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Wasserschutzpolizei fischt Bullis aus der Warnow

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Wasserschutzpolizei fischt Bullis aus der Warnow

Mit einem schwimmenden Kran haben Beamte die VW-Busse geborgen / Woher die Fahrzeuge stammen, ist unklar / Zahl der Autodiebstähle in Rostock geht zurück

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Zwei Transporter wurden gestern aus der Warnow gezogen. Sie waren voller Schlamm und Angelleinen.

Quelle: Fotos: Philip Schülermann

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Einsatz für die Taucher der Bereitschaftspolizei am Warnowufer: Gestern haben die Beamten aus Schwerin zusammen mit der Wasserschutzpolizei Rostock zwei Volkswagen-Busse aus dem Wasser gezogen. Woher die Transporter stammen, ist noch unklar. Die Polizei hat Ermittlungen eingeleitet.

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Mit einem schwimmenden Kran haben Beamte die VW-Busse geborgen / Woher die Fahrzeuge stammen, ist unklar / Zahl der Autodiebstähle in Rostock geht zurück

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Am Ufer an der Schonenfahrerstraße riecht es nach öligem Schlamm, ein Schiff des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts hat festgemacht. Vor ihm tropft Wasser von zwei Bullis herunter – ausgeschlachtet und voll schwarzem Matsch stehen sie da. Vor wenigen Minuten steckten sie noch im Grund der Warnow fest.

Die Wasserschutzpolizei hat die Wracks zufällig entdeckt. „Vor etwa zwei Monaten bei einer Routinefahrt“, erklärt Andreas Wirth, Polizeihauptkommissar. Sie fuhren mit dem Sonar die Warnow ab, um das Gerät zu testen und stießen so auf die Busse – und einen VW Vento, den sie vor rund einem Monat bereits geborgen hatten. Für ihn reichte der Unimog der Polizeitaucher. Für die Bullis kam nun größeres Gerät zum Einsatz. Per Kran wurden die Autos zutage gefördert, nachdem die Taucher die „Gegenstände aufgeklärt“ hatten, so Wirth.

Wie und warum die VW-Busse in der Warnow versenkt worden waren, wissen die Beamten noch nicht. „Jetzt wird untersucht, ob die Fahrzeuge irgendwelchen Straftaten zuzuordnen sind“, sagt Andreas Wirth.

An dem einen der beiden ist noch das Wismarer Kennzeichen zu erkennen – TÜV bis 2003. Der zweite ist völlig ausgeschlachtet, sogar die Karosserie ist zerlegt. Die Suche nach einer Fahrgestellnummer läuft.

Nachts sind der angrenzende Parkplatz und der Uferbereich weder bewacht noch einsehbar. Wer sein Auto dort illegal entsorgen möchte, sei ungestört, weil auch im angrenzenden Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) niemand mehr sei, berichtet Holger Keue vom BSH.

Volkswagen sind bei Autodieben beliebt. Kein anderes Fabrikat wird laut Gewerkschaft der Versicherer (GDV) häufiger geklaut. Besonders gern werden T4-Busse gestohlen. „2015 hatten wir 112 erfasste Autodiebstähle“, sagt Dörte Lembke, Sprecherin der Rostocker Polizei. 2014 seien es noch 135 gewesen. „Die Aufklärungsquote lag im vergangenen Jahr bei 24,1 Prozent.“ Im Vergleich zu den Vorjahren klärt die Polizei heute mehr Fälle auf.

Dass die Wasserschutzpolizei Wracks aus dem Wasser zieht, passiert nicht alle Tage. „Das waren die einzigen drei in diesem Jahr“, sagt Andras Wirth. Das Sonargerät wird normalerweise zum Aufspüren von Ertrunkenen eingesetzt – oder bei Flugzeugabstürzen ins Wasser, wie vor einigen Wochen im Stettiner Haff. Der Fund der Beamten bleibt ein Zufall. Laut Andreas Wirth hat die Wasserschutzpolizei nicht vor, nun vermehrt nach Autos in der Warnow zu suchen. Das Ufer sei „eine spezielle Stelle“, so der Polizeihauptkommissar.

Die Zahl der gestohlenen Autos geht zurück

112 Autodiebstähle hat die Rostocker Polizei 2015 erfasst. Etwas weniger als ein Viertel konnten die Ermittler aufklären. Die Zahl der gestohlenen Autos geht zurück, und die Polizei kann mehr Fälle aufklären.

6 Meter ist die Unterwarnow im Bereich des Ufers an der Schonenfahrerstraße tief. An der Hafeneinfahrt hat das Gewässer eine Tiefe von 14,5 Metern. 155 Kilometer ist die Warnow lang und reicht von Grebbin bis nach Warnemünde.

Philip Schülermann

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