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Wann schlagen die Satteldiebe wieder zu?

DUMMERSTORF/PASSIN Wann schlagen die Satteldiebe wieder zu?

Alle zwei Wochen wird südlich von Rostock in Reiterhöfe eingebrochen / Polizei ermittelt

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Dummerstorf/Passin. Sie kommen in der Nacht und nehmen mit, was ihnen wertvoll erscheint: Seit Anfang August treiben Satteldiebe ihr Unwesen im Landkreis Rostock. Alle zwei Wochen brechen Unbekannte in Reiterhöfe südlich der Hansestadt ein, um teure Reitsättel und Zubehör für den Pferdesport zu stehlen. Mehr als 40 Sättel wurden so in den Reiterhöfen in Dummerstorf, Reez, Schwaan und Passin bereits entwendet. Der bisher entstandene Schaden beläuft sich auf rund 100000 Euro.

OZ-Bild

Alle zwei Wochen wird südlich von Rostock in Reiterhöfe eingebrochen / Polizei ermittelt

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„Ich denke, dass die Diebe sich gut auskennen“, meint Hartmut Ross, Mitarbeiter auf dem Reiterhof Passin. Seine Anlage ist das jüngste Opfer in der Einbruchsserie. Vor zwei Wochen wurde in der Nacht zunächst mit einem Bolzenschneider das Vorhängeschloss zum Stall aufgebrochen. Danach machten sich die Täter mit Brecheisen an den Türen zu insgesamt vier Sattelkammern zu schaffen.

„Hier wurde mit grober Gewalt vorgegangen“, bestätigt Ross beim Anblick der verbogenen Türen und des abgebröckelten Putzes. 15 Sättel – bevorzugt Markenware – nahmen die Einbrecher mit. „Trensen oder Decken haben sie gleich hier gelassen“, erklärt der 52-Jährige. Das Werkzeug habe der Mitarbeiter am nächsten Tag unweit des Tatortes gefunden.

Der Selower ist sich ziemlich sicher, dass die Täter gewusst haben, wo sie suchen müssen. Und tatsächlich hätten sie in drei der vier Einbruchsfälle im Frühjahr bei Reitturnieren oder zum Tag der offenen Tür die Möglichkeit gehabt. „Da kann jeder durch den Stall gehen und sich umsehen.“

Der Schaden im Reiterhof Passin sei bereits sehr ärgerlich, hätte jedoch noch höher ausfallen können. Einige Besitzer hörten im Vorfeld von den Vorfällen in der Region und hatten ihre Sättel mit nach Hause genommen. „Die Leute sind aufgebracht und verunsichert“, sagt Ross. Rund 30 private Besitzer haben ihre Pferde in Passin untergebracht. Immer noch bleiben die Sattelkammern fast leer und auch der Zorn der Besitzer hat sich längst nicht gelegt. „Ich hoffe, dass ich meinen Sattel wiederbekomme. Er ist für mich unersetzbar, da er nicht mehr hergestellt wird“, beklagt sich eine Pferdebesitzerin, die namentlich nicht genannt werden möchte.

Bisher ist allerdings völlig unklar, wo die Sättel hingebracht worden sind. „Derzeit gibt es noch keine Anhaltspunkte zu Tätern oder Tätergruppen. Ein Austausch zwischen Dienststellen, die ähnliche Fälle zu verzeichnen haben, ist aber allgemein üblich“, erklärt Polizeihauptkommissar Gert Frahm von der Polizeiinspektion Güstrow.

Allgemein wird geraten, die passive Sicherheit in den Ställen beispielsweise durch bessere Schlösser, Alarmanlagen oder GPS-gesicherte Sättel zu erhöhen. „Wir haben bei den Ermittlungen festgestellt, dass die Lagerräume in den Stallanlagen teilweise nur sehr einfach gesichert sind“, erklärt Frahm. Außerdem seien die Stallungen häufig abseits von bewohnten Gebäuden und sehr weitläufig, so dass die Täter Zeit haben Sicherungen zu überwinden und das Diebesgut abzutransportieren.

Hartmut Ross bleibt jedoch skeptisch: „Zu uns sagte die Polizei, dass man sich auch mit hohem finanziellen Aufwand davor nicht schützen kann.“ Nun ist die Zwei-Wochen-Frist erneut abgelaufen und es bleibt die Frage, ob und welcher Reiterhof dieses Mal von den Tätern in der Nacht heimgesucht wird. Bislang sei dies jedoch nur reine Spekulation, erklärt Gert Frahm: „Einen örtlichen Schwerpunkt gibt es gegenwärtig nicht.“

„Stoppt den Sattelklau“

Ein Foto des Sattels, die Rechnung und gegebenenfalls die Individualnummer des Sattels können der Polizei im Falle eines Diebstahls bei den Ermittlungen helfen.

Einbrüche in Reiterställe und besonders gefährdete Regionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz werden außerdem im Internet von der Gemeinschaft „Stoppt den Sattelklau“ zusammengetragen. Dort findet sich auch eine Karte mit den betroffenen Gebieten.

• Informationen: www.stoppt-den-sattelklau.de

Lisa Fritsche

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