben können. Ist der Spaß vorbei, wird gerne auch nach einem neuen Objekt gesucht, an das Hand angelegt werden kann.

„So hielt es auch ein 28-Jähriger, der vor den Toren der Hansestadt lebt“, berichtet Dietmar Grotzky. Der Leiter des Polizeihauptreviers Stralsund weiß, dass der Mann auf seinem Gehöft ab und zu Autos aufmöbelte, um sie später wieder zu verkaufen.

Diesmal hatte er sich aus Frankfurt am Main einen gebrauchten VW-Transporter aus der T4-Serie überführt. „Das Auto sollte in Stralsund — anscheinend für die Zeit der Aufarbeitung — erst einmal abgemeldet werden werden“, sagt Grotzky. Doch auf der Kfz-Zulassungsstelle fielen der Mitarbeiterin ein paar Unregelmäßigkeiten bei den Einträgen in den vorgelegten Papieren auf. Sie informierte die Polizei.

Die Beamten, die zur Zulassungsstelle fuhren, stellten schnell fest, dass der erste Verdacht nicht von der Hand zu weisen war. „Der T4 war Ende Januar im Hochtaunuskreis als gestohlen gemeldet worden“, weiß der Revierleiter. Doch es wurde noch ein wenig kniffliger. Wie erste Ermittlungen ergaben, waren die Kennzeichen, die in den Papieren standen eine Doublette. „Sie gehörten eigentlich zu einem Wohnmobil, das in Frankfurt/Main zugelassen ist“, so Grotzky.

Richtig spannend wurde es jedoch, als man sich die Zulassungspapiere genauer anschaute. So stammte beispielsweise die Zulassung Teil I, aus einem Einbruch, bei dem im November 2015 eine Kfz-Zulassungsstelle in Rotenburg in Schleswig-Holstein ausgeraubt wurde. Ebenfalls aus Schleswig-Holstein kam Teil II der Kfz-Zulassung. Er stammte aus einem Einbruch in eine Zulassungsstelle in Wedel.

„Offensichtlich waren die Papiere blanko gestohlen worden und wurden dann passend zu dem jeweils gestohlenen Auto ausgefüllt“, beschreibt Dietmar Grotzky die Masche der bislang unbekannten Täter.

Vermutlich war den Ganoven beim Ausfüllen der Datenzeilen jener Fehler unterlaufen, der der Mitarbeiterin in der Kfz-Zulassungsstelle in Stralsund aufgefallen war.

Den Schrauber aus der Nähe von Stralsund hatten die Fälscher damit ziemlich schmerzhaft reingelegt. „Das Auto wurde sichergestellt und nach den Verkäufern wird jetzt gefahndet“, erzählt der Leiter des Hauptreviers. Damit ist auch das das Geld, das der Mann für den T4-Transporter ausgegeben hatte, erst einmal futsch. Die Kriminalpolizei hat in diesem Fall die Ermittlungen aufgenommen.

Von Jörg Mattern

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