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Vier Border Collies sorgen für Wirbel

Grimmen Vier Border Collies sorgen für Wirbel

Die Rumtreiber konnten eingefangen werden / Woher die Tiere stammen, ist noch völlig unklar

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Das Rudel blieb immer dicht zusammen. Die Tiere waren nicht aggressiv, aber scheu. Fotos (5): Raik Mielke

Grimmen. „Ich musste eben fast eine Vollbremsung hinlegen, weil plötzlich zwei Hunde auf der Fahrbahn auftauchten”, beschreibt OZ-Leserin Martina Hofmann.

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Die Rumtreiber konnten eingefangen werden / Woher die Tiere stammen, ist noch völlig unklar

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Seit Mittwochabend treiben vier Border Collies an der südlichen Randstraße ihr Unwesen. „Wir waren gerade auf dem Weg zu unserem Wohnwagen auf dem Grimmener Stock-Car-Gelände, als wir die Tiere plötzlich auf der Straße entdeckten”, beschreibt Marco Holtz. Er war es auch, der die Hunde dann vorerst versuchte, aufs Gelände zu scheuchen. „Ich wollte einfach nicht, dass sie überfahren werden”, sagt er.

Die drei Rüden und eine Hündin waren von Beginn an nicht aggressiv, aber scheu. „Wenn man ihnen Zeit gegeben hat, sind sie auch gekommen, haben aber immer noch einen Sicherheitsabstand gehalten”, beschreibt Marco Holtz. Ob auf dem Gelände oder der angrenzenden südlichen Randstraße. Die Tiere bleiben fast die gesamte Zeit als Rudel zusammen. „Sie haben sich in der Nacht alle ganz dicht zusammengelegt. Ich habe ihnen etwas zum Fressen hingestellt und sie sind auch rangegangen”, berichtet Marco Holtz. In der Nacht zum Freitag greifen Polizisten des Grimmener Reviers dann gegen Mitternacht einen Rüden am Rauhen Berg auf und bringen diesen in einen Zwinger im Grimmener Heimattierpark.

Gestern geht die Rettungsaktion weiter. Weil die Tiere immer wieder dicht an der Verkehrsstraße unterwegs sind, greift am Freitag Werner Karstaedt von der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt ein.

Gemeinsam mit Pflegerin Heide Friebel aus dem Heimattierpark macht er sich auf den Weg zum Stock-Car-Gelände. Die erfahrene Tierpflegerin versucht daraufhin, die Hunde zu locken, was auf dem weitläufigen Areal nicht gelingt. „Zumindest konnten wir nun feststellen, dass neben dem Rüden, der in der Nacht aufgegriffen wurde, sich noch zwei weitere Rüden und eine Hündin im Motodrom befinden”, erklärt Heide Friebel und schlägt vor, einen Tierarzt hinzuzuziehen. „Die Tiere müssen mit einem Spezialmittel beruhigt werden. Anders sehe ich keine Chance, sie zu fangen und in den Tierpark zu bringen”, sagt sie. Wenig später trifft Tierarzt Hans Eckhard Lüttkemöller vor Ort ein. In den aufgestellten Futternapf gibt er ein Mittel, von dem die Tiere müde werden sollen. Bei zwei Rüden geht der Plan auf und gemeinsam mit Feuerwehrmann Werner Karstaedt und ausgestattet mit Hundefänger-Schlingen gelingt es, die beiden Border-Collies zu fangen und in den Tierpark-Zwinger zu bringen.

Die Hündin gibt nicht auf und bleibt in sicherem Abstand zu den Rettern. „Die durch das Futter aufgenommene Menge hat bei ihr anscheinend nicht ausgereicht. Jetzt sofort nachdosieren macht keinen Sinn. Man muss es morgen wieder versuchen”, erklärt der erfahrene Tiermediziner und schätzt den Zustand der Tiere nach erstem Betrachten wie folgt ein: „Die Augen sind sehr klar, was ein gutes Zeichen ist. Die Tiere lahmen ein bisschen. Das könnte aber daran liegen, dass sie schon länger unterwegs sind. Wie es in Sachen Parasitenbefall ist, müsste man dann klären.”

Und auch die letzte gute Nachricht erreichte gestern Nachmittag die OZ-Redaktion. Kurz vor 16 Uhr war es Marco Holtz gelungen, auch die kleine Hündin an die Leine zu nehmen. Wo die Tiere herkommen, bleibt vorerst unklar. Bis spätestens Dienstag sind sie nun im Heimattierpark untergebracht.

Was passiert, wenn ein Hund abgegeben wird?

3 Tage bleiben Hunde, die im Stadtgebiet gefunden wurden, in einem der drei zur Verfügung stehenden Zwinger.

24 Euro beträgt die Gebühr, welche pro Tag, in dem sich das Tier im Heimattierpark befindet, fällig wird. Die Rechnung kommt direkt vom Grimmener Ordnungsamt. Holen die Besitzer ihren Hund binnen 24 Stunden ab, entfällt die Gebühr.

4 Wochen bleiben die Tiere anschließend in der Hundeauffangstation in Loitz. Während dieses Zeitraums haben die Besitzer die Chance, ihr entlaufenes Tier abzuholen. Danach werden die Tiere weiter vermittelt.

Ein Tierarzt wird immer dann zu Rate gezogen, wenn die Pfleger im Heimattierpark bei den abgegebenen Tieren gesundheitliche Auffälligkeiten feststellen.

Raik Mielke

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