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Unbekannte nehmen Schulen ins Visier

Lütten Klein Unbekannte nehmen Schulen ins Visier

Graffiti, Scherben, Sachbeschädigung: Gerade Schulen ohne Zaun sind besonders gefährdet

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Traurig betrachten die Grundschüler, dass was von ihrer neuen Bank übrig geblieben ist. Unbekannt hatten die Rundbank zerstört.

Quelle: Foto: Kleine Birke

Lütten Klein. Die Kinder der Grundschule „Kleine Birke“ in Lütten Klein sind traurig: Nur wenige Tage, nachdem sie gemeinsam mit Lehrern und Eltern den Schulhof verschönert haben, haben Unbekannte ihre Bemühungen zunichtegemacht. „Unsere schöne Rundbank wurde komplett zerstört“, sagt Madlen Wilde-Zimmermann, die stellvertretende Schulleiterin.

OZ-Bild

Graffiti, Scherben, Sachbeschädigung: Gerade Schulen ohne Zaun sind besonders gefährdet

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Bei einem großen Aktionstag wurde die Bank, die aus Spenden finanziert wurde, gemeinsam aufgebaut. „Wir haben sie extra angekettet, weil wir eher Angst hatten, dass sie gestohlen wird“, sagt Madlen Wilde-Zimmermann. Doch drei Tage später lag dort nur noch ein Holzgewirr. „Der Hausmeister wollte es noch reparieren, aber das war gar nicht mehr möglich“, erzählt sie traurig.

Sachbeschädigungen kämen immer mal wieder vor. „Wir werden eigentlich regelmäßig angesprüht“, sagt Wilde-Zimmermann. Da der Schulhof nicht von einem Zaun umgeben wird, hätten auch nachts Menschen die Möglichkeit bis ans Schulgebäude zu gelangen. „Vor allem der Container vom Hort und das Spielhäuschen werden mit Abkürzungen oder Liebeserklärungen bemalt.“ Jedes solcher Vergehen werde zur Anzeige gebracht.

Auch Martina Kelsch von der Grundschule Schmarl kennt diese Probleme. Auch hier gibt es keinen Zaun, der die Spielgeräte und den Schulhof schützen würde „Wir merken, wenn Hansa verliert“, erzählt die Schulleiterin. Dann würden die „Fans“ hier Graffiti sprühen und mit Flaschen werfen. Der Hausmeister müsse ohnehin täglich Müll vom Spielplatz räumen. Solche Zerstörungswut wie bei der „Kleinen Birke“ hätte man hier aber schon lange nicht mehr erlebt.

Immer wieder kommt es vor, dass Unbekannte auch Schulen ins Visier nehmen. „2016 gab es 36 Anzeigen im Zusammenhang mit Vandalismus an Schulen“, sagt die Polizeisprecherin Yvonne Hanske. 35

Sachbeschädigungen hätten die Schulen angezeigt. „Hierbei handelt es sich zu etwa 95 Prozent um Graffiti-Delikte.“ Zusätzlich hätte es eine Anzeige wegen Brandstiftung an einer Schule gegeben. In diesem Jahr gab es hingegen erst elf Anzeigen wegen Sachbeschädigung – die kaputte Bank an der Schule „Kleine Birke“ wurde noch nicht mit aufgelistet. „Man könnte mutmaßen, dass es in diesem Jahr nicht so viele Vorfälle wie 2016 geben könnte. Aber man möchte den Tag ja nicht vor dem Abend loben“, sagt die Sprecherin Yvonne Hanske vorsichtig.

Doch nicht jede Störung wird zur Anzeige gebracht. Oftmals sammeln sich über Nacht Müll und Scherben auf dem Schulhof an. „Gerade im Sommer wird auf dem Schulhof abends gegrillt und gefeiert“, sagt Madlen Wilde-Zimmermann. Die Überreste müssten dann die Hausmeister beseitigen. Täglich würden sie vor dem Schulstart den Hof säubern. Doch die Büsche würden auch „Platz für Liebespärchen“ bieten, sagt die stellvertretende Schulleiterin. „Ich würde mich vor vielen Dingen ekeln. Unsere Hausmeister sind zum Glück sehr fleißig. Aber das fatale ist, dass sie nicht alles finden können.“ Doch bisher wären die Schüler vor solchen Funden verschont geblieben.

Auf dem Gelände der anliegenden Erasmus Gymnasium seien solche Vorkommnisse nicht die Regel. Ein Zaun hindert Menschen außerhalb der Schulzeiten daran, das Gelände zu betreten. Er weiß, dass andere Schulen auch große Probleme mit Graffiti hätten, bei der Erasmus-Schule sei zum Glück schon länger nichts mehr passiert. „Wenn es doch mal vorkommt, bemühen wir uns, es gleich zu entfernen“, sagt der Schulleiter Bert Schröder. Mitfühlend ergänzt er: „Es ist ärgerlich, was bei der ,Kleinen Birke’ passiert ist.“

Doch auch nach den aktuellen Geschehnissen ist für die Eltern und Lehrer der „Kleinen Birke“ klar: „Wir lassen uns nicht entmutigen und werden immer wieder von vorn anfangen“, sagt Madlen Wilde-Zimmermann. Doch ohne einen Zaun, bleibt die Angst, dass immer wieder etwas zerstört werde. „Es geht auch um die Sicherheit der Schüler“, sagt Madlen Wilde-Zimmermann. Schließlich verläuft direkt neben dem Schulhof eine Straße. Momentan würden die Zeichen gut stehen. „Wir haben eingereicht, dass wir eine Umzäunung brauchen und hoffen in den nächsten Tagen auf Ideen.“

Johanna Hegermann

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