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Vorsicht beim Fahrrad vom Flohmarkt

Stralsund Vorsicht beim Fahrrad vom Flohmarkt

Mit ihrem Job sorgen sie für Sicherheit und Ordnung in der Hansestadt / Hier geben Stralsunder Polizisten Einblick in ihre Arbeit

Stralsund. Ein Blick genügte der Frau. Das ist doch mein Fahrrad, war sie danach überzeugt. Das gute Stück war ihr schon im vergangenen Jahr gestohlen worden. Wert immerhin knapp 600 Euro.

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Polizeigespräch

Jetzt sah sie es in den Händen eines kleinen afghanischen Jungen wieder. Dessen Mutter beteuerte, das Rad gekauft zu haben. Also wurde die Ordnungsmacht zu Hilfe gerufen. Tatsächlich, das Fahrrad stand auf der Fahndungsliste.

Für Heiko Lutzke ein Fall, wie er im Alltag gar nicht so selten vorkommt. „Die Mutter des Jungen war völlig aufgelöst“, berichtet der Kriminalhauptmeister. Sie erklärte in gutem Deutsch, dass sie das Fahrrad auf einem der Flohmärkte entdeckt hatte, die in regelmäßigen Abständen in der Stadt veranstaltet werden. Mit dem Verkäufer sei sie sich sehr schnell einig geworden. Für 50 Euro und mit Handschlag wechselte das Velo den Besitzer.

Alles war gut – bis zu jener Begegnung mit der Besitzerin. Da war nicht viel zu machen. Keine zurückverfolgbaren Belege für den Kauf und auch nur eine vage Beschreibung des Flohmarkthändlers. Dennoch musste die Afghanin das Fahrrad wieder herausgeben. Die 50 Euro waren futsch – viel Geld für jemanden, der hier neu Fuß fassen muss. Doch die Frau hatte Heiko Lutzke im Gespräch gut zugehört. Er hielt ihr als Ausländerin zumindest zu Gute, dass sie nicht um die Gepflogenheiten wissen konnte, an die sich zu halten auch deutschen Mitbürgern nicht immer leicht fällt.

„Für das nächste Fahrrad, das sie nun kaufen musste, ließ sie sich vom Flohmarkthändler eine Quittung und die noch vorhandenen Papiere aushändigen“, sagt der Kriminalist. Er weiß, dass vor seinem Tisch schon Einheimische gesessen haben, denen es genauso ergangen ist. „Da haben Freunde ihren Freunden Fahrräder vermacht, von denen sich hinterher herausstellte, das die gestohlen waren“, sagt der Ermittler.

Sein Rat: „Es ist wichtig, dass man sich wenigstens irgendein nachvollziehbares Papier beim Kauf mitgeben lässt.“ Zumindest hilft das, wenn man bei einer Kontrolle mal in die Verlegenheit kommt Fragen, beantworten zu müssen.

Wie Heiko Lutzke betont, besteht auch die Möglichkeit auf dem Flohmarkt oder in einem An- und Verkauf-Geschäft, selbst zum Handy zu greifen und auf dem Polizeirevier anzurufen. „Hier kann man die Rahmennummer durchsagen und erfahren, ob das Rad möglicherweise in Fahndung steht.“

Die Ermittlungsakte zu diesem Fall geht zunächst noch an den Staatsanwalt. Der muss dann entscheiden, wie er mit der Einschätzung des Ermittlers verfahren wird.

Jörg Mattern

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